Samstag, 28. Dezember 2013

[Wir lesen] "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ~Meilensteine

Hallo ihr Lieben,

ursprünglich wollte ich nach jedem Meilenstein eine kleine Pause einlegen und das Gelesene Revue passieren lassen...
Nun, blöderweise ist dieses Buch mit äußerst starken Magneten ausgestattet...

So habe ich dieses Buch mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen. Ich will euch also schnell noch schreiben, was mir zu den gesetzten Meilensteinen einfällt:

2. Meilenstein - Kapitel 5 bis 10

Ganz besonders in Erinnerung ist mir eine Sache in Erinnerung geblieben, die Hazel sagte:
"Ich bin... ich bin... Ich bin eine Zeitbombe, Mom. Ich bin eine Bombe, und irgendwann gehe ich hoch, und ich würde die Zahl der Opfer durch Kollateralschäden gern minimieren, okay?"
In dieser Situation  war ich kurzzeitig sprach- und gedankenlos, aber ich "mag" diesen Vergleich... Es ist merkwürdig, aber ich mag, wie sie das beschreibt... Wirklich..

Wir haben einen ziemlich durchwachsenen Teil des Buches durchlebt. Wir waren bei Hazels Intensivstationsaufenthalt dabei, haben mitbekommen, wie Isaac sein Auge verliert - und, wie Augustus unserer Hazel seine Liebe gesteht - welch schönes "Ende" für einen Meilenstein!

3. Meilenstein - Kapitel 11 bis 15

Langsam wird es spannend - und auch die Spannung zwischen Hazel und Augustus ist spürbar. Mittlerweile befinden wir uns im Amsterdam, um dem Auto von "Ein herrschaftliches Leiden" zu treffen. So viele Hoffnungen verbunden mit diesem Treffen... Ein Treffen, für das Hazel Augustus´ Herzenswunsch gekidnappt hat...
Drei kleine Zettelchen kleben noch im Buch..
Seite 192: "Ich glaube, man hat immer die Wahl, die man eine traurige Geschichte erzählt[...]". Nein, liebe Hazel, die hat man nicht immer. Eine traurige Geschichte ist eine traurige Geschichte. Und man kann nicht immer alles ins Humoristische ziehen. Irgendwann hilft auch kein Galgenhumor mehr.

Die Stelle, die mich zum Weinen brachte... Die Stelle, die ich gefürchtet, weil geahnt hatte und von der ich hoffte, mich geirrt zu haben auf Seite 196... Ich leuchte wie ein Weihnachtsbaum...

Und der letzte Zettel auf Seite 204.. Als gesagt wird, dass das Universum Intelligenz belohne. Nun meine Erfahrung ist eine andere und ich kenne mehr als genug Leute, die klug, aber unglücklich sind - und andersrum auch..

Dieser Abschnitt hat mich wirklich arg mitgenommen..

4. Meilenstein - Kapitel 16 bis zum Ende

Schreiben begräbt, es erhält nicht am Leben.

Okay.

Kommentare:

  1. Saikin dō, Nezumi?
    Literarisch magnetisiert zu werden ist für Leser nicht das schlechteste Schicksal, denke ich. :-)

    Ich empfinde Hazels eigenen Vergleich mit einer Zeitbombe auch nicht als merkwürdig. Ohne den Kontext erlesen zu haben, kann ich dessen Aussagetiefe erahnen. Nachvollziehen.

    Allgemein fällt mir zu tragischen Geschichten ein, daß nun nicht jede in depressiver Niedergeschlagenheit des Publikums enden muß. Kommt eher auf den Touch an, den uns die Story mitgibt. Ein Film wie 'Mary And Max' trifft da den Ton recht gut.

    Es kommt wohl darauf an wie "Intelligenz" definiert ist...

    "Welchen Zweck kann Intelligenz ohne Empathie erfüllen?!"
    (Gaelle Mutin-Mutisme)

    Sie bleibt wohl ein hohles Gefäß.

    Und noch ein Gedanke...
    "Im Grunde sind wir bereits von den Kindern unserer Enkel vergessen. Uns bleibt nur ein (!) interessantes Leben. Mit Glück in Worte verdichtet."
    (Florance Ippdit)

    bonté

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    1. Nun magnetisiert zu sein ist wahrlich nicht das schlimmste Schicksal, allerdings nicht sonderlich hilfreich in Hinblick auf die Produktivität in anderen Bereichen. Da aber meine Gesundheit ohnehin nicht viel Aktivität zulässt, ist das wohl in Ordnung.

      Und trotz dessen, was du schreibst, glaube ich nach wie vor, dass es Geschichten gibt, denen man nichts Gutes abgewinnen kann - maximal "Naja, zumindest lebt er/sie noch" - und manchmal nicht einmal das mehr. Was ist positiv an einem Leben, dass durch Gewalt geprägt und beendet wurde? Wie kann man hier die Niedergeschlagenheit des Publikums vermeiden? Ich wüsste keinen Weg.

      Die Kombination aus Intelligenz und Empathie ist ein noch viel schwereres Los, als es bloße Intelligenz ist. Gleichzeitig aber glaube ich, dass ein gewisser Grad an Intelligenz ein Mindestmaß an Empathie vorraussetzt. So zumindest meine Erfahrung. Beides in Kombination ist mehr Fluch als Segen, fürchte ich.

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    2. ...dann hoffe ich, daß sich Deine Gesundheit bald wieder fit an Deck meldet!
      Selber hatte ich das Wochenende sowas wie ein 24-Stunden-Fieber.

      Stimmt, eine Geschichte wie "Der Junge im Pyjama" kann nicht anders wie mit einem Tiefschlag für das Publikum Enden. Allein schon um zugefügtes Leid erfahrbar zu machen. Die Abscheu vor Willkür zu erregen. Anne Frank, die Weiße Rose - die Namen hinter den Schicksalen sind legion.

      Ob viele ihrer Empathie deshalb auch den Tritt in den Orcus geben.
      Gefühl & Verstand liegen wohl am besten auf der gleichen Seite der Medaillie. Daß man/frau dabei Tritten ausgesetzt wird...
      ...gelegentlich reicht ein Pflaster.
      Muß es.

      bonté

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    3. Ich hoffe es auch - wobei es gerade "nur" meine Lunge ist.. Nicht atmen können ist ein ziemlich gemeines Gefühl... Und natürlich hoffe ich, dass es dir wieder gut oder zumindest besser geht.

      Eben darum bin ich er Meinung, dass nicht immer die Wahl besteht, wie eine Geschichte erzählt wird. Unterrichte ich Freunde vom Tod eines geliebten Wesens, kann ich dies unmöglich auf lustige Art tun - das geht nicht, denn am Tod gibt es einfach nichts humoristisches.

      Wie du schon sagtest: Ein Pflaster muss reichen. Mehr wird uns nicht gegönnt - und manchmal nicht einmal das.

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    4. ..."Lunge" hört sich so aus der Ferne aber nicht gut an. Resolut auskurieren bleibt da das A&O. Bevor ich mich jetzt wie eine Doc-Soap anhöre...

      Der persönliche Verlust liegt immer auf einer anderen Ebene. Umschlingt, zerrt. All das zu negieren ist nicht so wirklich gesund. Hazel tut das?! Überspielen.

      Gelegentlich gibt's Salz, frei Haus!

      bonté

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    5. Ach, Lunge ist hier an der Tagesordnung ;) Ich gewöhne mich allmählich daran, dass ich im Prinzip ständig was an der Lunge habe ^^ Da hilft auch auskurieren nicht viel.

      Ich denke, dass es hilfreich sein kann, zu überspielen - mitunter tue ich das auch und es hilft. An anderer Stelle ist es nicht möglich.

      Salz und Pflaster - das Leben ist so gut zu uns...

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