Dienstag, 12. November 2013

[Buch-Rezension] Frostblüte

 Frostblüte
Zoë Marriott
Taschenbuch: 464 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: FrostFire
ISBN: 978-3-551-31270-9


Buchrücken:
Frost lässt keinen an sich heran - aus gutem Grund: Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der immer dann hervorbricht und sie in eine tödliche Gefahr verwandelt, wenn sie verletzt oder von Gefühlen überwältigt wird. Als sie von Soldaten aufgegriffen  wird, die das Königreich vor Aufständischen schützen, weckt sie schnell das Interesse von Luca, dem Anführer, und das Misstrauen von Arian, seinem Leutnant. Beide Männer spüren, dass sie etwas verbirgt. Und Frost ahnt bald, dass einer von ihnen das Feuer ihrer Gefühle entfachen wird. Doch zu welchem Preis?

Meinung:
Als ich den Buchrücken las, wollte ich dieses Buch unbedingt haben - vielen Dank an Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar. 
Der Buchrücken gibt aber nur teilweise wieder, was im Buch passiert - so ist zu Beginn nichts davon zu merken, ob sich da irgendwas zwischen Frost und Arian (welcher sich zu einem meiner Lieblingscharakteren entwickeln sollte) anbahnt.

Wer bei diesem Buch den "klassischen" Werwolf erwartet, der sich in Vollmondnächten in einen Wolf verwandelt, sucht vergeblich. Frost ist auch -zumindest in meinen Augen - nicht unbedingt das, was ich als Werwolf bezeichnen würde. Sie trägt die Seele eines Wolfsdämonen in sich, der direkt nach ihrer Geburt Zuflucht in ihrem Körper suchte - welche Rolle Frosts Vater dabei spielt, erfährt man im Laufe des Buches. 

Wir haben in diesem Buch einige Handlungsstränge die aber alle nur angekratzt werden, was ich sehr sehr schade finde. Hier würde sich so viel mehr herausholen lassen aus Frosts Suche nach der Feuergöttin, ihr Kampf gegen den Wolf und letztlich natürlich auch die finale Schlacht - die auf mich so gar nicht final gewirkt hat. 
Vielleicht ergibt sich ein runderes Gesamtbild, wenn man den Vorgänger zu Frostblüte kennt, der aber - zumindest meinen Studien nach - nicht in Deutschland erschienen ist. Schade! 
Ob es einen Nachfolger zu diesem Band geben wird, weiß ich nicht, aber ich bezweifle es, obwohl definitiv genug "Material" vorhanden wäre.
Für meinen Geschmack wurde hier einfach zu viel Geschichte auf zu wenig Seiten gepackt, an den falschen Stellen wurden Szenen kurz gehalten, wo an anderen Stellen Situationen unnötig in die Länge gezogen wurden. Hier wären - für mein Empfinden- zwei oder drei ausgefeiltere, intensivere Bücher besser gewesen. 

Intensität - dieses Stichwort bringt mich zum nächsten Punkt meiner Liste: den Charakteren. Hier kann man der Autorin überhaupt keine Vorwürfe oder Verbesserungsvorschläge machen. Alle Charaktere - allen voran natürlich Frost, Luca und Arian - sind wundervoll ausgearbeitet. Allerdings fehlt mir auch hier ein wenig mehr Zeit für ihre Hintergründe. 
Bei Frost erleben wir einen Charakter, der von großen Schuldgefühlen geplagt ist und dadurch bedingt, Angst vor jeglichem Kontakt hat. Sie fürchtet sich davor, denjenigen, die sie lieb gewonnen hat, Schaden zuzufügen. Erst nach ihrem Kampf gegen den Wolf erleben auch wir Frost - die eigentlich Saram heißt - als das Mädchen, das Luca schon von Anfang an ihn ihr sah. 
Luca selbst ist das, was ich gern als Zwangsoptimisten bezeichne - er wirkt auf mich, als würde er in jedem Menschen erstmal nur das Gute sehen, immer wieder wird erwähnt, dass Luca sich aufführt, als hielte er sich für unsterblich. Wie auch Frost erlebt Luca eine enorme charakterliche Veränderung, als er seinem Bruder in die Hände fällt. Leider fehlt auch hier wieder ein Stück Geschichte, denn wir erfahren nie wirklich, was genau Luca passiert ist, dass er sich in sein komplettes Gegenteil verkehrt.
Das können wir von Adrian nicht sagen. Adrian, der verschlossene, mürrische und zweifelnde Leutnant, den ich von Anfang an gern hatte - ich hab ja einen Hang zu solchen Charakteren... Auch er erfährt eine Wandlung, allerdings ist er auch weiterhin das Spiegelbild von Luca: Denn während dieser sich mehr seiner düsteren Seite zuwendet, öffnet Arian sich uns - und Frost - gegenüber immer mehr. Hier erfolgt die Veränderung in einer wundervollen, angenehmen Geschwindigkeit und wir können es hervorragend nachvollziehen. 

Vom Schreibstil her würde ich dieses Buch in der oberen Mitte anordnen. Ich habe schon besseres, aber auch deutlich schlechteres gelesen und in Anbetracht der Zielgruppe (um die 14) ist der Schreibstil hervorragend gewählt. Ich denke, dass es auch gerade für die angesprochenen jungen Menschen - allen voran Mädchen, denke ich - durchaus passend ist, dass es sie Jugendlichen anspricht. Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass für den/die ein oder andere/n die langen Kampfszenen etwas zu viel sein könnten. 

Abschließend würde ich sagen, dass wir hier ein schönes Buch für Jugendliche und junge (bzw. junggebliebene ;) ) Erwachsene haben, das aber bei mir nun, da ich es gelesen habe, nicht im Bücherregal stehen muss. Wer aber einen schönen, leichten Zeitvertreib sucht, der ist hier richtig.
Ich bereue es auf keinen Fall, das Buch gelesen zu haben.

Kommentare:

  1. "Und Frost ahnt bald, dass einer von ihnen das Feuer ihrer Gefühle entfachen wird." Bei solchen Sätzen lege ich Bücher meist ganz schnell wieder weg ^^" Ich mag Liebesgeschichten aber imo kann man Jugendbücher auch ohne eine Liebesgeschichte aufbauen...btw. mag ich deine Rezensionen voll gern auch wenn ich oft net dazu kommen meinen Senf dazu zu geben <3

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    1. Danke Liebes <3
      Ich mag solche Sätze auch nicht wirklich, aber hier hatte ich die Hoffnung, dass die Einbindung der Liebesgeschichte einfach nur zur Abrundung dient.. Naja... ^ ^"

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