Donnerstag, 3. Januar 2013

Punkt 85 - erste Selbstzweifel?

Hei ihr Lieben,

wie ihr wisst, führe ich ie tolle 101-Liste tapfer weiter. Nun bin ich sie heute nochmals durchgegangen und habe dabei festgestellt, dass mich ganz gravierende Selbstzweifel überfallen, insbesondere in einem Punkt - Nr. 85. Ein Buch schreiben.

Nun, das Schreiben ist kein Problem. Ich habe schon mehrere Geschichten geschrieben, die längste davon fasste insgesamt 390 Seiten. Nun gehört für mich in diesen Schritt aber auch, das Buch an Lektoren zu schicken und es vielleicht, mit etwas (viel) Glück auch veröffentlichen zu können. Und hier fängt mein großes Problem an.

In meinem Kopf steht der grobe - ganz grobe - Leitfaden der Geschichte, auch die Hauptpersonen und einige der Schauplätze haben in meiner Fantasie schon eindeutige Form angenommen. Im Prinzip steht mir nichts mehr im Weg - oder doch?

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll und ich weiß weiter nicht, ob ich es wagen soll. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das alles durchziehe, wenn ich schon jetzt an mir selbst zweifle? Soll ich die Geschichte aufteilen? Zwei Teile könnte ich problemlos daraus machen - aber zwei Teile ist blöd, drei sollten es bei einer Reihe schon mindestens sein. Aber bekomme ich 3 Teile hin, ohne dass es langweilig wird? Schaffe ich auch nur eine Seite, ohne dass sich ein potentieller Leser langweilt?
Wie verkrafte ich die Kritik? Wie verkrafte ich es, wenn ich überall abgelehnt werde? Und möchte ich wirklich allen Menschen die theoretische Chance geben, an meiner kleinen, intimen Fantasiewelt teilzuhaben?
Woher bekomme ich denn unabhängige Leute, die im Ernstfall das Manuskript lesen? Leute, die mir fremd genug sind, um mir ihre ehrliche Meinung zu sagen und gleichzeitig so vertraut, dass ich ihnen mein unveröffentlichtes Werkt anvertrauen kann?

Fragen über Fragen. Zweifel über Zweifel. Sollte ich mir vielleicht doch einen alternativen 85. Punkt für meine Liste aussuchen? Oder mich doch endlich daran machen, meine sämtlichen Zweifel über Bord werfen und tun, was mir schon seit gut und gern 4 Jahren im Kopf herumschwirrt? Ich wollte das schon so lange in Angriff nehmen und nun, da ich gerade anfangen wollte zu schreiben, die ersten Sätze schon getippt, fange ich an, zu zweifeln. Was tut man dagegen? Sich Leute suchen, denen man immer wieder eine SMS schreiben kann "Ey es ist mal wieder so weit?" und man bekommt eine Standartmäßige Antwort "Doch, du kannst das, ich glaube an dich!" ? Irgendwie erscheint mir das nicht richtig zu sein.

Das fängt ja gut an. Was also machen gegen Selbstzweifel?

Kommentare:

  1. Nur zwei Sätze: Das Leben ist zu kurz für verpasste Chancen! Glaub an dich - denk immer daran, dass du es sonst am Ende bereuen könntest, es nicht gewagt zu haben! :-)

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    1. Damit hast du wohl recht - ich bereue ja auch immer wieder, Geschichten nicht geschrieben zu haben, als ich die Idee dafür hatte... Hm....

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  2. Liebes, ich hab den Punkt auch auf meiner Liste, wie du ja weisst, und ich kenne die Selbstzweifel sehr gut!
    Was dagegen tun. Ich glaube, ein 1. Schritt ist, sie anzunehmen. So ist es grad. Ich weiß nicht, ob du in irgendeiner Form was mit Spiritualität/ Glauben anfangen kannst. Aber darüber zu schreiben, es niederzulegen und um Hilfe zu bitten, um mit deinen Selbstzweifeln umzugehen, könnte ein Weg sein...
    Zum Zweiten: Ich habe aus meiner Diplomarbeit ein Buch gemacht... So was entsteht in Etappen. Fang von vorne an, tu den ersten Schritt. Du must nicht druckreif schreiben. Die Überarbeitung kann im Nachhinein folgen. Ich sehe das immer auch bei den Artikel, die ich blogge. Am Anfang stehen 1000 Stichworte, Formulierungen, Sätze, Ideen da, aus denen nach und nach etwas wird, das ich mir erlaube zu veröffentlichen! ;)
    Erlaube dir, NICHT perfekt zu schreiben, sondern die Geschichte als Rohdimant rauszukommen - ungeschliffen, aber deine. Und stell dich drauf ein: Es wird immer wieder diese Up´s und Down´s geben - das ist völlig normal.
    Wenn die Muse da ist, lass sie kommen. Wenn nicht, gib ihr Zeit, schreib Ideen auf, einzelne Szenen, selbst wenn du sie nie aufnehmen wirst. Gib dir die Zeit, die es braucht.
    Du kannst den Punkt immer noch streichen, wenn du merkst, das ist es nicht, aber ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Er begleitet dich zu lange und wird es weiter tun, wenn du es nicht versuchst. Wenn du da durch gehst und wirklich merken solltest, dass es nichts für dich ist, ist es aber dann auch möglich Abschied zu nehmen. So wird dich die Idee immer wieder verfolgen...
    Aber sei authentisch bei dem, was du schreibst. Ich hab oft versucht über Sachen zu schreiben, von denen ich nichts verstehe, wollte intellektuell oder sonst was sein. Das hat keinen Wert. Sei du - mit allen Zweifeln!
    Sorry für den Roman, aber es ist halt voll mein Thema - könnt´ mich so an die eigene Nase packen! ;)

    Drück dich und wünsch dir einen gangbaren Weg damit,
    Momo

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    1. Hei,

      ja das ist ein Roman ;) Aber er ist hilfreich, wie ich finde. Ich neige dzau, mich gleich zum Perfektionismus zu zwingen - es muss beim ersten Anlauf klappen und dabei perfekt sein. In meinem Kopf zumindest, denn anderen gelingt doch auch immer alles sofort - so zumindest denke ich.
      Ich bin auch nicht auf die Idee gekommen, einzelne Szenen aufzuschreiben - ich muss "im Fluss" schreiben, da kann es doch nicht sein, dass ich zwischnrein Pause mache! Am Besten wäre es, ein komplettes 500 Seiten Buch in zwei Tagen druckreif zu schreiben ;) Ist die Frage: sind es die Selbstzweifel oder der selbstauferlegte Drang zum Perfektionismus?

      Ich finde es schön, dass es da noch andere gibt, die ähnlich denken ;)

      Halt mich auf dem Laufenden, was dein Buch macht :D

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    2. Die Erwartungen sind es definitiv! Ganz ehrlich: Das packt keiner, und wenn, dann wäre er manisch, was ich dir nicht wünsche! Es fängt ja meistens mit ner Person, ner Szene oder nem Dialog an, irgendein Fragment, das dir im Kopf rumspukt. Schreib´s auf. Mach ne Datei, eine Kladde und sammle. Schreib bewusst - sizusagen als Übung - "scheisse" bzw. so, wie´s halt grad rauskommt. Dann füllt sich plötzlich Seite um Seite! Vielleicht hilft dir Julia Camerons Buch: http://www.amazon.de/Der-Weg-K%C3%BCnstlers-Julia-Cameron/dp/3426874377/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1357246598&sr=8-2 Ich fand es sehr aktivierend. Kenne das ja selbst mit den hohen Ansprüchen. Darüber vergisst man schnell, worum´s beim Schreiben geht: Freude! :)
      Mein Buch... Ich habe es mir bewusst offen gelassen, ob ich das überhaupt veröffentlichen will. Ich möchte in erster Linie für mich schreiben. Und vielleicht wird was draus, das ich veröffentlichen will. Aber mit der Intention zu schreiben, finde ich schwer... Das würde mir nen ziemlichen Druck machen. Und ich hab schon viel aus Druck gemacht. Selbst wenn´s gut werden würde: Ich möchte nicht diese Leere am Ende, wenn du etwas Tolles gemacht hast, Feedback erhältst und dich fragst: "War das alles? So fühlt sich das an, veröffentlicht zu haben?"

      However, wir sind ja im Kontakt... Be kind with you! <3
      Momo

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    3. Ich weiß, dass die Erwartungshaltung an mich selbst total bekloppt ist. Ich würde es auch gern einfach abstellen, denn mir ist ja auch bewusst, dass es bei anderen eben auch nicht so ist - die schnippen nicht mit den Fingern und alles funktioniert reibungslos ;) Das weiß ich. Zumindest, wenn ich rational an die Sache rangehe.
      Ich weiß blöderweise eben nur, wie das ganze ausgehen soll. Aber eine Datei, einfach losschreiben und Szenen zusammenpacken, ich denke, das ist eine gute Idee. Vielleicht kommt ja doch noch was bei raus.

      Ich habe schon mal ein paar Geschichten veröffentlicht, allerdings waren das FanFictions auf einer Internetplattform - ich weiß noch, dass ich viele liebe Kommentare bekommen habe und mich unheimlich darüber gefreut habe.

      Ich denke, ich bin wieder ein wenig zuversichtlicher. Nicht unbedingt viel, aber ein wenig :D Und ich werde auf jeden Fall deine Tipps mal annehmen - und hoffen, dass sie für mich praktikabel sind :)

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  3. Schritt für Schritt. Du findest schon raus, was für dich funktioniert und was nicht! Und hey: Du hast Leser. Und die tun dir keinen Gefallen, sondern sie lesen hier, weil sie es wollen! ;)

    Ich kann nur von mir reden: Das Thema "Perfektionsimus" geht mit den Jahren nicht weg. Aber ich habe das Gefühl, mich dabei besser zu behandeln und mich öfter zurückzupfeifen, wenn ich´s übertreibe. Vielleicht kannst du dir vorstellen, dass es in der Zukunft eine Nezumi gibt, die mit dem Thema schon ein Stück weit besser umgehen kann. Die guckt dir lächelnd zu und weiß, dass du dein Ding machen wirst! :)

    LG, Momo

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    1. Das stimmt wohl - wobei man ja nie weiß, warum die Leute mit lesen ;)

      Und ob sie lächelt oder mich auslacht, wird sich noch zeigen ;) Ich werde versuchen, mich ein wenig zurückzuhalten und zu akzeptieren, dass es eben nicht in der Geschwindigkeit funktioniert, die ich mir wünsche - ein Buch schreibt sich nicht in zwei Tagen, eine Sprache lernt man nicht mit zwei Unterrichtseinheiten und auch im Tae Kwon Do werde ich nicht innerhalb eines halben Jahres meinen 1. Dan machen. Also übe ich mich in zurückhaltung. Wer weiß, vielleicht bringt es ja etwas, wenn ich mir immer wieder sage "Ich weiß, dass es jetzt so ist, ich akzeptiere das und jetzt mache ich weiter - ruhig."

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    2. Naja, sie lesen sicher niht mit, weil sie gerne ihre Zeit verplempern wollen!!
      Und die große Nezumi lacht dich sicher net aus. Das ist ja so was wie der "die weise Alte" in dir... Klingt vielleicht komisch, aber sie ist dir sicherlich wohlgesonnen. Und sollte sich wirklich rausstellen, dass du nie druckreif schreiben wirst (das kann ja immer noch bedeuten,d ass du gut schreibst und Spaß dran haben kannst) - wird sie sicher die Erste sein, die dich genauso akzeptiert! Naja - however. Du wirst deinen Weg schon gehen, auch wenn es manchmal total abwegig scheint. Im Nachhinein schaust du zurück und wirst lächeln,w eil du einiges gelernt und an vielem gewachsen bist...
      Drück dich, Momo

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    3. Hei,

      ich denke doch auch, dass ich eigentlich nur daran wachsen kann - sei es nun, weil ich diesen Traum endlich abhken kann, endlich sagen kann "Naja, ich habs ja versucht" oder dass ich wirklich irgendwann da stehe und sagen kann "Wow. Ich habs geschafft!"

      wie war das? Und wenn es auch nur eine Person gibt, die dein Buch liest und sich daran erfreut, dann ist es doch die Mühe wert?

      Ich darf mich nicht hetzen. Ich habe Zeit.

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  4. Ich kann dazu nicht soviel schreiben, wie ich gerne würde, weil ich mich da schlecht ausdrücken kann.
    Aber: Es ist in Ordnung, Angst zu haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Neues ist erstmal potentiell böse. Die Angst kannst du nehmen, anschauen und akzeptieren - sie ist ganz natürlich. Lass dich von ihr aber bitte nicht davon abhalten, das zu tun, was du dir wünschst.
    Und ich glaube wirklich, dass du das Potential dazu hast, das durchzuziehen.
    So. :)

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    1. Vielen lieben Dank fürs Mutzusprechen <3 Angst akzeptieren - leider nicht ganz so einfach, ich denke, das weiß jeder. Aber ich werde es versuchen. Ich kann an so einer Erfahrung nur wachsen.
      Danke <3

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