Donnerstag, 23. August 2012

Einkauf und Ärger

Gestern war ich mit Sam in Stuttgart, um einzukaufen. unser Ziel war der Beta in Stuttgart, in welchem man ausschließlich asiatische Lebensmittel bekommt. Also haben wir uns erstmal eingedeckt - und das ausschließlich vegan. In unseren Einkaufswagen wanderten diverse Mochi (Klebreiskuchen, sehr lecker aber manch einer kann die Konsistenz nicht ab), außerdem Klebreismehl, Kokosmilch, Anko (gezuckert in diesem Fall. Anko ist eine Paste aus Roten Bohnen. Die gesüßte Variante wird - logisch- oft für japanische Nachspeißen benutzt) und Teriyaki-Soße. Das hat erstmal gereicht, obwohl wir noch viel viel mehr hätten kaufen wollen :)

Vieles davon wird am Sonntag, wenn wir unser Ero-Lolita-Treffen bei Sam haben, Verwendung finden. Für dieses Treffen habe ich heute auch schon begonnen, mir neue Bloomers zu nähen, ich denke, im Laufe des morgigen Tages werde ich die noch fertig stellen und euch präsentieren.

Nun war ich gerade noch mit meinen Eltern einkaufen. Zunächst sei erwähnt, dass ich gerade versuche, ein wenig abzunehmen und daher auch auf meine Kalorienzufuhr achte. Das allein passt meinen Eltern schon nicht. Scheinbar sehen sie darin eine Gefahr. Nun gut.

Darüber hinaus versuche ich ja immer weiter, mich von vegetarisch auf vegan umzustellen - und das mit Möglichkeit so schleichend, dass auch meine Eltern diesen Schritt endlich akzeptieren können. Bisher ist das leider nicht der Fall und mei Vegetarismus wird schon als "abnorm" betrachtet. So durfte ich mir heute wieder anhören, was ich denn "mit dem ganzen Soja-Zeug" wolle.

Und immer wieder versuchen sie, mich zu überzeugen, doch zumindest Geflügel zu essen. Es macht mich traurig, dass ich jeden Tag sehen muss, wie sie mit Scheuklappen durchs Leben gehen. Ich akzeptiere ihren Lebensweg und ihre Ernährung - warum können sie das bei mir nicht auch tun?

Scheinbar freuen sie sich nicht darüber, dass ich darauf achte, mich ausgewogener zu ernähren und wieder öfter auf Tofu und Soja zurückgreife, anstatt mich wochenlang ausschließlich (!) von Äpfeln oder Kartoffeln zu ernähren.
Vielleicht kann mir das jemand erklären? Ich würde meine Eltern gern verstehen. Erklären können sie es mir nicht.

Darüber hinaus wurde mir wieder mal die Merkwürdigkeit mancher Menschen vor Augen geführt. Während ich in der Obst- und Gemüseabteilung stand, um für die Tiere und mich auszuwählen, wurde ich von einer älteren Dame gerufen. Ein zögerliches "entschuldigung" in diffuse Richtung. Ich dachte nicht, dass sie mit mir spricht, also hörte ich weiter Musik und widmete mich meinem Einkauf. Nachdem sie mich dann noch etwas energischer mit "Entschuldigung!" ansprach, trat ich zu ihr (sie stand am anderen Ende des GangeS) und ohne dass sie mir einen Blick gewährte, meinte sie nur: "wird auch zeit und Sie sollten keine Musik hören! Da sind Pflaumen auf den Boden gefallen, heben Sie die sofort auf!" Zwar entschuldigte die "Dame" sich dafür, mich für eine Angestellte gehalten zu haben, andererseits muss ich mich bei solchen Ereignissen ernsthaft fragen, was sich diese Leute denken, wenn sie so mit anderen Menschen umgehen...

Beim Einkaufen in einem relativ großen und meines Wissens nach bundesweiten Einkaufsladen läuft derzeit eine Aktion, die ich eigentlich recht schön finde und die auch in der Werbung propagiert wird: für 5€ Einkaufswert bekommt man 4 Sticker von Wildtieren. Das Ganze geschieht wohl in Kooperation mit der WWF und es gibt insgesamt 180 von diesen Stickern. Mittlerweile weiß sicher der ein oder andere, von welchem Einkaufsladen ich spreche und ich möchte euch bitten: Wenn ihr die Dinger nicht haben wollt - ich schon! Solltet ihr dort also einkaufen und an mich denken, könnt ihr mir die gern mitbringen/zuschicken/wasauchimmer. Würde mich sehr freuen :)

Damit habe ich für heute wohl genug unsinniges Zeug gebrabbelt und wünsche euch noch einen schönen Abend.

Kommentare:

  1. Hm~ das ist ja blöd mit deinen Eltern, dass die das nicht verstehen wollen >< Aber sind halt noch eine andere Generation...da ist Vegetarismus ja schon net normal...einfach dein Ding durchziehen, irgendwann sehen sie schon ein, dass du so isst ;) Und lies mal da mit http://morethanjustgoth.blogspot.de/ sie postet auch Sachen zum Leben als Veganerin (unter anderem)...sehr interessant ^^ *werbung macht*

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  2. Danke für den Link :) Werd ich mir gleich mal ansehen, der Titel klingt ja schon gut ;)
    Ich lass mich davon nicht abbringen, was ich für mich als richtig erachte - ich finde es nur traurig.

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  3. Das ist wirklich schade mit deinen Eltern. Ich verstehe auch nicht, warum es das Problem von anderen (egal wem) ist, was man isst? Das betrifft sie doch nicht, anders wäre es, wenn man verlangen würde, dass SIE sich so ernähren. Aber ansonsten sollte doch jeder Essen worauf er Lust hat/wovon er überzeugt ist. Nur, weil ich Tomaten mag und ich relativ viele Leute kenne, die keine mögen, sage ich ja auch nicht: "Spinnt ihr? Warum esst ihr nicht XY (z.B. Tomaten)? Das toleriere ich nicht, denn ich esse XY." Vielleicht kannst du deinen Eltern ja dieses Beispiel mal näher bringen.
    Als kleinen Hoffnungsschimmer für dich. Als ich mit 9 das erste Mal anfing mich vegetarisch zu ernähren, war besonders mein Vater sehr intolerant und verspottete mich ständig, besonders wenn wir auswärts essen gingen. Das hielt auch sehr lange Zeit so an. Ich weiß nicht genau warum, aber mittlerweile isst er selbst weniger Fleisch und häufig vegetarisch und unterstützt meine Einstellung. Meine Mutter ernährt sich fast ausschließlich nur noch vegetarisch. Es kam einfach so mit der Zeit, weil sie neugierig wurden, was ich da so esse, auch mal probiert haben und wohl festgestellt haben, dass Ernährung nicht bei Fleisch anfängt und bei Fleisch aufhört, sondern etwas vielseitiges ist, ohne Kastendenken "Nur mit Fleisch ist das ein richtiges Essen, auch, wenn das total engstirnig und unvielseitig ist". Bis es soweit kam, hat es allerdings viele Jahre gedauert, also vielleicht geht dein Plan mit dem langsamen eingewöhnen ja auf. Ich bin übrigens auch auf dem schleichenden Weg zur Veganerin ;)

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    1. Hei Meli :)

      Ich dachte eigentlich, dass sie sich allmählich daran gewöhnt haben - schließlich lebe ich nun ja schon wirklich lang genug vegetarisch.
      Anscheinend funktioniert das alles aber nicht und ich darf mir immer wieder anhören, dass Fleisch doch so gut schmeckt und Tofu (z.B.) nach nichts. Es ärgert mich.

      Es ärgert mich, dass ich als militant betitelt werde, weil ich heute mit einem "das riecht abartig" reagiert habe, als mein Vater mir geräucherte Wildschweinsalami unter die Nase hielt. Ich mag diesen Geruch nicht.
      Bin ich deshalb militant?

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  4. Mmmh diese Widersprüchlichkeit. Sie selbst sagen, Tofu würde nach nichts schmecken. Du bist militant, weil du findest, dass die Salami eklig riecht. Hast du sie schon darauf hingewiesen, dass das, was sie machen, nichts anderes ist? Und dass sie das viel häufiger machen? Von sich aus, ohne dass du es ihnen unter die Nase hältst? Während du dich nur äußerst, wenn man sich dir provokant aufzwingt.

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  5. Ja, das habe ich. Meist wird dann das Thema gewechselt. Und ich bin eigentlich dazu übergegangen, das Thema Ernährung einfach insgesamt aus unseren Gesprächsthemen zu streichen.

    Genauso wie: In eurer Zahnpasta ist Zucker drin, im Brot werden mitunter Schweineborsten verbacken, eure Seife besteht zum Großteil aus Tierknochen etc.

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  6. also erstmal: die teriyakisoße macht man selbst xD das kauft man nicht das is soooo einfach wie nur irgendwas.

    dann muss ich ehrlich sagen ich kann deine eltern schon etwas verstehn. denn ich hab schon so oft mitbekommen wie veganer sich dann irgendwelche tabletten reinschieben mit den inhaltsstoffen die ihnen wegen des fehlenden fleisches etc. fehlen und DAS finde ich auch alles andere als gesund. allerdings macht das natürlich auch nicht jeder so und solange du auf dem wirklich gesunden weg bleibst ist das ja eig auch nicht weiter verwerflich. mach einfach so weiter und irgendwann müssen sies ja wohl mal einsehen dass eben das isst was du willst.

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  7. Zum Teriyakieinwand: 1.) war es so billiger, als die selbst herzustellen.
    2.) war ich schlecht weg zu faul, weil ich heute eh den ganzen Tag in der Küche stand oder anderweitig unterwegs war.

    Es gibt eigentlich nur einen Stoff, der supplementiert werden muss, und das ist B12. Übrigens: Die meisten B12-Mangelfälle tregen unter Fleischessern und nicht unter Vegetariern/Veganern auf. Ergo: die vegane Lebensweise ist im Prinzip deutlich gesünder - was, wie ich vermute, einfach auch damit zusammen hängt, dass diese "Randgruppe" sich intensiver mit dem Essen beschäftigt.

    Aber ich will kein Moralapostel oder sonstwas sein. Wollte das nur eben "richtig stellen"

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