Dienstag, 28. März 2017

[Kurz-Rezension] Auslöschung

   Auslöschung
Jeff VanderMeer
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Annihilation
ISBN: 9783426518045
Preis: 9,99€

Buch beim Verlag bestellen

Eine geheimnisvolle Flora und Fauna, ebenso makellos wie verstörend, hat ein Gebiet irgendwo an der amerikanischen Küste übernommen, seit vor 30 Jahren ein mysteriöses Ereignis stattgefunden hat. Und die entfesselte Natur dehnt sich unaufhaltsam aus. Doch was geschieht dort? Elf Expeditionen haben vergeblich versucht, Antworten zu finden, Karten zu zeichnen, das Fremde zu verstehen. Ihre Teilnehmer kehrten entweder gar nicht zurück oder auf eine unheimliche Weise verändert. Jetzt wird eine zwölfte Expedition entsandt. An ihrer Seite betritt der Leser Area X. Und kann sich weder der Faszination noch dem Grauen entziehen.
(Quelle)
Hui. Wo fange ich hier an? Ich bin recht vorbehaltlos an das Buch herangegangen. Bisher kannte ich weder den Autor, noch habe ich schon irgendwann einmal von diesem Buch gehört. Demenstprechend war ich hauptsächlich eines in Bezug auf das Buch: neugierig. Demnach habe ich mich recht schnell auf die Geschichte einlassen können - allerdings fängt es hier auch direkt an. Die Geschichte. Nun, einen wirklich Plot im klassischen Sinne haben wir nicht. Das Buch beginnt und endet offen, ohne dass ich das Gefühl hatte, ich hätte während der Buchdeckel irgendeine Information bekommen. Wir erfahren niemals den Grund der Mission (das allerding erfahren die Potagonistin und ihr Team auch nicht), noch den Namen. Wir begleiten die Biologin der Expedition nach Area X und erleben mit ihr gemeinsam dieses neue, unbekannte Land, von dem wir - wie vom Rest auch - einfach nichts erfahren. Schade, denn ich hätte wirklich gern mehr von dieser Welt erfahren.
Was an Geschichte fehlt, wird dafür mir bildgewaltiger (und mitunter verwirrender) Sprache wettzumachen versucht. Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich Sätze mehrfach lesen musste oder gedanklich einfach abgeschweift bin. Gleichzeitig habe ich auch immer weiter gelesen, um vielleicht doch noch ein kleines bißchen mehr über Area X und die Biologin zu erfahren.

Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, sitze ich hier mit einem Gefühl, das sich recht treffend zusammen fassen lässt mit: "Was zur ...?!"
Ich hatte doch die Hoffnung, dass dieses Buch endlich mal wieder ein gutes Stück Science Fiction in mein Bücherregal bringen könnte. Da wurde ich leider enttäuscht.


Alles andere als das, was ich mir erhofft hatte. Bildgewaltige Darstellung einer Welt - allerdings ohne nennenswerte Geschichte drum herum.


Sonntag, 26. März 2017

5 Dinge KW 12/17

Hallo meine Lieben,

heute kommen wieder meine 5 Dinge - wenn auch verspätet.
Die letzten Tage verbringe ich 90% meiner Zeit im Bett und mit Schlafen. Die meisten von euch sind vermutlich die letzten Tage durch diverse Messehallen gewandert - sei es nun auf der Equitana oder der Leipziger Buchmesse.

Wollen wir doch direkt mal schauen, was sich die letzte Woche getan hat?

1.) Die Woche war hauptsächlich von dem Donnerstag dominiert. Am 23.03. wurde ich erneut operiert, das Metall kam raus - wer mir auf Instagram folgt, dürfte dort das ein oder andere Bildchen gesehen haben. Es ist alles gut gelaufen (wenn die OP auch komplizierter war, als geplant) und es geht mir weitestgehend gut :)

2.) Es darf ja auch mal gut laufen! Oder zumindest so ähnlich. Jedenfalls darf ich in der ersten Aprilwoche nach München zu einem großen Verlagshaus reisen, um mich dort für mein Praxissemester vorzustellen.

3.) Am Mittwoch - also am Abend vor der OP - erreichte mich das Kartenspiel zu "Des Teufels Gebetbuch". Die Todeskarte am Abend davor...? Aber es ging ja alles gut ;) Dazu noch eine tolle Einladung <3 Vielen lieben Dank dafür!

4.) Sonne! Bekannterweise bin ich kein Sommermensch, aber die letzten Tage mit Sonnenschein und warm und hach - die haben einfach gut getan!

5.) Last but definitley not least: Heute vor genau einem Jahr kam die kleine Abby zur Welt, mein Patenkind. Meine Kleine, ich wünsche dir alles alles Liebe und Gute. Noch begreifst du das nicht ganz, aber heute ist dein Tag, der Tag, an dem wir alle uns freuen, dass wir dich am 26.03.2016 auf dieser Welt begrüßen durften. <3

Das war es für diese Woche - ich muss in dieses Format erst wieder reinkommen und versuche generell, etwas mehr Struktur zu gewinnen.
Wie war eure Woche? Was habt ihr so getrieben?

Ich wünsche euch einen schönen Rest-Sonntag und einen guten Start in die neue Woche :)

Sonntag, 19. März 2017

Update & 5 Dinge

Hallo meine Lieben,

ihr habt vielleicht schon mitbekommen, dass ich so nach und nach versuche, den Blog hier wieder etwas mehr zu beleben. In meinem privaten Umfeld gab es in den letzten 7-8 Monaten einige Dinge, die mir leider die Kraft raubten, um mich aktiv mit dem Blog zu beschäftigen. Ich musste wegen einiger... Unstimmigkeiten meinen Praxissemesterplatz vorzeitig aufgeben (was rückblickend betrachtet auch eine meiner besseren Entscheidungen war). Die letzten Monate habe ich also damit verbracht, einige herbe Niederlagen und Rückschläge einzustecken. Ich hatte versucht, einen neuen Platz zu finden, habe allerdings leider außer Absagen und zwei... sagen wir mal "weniger seriösen" Angeboten nichts bekommen. So war zeitgleich auch unsicher, ob ich nicht exmatrikuliert werde, denn ich hatte ja das Praxissemester nicht beendet und damit nicht bestanden....

Ihr seht, es war eine Menge los in der Hinsicht. Vielleicht erinnert ihr euch auch noch an meinen Unfall im Juli 2015? Ich hatte mir das Sprunggelenk zertrümmert und wurde zweimal operiert. Nun, mittlerweile habe ich leider wieder große Probleme mit meinem Fuß, so dass schon nächste Woche Donnerstag (!) eine weitere OP ansteht. Diese wird nicht ganz so groß ausfallen, aber... Naja. Solltet ihr also nächsten Donnerstag, am 23.03., nichts besseres zu tun haben, könnt ihr mir ja kurz ein paar nette Gedanken schicken ;)

Mittlerweile hat sich immerhin die Sache mit der Uni geklärt, so dass ich derzeit im 6. Fachsemester studieren darf. Mein Praxissemester darf ich dann ab dem 01.09.2017 nachholen und im Anschluss daran darf ich mich direkt meiner Bachelor-Thesis widmen.

Damit seid ihr eigentlich auf dem aktuellen Stand der Dinge (wenn ich diesen auch stark komprimiert habe ^^). Ihr wollt ja aber sicher auch keinen ewig langen Text lesen - deswegen kommen wir doch jetzt direkt mal zu den 5 Dingen der vergangenen Woche - ein Format, das ich sträflich vernachlässigt habe ^^

1.) Die Uni hat wieder begonnen! Obwohl ich schon jetzt wieder genervt von der Organisation dort bin, bin ich froh, dass ich wieder studieren darf. Das war lange lange Zeit nicht sicher.

2.) Auch das Narkosegespräch am Montag habe ich erfolgreicht hinter mich gebracht, so dass ich "beruhigt" in die OP gehen kann.

3.) Am Freitag war ich nach der Uni mit einer Kommilitonin  - passend zum St. Patricks Day! - im Irish Pub. Endlich mal wieder! Und es war wirklich toll und hat Spaß gemacht.

4.) Ein wenig frischer Wind in meinem Zimmer - ich habe umgestellt, zugunsten eines zweiten, größeren Aquariums ;) (Das aber erst mit dem nächsten Gehalt eingerichtet werden wird)

5.) Einen Großteil meines Wochenendes habe ich im Stall verbracht (ich nehme derzeit wieder Reitunterricht) und obwohl es mega anstrengend war (Koppelzaun neu bauen, Misten, Sandplatz rechen etc) war es doch mal wieder gut, einfach den Kopf frei zu bekommen.

Nächste Woche bekommt ihr dann wieder ein wenig was von mir zu lesen, dann wohl auch zu meiner OP ;)

Für heute ist nur ein wenig Arbeiten, ein paar Uni-Sachen, Bewerbungen und das kleine Aquarium sauber machen geplant. Was steht auf eurer heutigen To-Do-Liste?

Alles liebe für euch <3

Samstag, 18. März 2017

[Buch-Rezension] Sorgenkätzchen

   Sorgenkätzchen
Dr. med. vet. Ulrike Werner
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: penguin (RandomHouse)
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783328100560
Preis: 9,00€

Buch beim Verlag bestellen

Was tun, wenn der geliebte Kater immer mittwochs inkontinent wird oder das Kätzchen nach dem Kartoffelschälen plötzlich zum kampflustigen Tiger mutiert? Dr. Ulrike Werner rückt an und bereitet dem Katzenjammer ein Ende! Die Berliner Tierärztin enthüllt mit viel Fingerspitzengefühl, was Katzen ihren Besitzern nicht sagen können. Dabei ist nicht nur ihr Wissen als Tierverhaltenstherapeutin, sondern auch viel Menschenkenntnis gefragt. Denn manchmal müssen Mensch und Tier sich nur verstehen lernen, damit aus dem Sorgenkätzchen wieder eine glückliche Schmusekatze wird.
(Quelle)


Nachdem mein bisheriges Lesejahr 2017 recht düster dominiert war, wurde es für mich nach langer Zeit mal wieder Zeit für eine kleine Pause davon. Ein Buch sollte her, dass sich schnell lesen lässt, dass witzig ist und in kurze Kapitel untergliedert. Und da kam mir "Sorgenkätzchen" gerade recht. Die Tierärztin Ulrike Werner berichtet in diesem 224 Seiten langen Werk von ihren kuriosesten, ungewöhnlichsten Fällen als Verhaltenstherapeutin für Katzen.
   Das Buch ist unterteilt in einzelne Fälle, die alle unabhängig voneinander sind, so dass das Buch nicht am Stück gelesen werden muss - sehr wohl aber kann! Die unterhaltsamen Geschichten sorgen für kurzweiliges Lesevergnügen für jeden Katzenliebhaber, so dass ich dieses Buch innerhalb kürzester Zeit "weginhaliert" hatte. Insgesamt 18 interessante Fälle teilt die Therapeutin mit uns, einer ungewöhnlicher als der andere.
  Ich bin nun zwar ein großer Katzenfreund, hatte selbst jahrelang Katzen und weiß daher noch das ein oder andere, was deren Anforderungen an ein Zuhause angeht. So konnte ich bei diesem Buch über die geschilderten Fälle mitunter nur den Kopf schütteln, wenn das Zuhause komplett steril rein gehalten oder eine Dame auf eine "Züchterin" hereingefallen ist. Die Auswirkungen solcher Fehlinformationen werden uns in diesem Buch deutlich vor Augen geführt.

Der Schreibstil, in dem das Buch gehalten ist, tut sein übriges, um das Buch zum Lesevergnügen zu machen. Obwohl mir auch die Autorin an der ein oder anderen Stelle, an dem sie uns an ihrem inneren Monolog teilhaben lässt, doch ein wenig unsympathisch wurde, ist sie doch zumeist eine sympathische Persönlichkeit, die alles daran setzt, ihren tierischen Patienten zu helfen.
   Und sind wir doch mal ehrlich: Ein Kätzchen auf dem Cover? Das geht doch immer! 



Ein unterhaltsames Buch, das nicht nur Besitzern von (Sorgen-)Kätzchen Spaß bereitet!



Donnerstag, 16. März 2017

[Buch-Rezension] Des Teufels Gebetbuch

    Des Teufels Gebetbuch
Markus Heitz
Klappenbroschur: 672 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783426654194
Preis: 16,99€

Buch beim Verlag bestellen

Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben.
(Quelle)

Cover/Aufmachung
  Geziert durch das Pik-Zeichen mit dem Motiv der Teufelskarte reißt uns das Cover schon direkt in die düstere Stimmung des Buches. Ohne den Inhalt des Buches zu kennen haben wir durch die Kombination von Cover und Titel direkt einen Bezug dazu und können zumindest die Richtung erahnen, die dieses Buch einschlägt.

Inhalt/Geschichte
  Tadeus Boch arbeitet im Casino - und das als (ehemals) Spielsüchtiger. Seine Art der Erprobung seiner mentalen Kraft. Dass er mitunter wegen seiner Spielervergangenheit später in Probleme diesen Ausmaßes geraten sollte, konnte er nicht ahnen. Es ergibt sich, dass Tadeus durch Umwege auf einem illegalen Turnier landet und durch weitere unglückliche Umstände an eine außergewöhnliche Karte gelangt. Und um diese Karte gibt es ein großes Rätsel, denn sie sucht nach ihren Schwesterkarten, nach den Karten, die mit ihr zusammen das Gebetbuch des Teufels bilden, um die Welt brennen zu lassen...
 
Ich gestehe ja, dass ich sehr gern Karten spiele - nur leider viel zu selten, denn die Gelgenheit ergibt sich kaum. Als wir von Markus also von Supérieur erfuhren, war ich sofort Feuer und Flamme. Die Geschichte um Boch und seine unfreiwillige "Komplizin" Poe konnte mich gut abholen, erschien mir aber mitunter leider etwas (zu) langatmig. Ein paar Seiten weniger hätten dem Buch nicht unbedingt geschadet.
   Fairerweise sei gesagt, dass wir nicht nur die beiden Protagonisten begleiten. Wir erleben auch Szenen aus anderen Leben, die unmittelbar mit den Karten zu tun haben, sei es in der Vergangenheit oder der Gegenwart, was mir sehr gut gefallen hat.
  Auch, dass Markus hier auf einen klassischen Antagonisten verzichtet und unser Protagonist auch alles andere als ein Held ist, hat die Geschichte sympathisch gemacht und an Interesse gewinnen lassen. Das Tempo der Geschichte ist mitunter recht rasant, an anderen Stellen wäre ein wenig kürzen für mich angenehm gewesen. 
An der Geschichte selbst gab es für mich absolut nichts zu meckern. Sie hat mich direkt mitgenommen und für sich vereinnahmt. Dass ich trotzdem recht lang gebraucht habe für dieses Werk ist den fast 700 Seiten geschuldet, nicht einer potentiellen Langatmigkeit des Werkes.

 
Charaktere
  Boch und Poe sind alles andere als klassische Helden - die weibliche Hauptrolle (eben Poe) konnte ich zu Beginn kein Stück leiden, wurde mir aber im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Bochs Abrutschen in etwas, das stark an (emotionale) Abhängigkeit von der Karte erinnert, erleben wir langsam, Stück für Stück und bekommen diese ebenso schleichend mit wie er.
  Wir erfahren einiges von Bochs Vergangenheit, bei Poe hält sich das verhältnismäßig verdeckt.

Die Charaktere wachsen schnell ans Herz, handeln (zumeist) nachvollziehbar und können von uns für voll genommen werden. Sie haben ihre Ecken und Kanten, wobei sie gerade gegen Ende immer mehr in für mich etwas unrealistische Bereiche abdriften (sofern man bei einem solchen Werk von Realismus sprechen darf).



Schreibstil/Übersetzung
"Heitz eben" wurde mir vor Aera gesagt. Und "Heitz eben" trifft es auch hier. Mitunter blutig und detailreich ist Markus' Schreibstil nicht unbedingt für jeden und jede geeignet. Der Autor schafft es, uns mitzunehmen und die Zeit vergessen zu lassen, in die Welt einzutauchen und uns an der Seite unserer Charaktere zu sehen. An der ein oder anderen Stelle sind mir zwar Schreib-/Tippfehler aufgefallen, allerdings kaum bis gar nicht störend. 


Das Spiel gibt es, das Spiel nimmt es. Supérieur.

Mittwoch, 1. März 2017

[Buch-Rezension] Blumen für Algernon

   Blumen für Algernon
Daniel Keyes
Klappenbroschur: 299 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Flowers for Algernon
ISBN: 9783608960297
Preis: 14,95€

Buch beim Verlag bestellen

Charlie Gordon, ursprünglich kaum des Lesens mächtig, ist zu Forschungszwecken operiert worden und entwickelt eine überragende Intelligenz; schließlich überflügelt er intellektuell und fachlich sogar die Professoren, die das Experiment leiten. Zu seinen Freunden zählt die Maus Algernon - das erste Lebewesen, das mit derselben Methode erfolgreich behandelt wurde.
(Quelle)

Cover/Aufmachung
  Für mich als Ratten- und Mäuseliebhaberin war das Cover natürlich ein absoluter Augenschmaus. Und nicht "nur", dass es mich optisch anspricht, mag ich den Bezug zu der hier erzählten Geschichte.

Inhalt/Geschichte
  Charlie Gordon ist außergewöhnlich. So zumindest wird der 32jährige betitelt. Charlie kann nicht richtig lesen und schreiben und versteht die Welt um sich herum oft nicht. Mit einem IQ von 68 ist er wahrlich nicht der Klügste - und dabei möchte er doch unbedingt intelgent werden! Als erster Mensch soll Charlie nun einer Operation unterzogen werden, welche seine geistigen Fähigkeiten steigern soll. Bisher wurde dieser Versuch nur an einem einzigen Tier mit dauerhaftem Erfolg durchgeführt: an der Maus Algernon. Wie toll wäre es, wenn er, Charlie, auch so intelgent werden könnte die Algernon!
  Schon bald nach der Operation stellen sich erste Veränderungen ein - Charlie beginnt, Grammatik und Rechtschreibung zu verstehen, lernt andere Sprachen. Innerhalb kürzester Zeit ist Charlie intelligenter als die meisten Menschen und kurz darauf hat er selbst die Professoren überflügelt. Doch mit der neuen Intelligenz kommen auch neue Probleme auf Charlie zu und er beginnt, sein bisheriges Leben zu analysieren und zu verstehen. 
  Doch nicht nur seine Vergangenheit wirft Schatten auf sein jetziges Leben. Die Zeichen, die er bei Algernon erkennen kann, lassen auch für seine Zukunft nichts Gutes ahnen. 

Was zunächst eine simple Geschichte ist, entpuppt sich als vielschichtiger Science-Fiction-Roman, der den Leser zum Nach- und Mitdenken anregt und sicherlich auch für ein wiederholtes Lesevergnügen sorgen kann. Charlie auf seiner emotionalen und intelektuellen Reise und Entwicklung zu begleiten hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Was mich zunächst an dem Buch schreckte (nämlich der zunächst doch recht anstrengende Schreibstil) erscheint mir jetzt, da ich das Buch beendet habe, als ein wundervolles "Detail", das uns näher an die beiden Charlies herankommen lässt.

Die Verfilmung des Buches ist mir bisher nicht bekannt, allerdings bin ich mir sicher, dass ich es mir nicht nehmen lassen werde, diese zu sehen. 

Gerade die emotionale Entwicklung hat mich immens beeindruckt und interessiert. Was für uns als Leser von Charlies Berichten absolut klar und verständlich erscheint war für die Personen in seinem Umfeld mitunter nicht ganz so durchsichtig. Zu entdecken, unter welchen Umständen Charlie aufwuchs, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten er sich konfrontiert sieht, hat das Potential, die Sichtweise des Ein oder Anderen dauerhaft zu ändern..
 
Charaktere
  Obwohl Algernon unser "Titelheld" ist, nimmt er Recht wenig Platz in diesem Buch ein. Wir begleiten Charlie auf seiner Reise vom Schwachsinnigen zum Genie, mit all den Schwierigkeiten und Problemen, die sich ihm damit ergeben. Angefangen bei Menschen, die er einst für Freunde hielt darüber, dass er sich intelektuell zu weit von den Menschen in seinem Umfeld entfernt und so keinen Bezug mehr finden kann. Dass Intelligenz ihn von den Menschen entfremdet, war das letzte, was er sich gewünscht hat. Im Gegenteil hatte Charlie stets die Hoffnung, dass die Menschen ihn mehr mögen würden, sobald er intelgent ist. 
  
Sich mit Charlie emotional zu verständigen ist kein Problem für den Leser. Obwohl seine Entwicklung unheimlich rasant voranschreitet, ist er dem Leser durch seine Fortschrittsberichte stets nah(bar) geblieben. 


Schreibstil/Übersetzung
Zunächst einmal sei erwähnt, dass das Buch nicht leicht zu lesen ist. Ganz abgesehen von der doch recht schwierigen Geschichte hat sich auch Charlies Schreibstil geändert. Der Autor schafft es, uns Charlies intelektuellen Zustand durch dessen Sprache mitzuteilen. Zu Beginn hatte ich wirklich Probleme mit Charlies Einträgen, ermüdete schnell. Das ging aber schnell vorbei und wenn man sich durch die ersten 40-50 Seiten durchgebissen hat, wird das Buch deutlich leichter und angenehmer zu lesen. Und obwohl (oder gerade weil?) die Wörter kaum mehr etwas mit ihrer eigentlichen Schreibweise gemein haben, war es nicht störend, nur anstrengend, diese Seiten zu lesen.
 


Ein Buch, dass nicht zu Unrecht seinen Status trägt und das ich einem jeden empfehlen möchte. Lesen. Unbedingt.



Dienstag, 21. Februar 2017

[Buch-Rezension] Aera

   Aera
Markus Heitz
Taschenbuch: 784 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783426518618
Preis: 12,99€

Im Jahr 2019 herrscht eine neue Weltordnung: Die Götter kehren auf die Erde zurück. Alle Götter – bis auf einen. Während Odin, Zeus, Manitu, Anubis, Shiva und Co. sich ihre alten Kultstätten zurückholen und ihre Anhänger um sich scharen, warten Christen, Moslems und Juden vergeblich. Die einst mächtigsten Religionen der Welt werden bald als bedeutungslose Sekten belächelt. Mit »AERA - Rückkehr der Götter« hat Markus Heitz einen neuen Kosmos geschaffen - ein großes Vergnügen für alle Fans von düsterer Spannung und filmreifer Action!
(Quelle)

Cover/Aufmachung
  Sehr atmosphärisch gehalten hat dieses Cover seinen Platz in meinem Regal redlich verdient. Das Farbschema gefällt mir unheimlich gut und passt ganz hervorragend zu meinen Vorlieben. Die diversen Silhouetten, die mitunter erst im Laufe des Buches Sinn ergeben, tun ihr übriges. Ein schönes Cover! Einziger Kritikpunkt: Ich mag das Papier nicht. Ich verstehe durchaus, dass man beim Papiergewicht bei knappen 800 Seiten Abstriche machen muss, dennoch hat mir das Papier einfach nich zugesagt. 
 

Inhalt/Geschichte
  In einer Zeit, in der es die Götter auf die Erde zurück verschlagen hat, benötigt es einiges, ein Atheist zu sein. Dieser Atheist, Malleus Bourreau, ist Interpol-Ermittler, der sich vorzugsweise auf die Fälle stürzt, in welche die Entitäten verwickelt sind - oder von denen das zumindest behauptet wird. Denn bisher hat sich keine der sogenannten Götter gegenüber Malleus glaubhaft gezeigt.
So kommt es also, dass der Ermittler sich um diese Fälle kümmert, die seine Kollegen wegen den blinden Glaubens nicht übernehmen können oder wollen.
  Was der Raub einiger Artefakte allerdings auslöst, hat der Ermittler nicht erwartet. Und auch nicht, dass er bei der Auflösung des Rätsels ungewollt mit seiner gut weggeschlossenen Vergangenheit konfrontiert werden wird. 
 
Das Buch ist unterteilt ins 10 Episoden. Diese müssen nicht am Stück gelesen werden, beinhaltet doch jedes Kapitel einen eigenen Auftrag, doch zieht sich der Hauptplot kontinuierlich durch die Geschichte. Innerhalb der Episoden haben wir drei verschiedene Personen, die wir begleiten dürfen, so dass die, für mein Empfinden doch recht langen, Kapitel immer wieder aufgebrochen werden und sich damit flüssiger lesen lassen. 
 
Manch einer mag sich bei der Thematik des Buches auf den Schlips getreten fühlen, wenn es um die "eigene" Entität geht, für mich jedoch bot das Buch einige Stunden guter Unterhaltung (immerhin hat es mich fast einen ganzen Monat begleitet). Mal durch Spannung, Action oder auch Humor. Das Buch hat mich abholen können und es geschafft, auch bei den 784 Seiten keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Ich jedenfalls hoffe darauf, dass wir Mister Bourreau bald wieder begleiten dürfen.
 
Charaktere
  Über die Person, die ich persönlich als meinen heimlichen (Anti-)Helden des Buches erkoren habe, erfahren wir (leider?) kaum etwas, nicht wie bei den anderen Charakteren. Gerade über Bourrau erfahren wir das ein oder andere, wenn auch nur andeutungsweise, so dass der Charakter selbst stets seine Geheimnisse bewahrt und interessant bleibt für den Leser.
Insgesamt mochte ich die Charaktere dieses Buches gern, wenn ich auch glaube, dass ich mit niemandem von ihnen Freundschaft schließen könnte.


Schreibstil/Übersetzung
   Mitunter brutal und an der ein oder anderen Stelle recht blutig ist Markus' Schreibstil mit Sicherheit nicht für jedermann geeignet. Ich kenne mindestens eine Person, die damit nicht sonderlich gut zurecht kommt (liebe Grüße an dieser Stelle), so dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wie er/sie damit zurecht kommt. Für mich selbst war das Buch angenehm zu lesen und auch die oben erwähnten Szenen haben mich keineswegs gestört. Lediglich in einem Kapitel gegen Ende sind mir doch einige Tippfehler und/oder zusätzliche Buchstaben begegnet, was mir mitunter ab und an die Lust am Lesen kurzzeitig vermiest hat - die Geschichte und meine Neugierde haben das aber schnell vergessen lassen. 



Eine interessante Idee, auf deren Fortsetzung ich gerne warte. Definitiv lesenswert.