Dienstag, 5. November 2013

[Buch-Rezension] Das Wunder auf 4 Pfoten

Das Wunder auf vier Pfoten
Julia Romp
Taschenbuch: 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: A Friend Like Ben
ISBN-10: 3-442-37852-4
ISBN-13: 978-3-442-37852-4

Buch kaufen

Buchrücken:
Die berührende Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft

Der 9-jährige George ist schwer autistisch, keine Therapie scheint zu helfen. Ein kleines Wunder geschieht, als seiner Mutter Julia ein halb verhungerter Kater zuläuft. Sie pflegt ihn gesund und bald gehört Ben - wie das Tier getauft wird - zu ihrer Familie. Ben ist das erste Wesen, mit dem George spricht und spielt, endlich vermag der Junge Fuß in der Welt zu fassen. Aber dann verschwindet der Kater spurlos - und Julia weiß: Für ihren Sohn muss sie Ben wiederfinden. Sie startet eine unglaubliche Suchaktion...

Meinung:
Ich bin ein Katzennarr. Wer mich kennt, weiß das und weiß auch um meine kleine persönliche Katzensammlung. Als mir also meine Grinsemietz mir dieses Buch zeigte, wollte ich es unbedingt lesen und so lieh sie mir es aus. Vielen Dank an dieser Stelle, Liebes!

Nun zum Buch. Zunächst sei erwähnt, dass der Buchrücken eine deutlich spannendere Geschichte verspricht, als sie uns erwartet. Aber schließlich liegt uns hier auch kein Buch vor, das der Fantasie einer Person entspringt sondern einfach dem Leben. Da lässt sich nunmal kein Plot schmieden.

Viele Dinge, die an George beschrieben werden, kenn ich von mir selbst, denn ich war als Kind ganz ähnlich - ich wollte nicht angefasst werden, ich wollte nicht mit Leuten reden und ich wollte nicht, dass sie mich ansehen. Mittlerweile hat sich das alles geändern und auch bei mir waren nicht zuletzt meine Katzen eine große Hilfe, aus meinem Loch herauszukommen und mich auftauen zu lassen.

Wir erfahren hier viel über die Schwierigkeiten und Zweifel der Mutter - ob es ihre Schuld sei, ob ihr Kind glücklich ist und warum sie ihm nicht die selbe glückliche  Kindheit bieten kann, wie sie selbst sie erlebt hat.
George lebt in seiner eigenen kleinen Welt und zeigt auch keinerlei Absichten, diese zu verlassen - bis der Kater Ben auftaucht und eine Brücke schlägt zwischen George und seiner Mutter. Über die Katze lernen die beiden miteinander zu kommunizieren, finden sie Zugang zueinander und George hat endlich eine Möglichkeit gefunden, Zuneigung zu zeigen und zuzulassen.

Eine berührende Geschichte, die dann ihre Wende erlebt, als der geliebte Kater verschwindet und George wieder in seinem schwarzen Loch verschwindet. Die Hoffnung aber nie aufgebend, sucht Julia weiter. Sie sucht und sucht und sucht. Ob sie ihn findet? Hm...

Obwohl die Geschichte wirklich bewegend ist, zeigt, welche Schwierigkeiten Julia überwinden muss und immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert, muss ich jedoch eines bemängeln: Es ist mitunter sehr sehr langatmig. Man hätte das Buch bestimmt um 50-70 Seiten kürzen können und hätte nichts von der Intensität des Buches genommen.

Eine Bewertung fällt mir schwer - vielleicht passte auch einfach meine Stimmung gerade nicht zu dem Buch. Es ist eine schöne Geschichte, von der ich nicht bereue, sie gelesen zu haben - aber keine, die ich in meinem Bücherregal stehen haben muss.


Kommentare:

  1. Hallo Michelle.
    Meine Jugend hielt sich anders, aber auch ich war über die Jahre nach Innen gekehrt. Lesen, meine Bucht. Schreiben brachte mich dann raus. Ich denke Du hast einen ähnlichen Weg genommen.

    bonté

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja das denke ich auch. Es ist erstaunlich, wie viel leichter Worte sich schreiben als sagen lassen. Schwierige Themen habe ich auch schon immer lieber via Brief geklärt, als im Gespräch. Und das ist auch heute noch so.

      Löschen