Montag, 3. September 2012

Ist doch nicht so schlimm....

"Solche Sachen müssen sein und dienen nur dem Wohl des Menschen!"

Bie meiner gestrigen Surf-Orgie bin ich auf einige Internetseiten gestoßen, auf denen ich solche und andere Sätze gelesen habe - in Bezug auf Tierversuche, gerade im medizinischen Bereich.

"Die können gar nicht so schlimm sein!" Tatsächlich? Ich habe eine Internetseite gefunden, auf welcher einige Versuche beschrieben werden. Hier ein Auszug:
Dokument Nr. 3

Versuchsbeschreibung: Auf den Schädel von Totenkopfäffchen wird unter Narkose mit Dentalzement und vier rostfreien Stahlschrauben eine Plattform montiert. Die Plattform ist mit zahlreichen Führungsröhren ausgestattet, durch die kleine Löcher in den Schädel der Tiere gebohrt werden. Durch diese werden Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns gesteckt. Mit einem auf dem Schädel befestigtes Gerät können die Elektroden durch Drehen einer Schraube weiter in das Gehirn vorgeschoben werden. Ein weiteres Gerät wird auf der Plattform verankert, mit dem bei Lautäußerungen die Vibrationen des Schädels gemessen werden können. Schließlich wird ein übertragungsgerät auf die Plattform gesetzt, welches die Hirnströme über eine der Elektroden registriert.
Nach dem Erwachen werden die Affen in Primatenstühle gesetzt, der Kopf wird festgeschraubt. Die Elektroden werden mit einem Schraubenzieher ein kleines Stückchen weiter in das Gehirn hineingedreht. Anschließend werden die Tiere zurück in ihren Käfig gesetzt, wo sie zusammen mit ihren Artgenossen kommunizieren. Verhalten und Lautäußerungen werden mit einer Videokamera und einem Mikrophon aufgezeichnet. Gehirnströme und Vibration des Schädels werden gemessen. Täglich werden zwei Versuche à 15 Minuten durchgeführt. Schließlich werden die Tiere mit einer überdosis eines Barbiturates getötet. Das Gehirn wird herausgeschnitten und untersucht.
Quelle

Kaum schlimm, oder? Was stellen wir Menschen uns doch dämlich an...
Auf der besagten Internetseite findet ihr noch mehr "Versuchsbeschreibungen", die einem teilweise die Tränen in die Augen treiben. 

Leider hört es bei Tierversuchen nicht auf, es gibt so viele Missstände hier und weltweit. Mir ist klar, dass ich in einem Land, in dem es nicht mal Menschenrechte gibt, nicht mit Tierschutz anfangen kann, denn dort ist Leben allgemein nichts wert. Aber wir hier können etwas tun, können uns informieren.

Ich will euch noch zwei Petitionen ans Herz legen, die zu unterschreiben nicht lange dauert:
Keine Bürgschaften für Legebatterien!
Gegen die Massentierhaltung

Danke schonmal.

Was will ich also mit diesem Post bezwecken? In aller erste Linie will ich nochmals sensibilisieren für das Thema. Möchte nochmal vor Augen führen, welch unsinnige Versuche durchgeführt werden, um Dinge herauszufinden, die sich auch per Computersimulation oder in vitro nachvollziehen lassen. Statt dessen wird unnötig Leid und Tod produziert. Die so gewonnenen "Ergebnisse" sind übrigens nicht übertragbar auf den Menschen. Super, was?


Beenden möchte ich diesen Post mit einer deutlich besseren Nachricht: Ich bessere mich. Meine Ernährung stellt sich immer weiter um, Milch- und Milchprodukte, sowie Eier stehen jetzt schon seit gut 3 Wochen gar nicht mehr auf dem Speiseplan.
Es wird :)

Kommentare:

  1. Das Traurigste ist eigentlich, dass die Meisten kurz betroffen sind und es dann nach 3 Minuten wieder vergessen und so weitermachen wie zuvor...
    Es ist so schrecklich, dass die Meisten ihre Augen verschließen. Und, dass viele jegliche Sensibilität verlieren und nichts mehr nachvollziehen können, was sie nicht selber betrifft - "kann ich mir nicht vorstellen, also kann es nicht so schlimm sein."

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    1. Da stimmt ich dir voll und ganz zu! Man liest "oh das ist schlimm!" und greift direkt wieder zum tierversuchsgetesteten Maskara, zum Wurstbrötchen etc.

      Vielleicht fehlt unserer Gesellschaft zu großen TEilen einfach eine gewisse emotionale Intelligenz und Empathie. Traurig. Einfach traurig.

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    2. Ich habe mal einen Bericht gesehen, in dem es hieß, dass der Mensch seinen Bezug zur Umwelt verliert, je stärker getrennt er von ihr aufwächst. D.h. dass Kinder, die oft Kontakt mit Tieren hatten, diese auch eher als gleichwertig betrachten und sich somit hineinversetzen können, als Kinder, die ausschließlich in der Stadt waren, nur vor dem Fernseher saßen usw. Je weniger Natur-/Tierkontakt, desto schwächer die Emotionen diesen gegenüber... "nur" ein Haustier reicht bei den meisten leider nicht aus.
      Das Schlimme daran ist eigentlich, dass andere Spezies nichts dafür können, dass die Menschen abgestumpft sind! Nur weil ein Mensch keinen Bezug hat und keine logische Schlussfolgerung ziehen kann ("Was mir wehtut, tut einem gleichwertigen Wesen mit den gleichen Schmerzen gleich weh!"), heißt das nicht, dass es den Tieren weniger wehtut, sie weniger leiden oder dass sie weniger misshandelt werden, nur, weil man selbst nicht sieht, dass man SELBST der Verursacher ist.

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  2. Vermutlich reicht "nur" ein Haustier nicht aus, weil ja ein Schwein, Rind oder was auch immer kein "Haustier" in dem Sinne ist.

    Nicht zu vergessen, dass viele Leute einfach "vergessen", woher das Fleisch (z.B.) kommt - "ich kauf es im Supermarkt, da musste nichts für sterben".
    Das ganze kommt meist in einem Atemzug mit "Aber die wurden ja dafür gezüchtet" - leiden diese Tiere deswegen weniger?

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    1. Diese endlose Trauerschleife, bei der ich mich jedesmal Frage, wie weit sich die unendliche Dummheit und Gedankenlosigkeit der meisten Menschen denn noch erstreckt.

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