Samstag, 22. März 2014

[Buch-Rezension] Wie Monde so silbern

   Wie Monde so silbern
Marissa Meyer
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Cinder
ISBN: 9783551582867

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Band 2



Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe?  Und war hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh...



Cover/Aufmachung

Als ich das erste Mal das Cover gesehen habe - auf einer verschwommenen Videoaufnahme - dachte ich zunächst, dass auf dem Buch silberne Wellen abgebildet sind. Mittlerweile wissen wir natürlich, dass wir hier silberne Schuhe auf dem ansonsten schwarzen Cover haben - eine kleine Hommage an das zugrunde liegende Märchen. Es ist ein wundervolles, wenn auch schlichtes Cover, das sofort das Augenmerk auf sich lenkt, wenn man es im Regal vor sich stehen sieht. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch komplett schwarz bis auf einen einzelnen silbernen Schuh auf dem Cover; auf dem Buchrücken sind in silberner Schrift Titel und Autorin genannt, so dass das Buch auch ohne Schutzumschlag noch schön anzusehen ist. Das Buch selbst ist in Bücher unterteilt, die sich mit je einer komplett schwarz bedruckten Seite und einem Zitat aus dem Märchen einleiten. Insgesamt also eine wunderschöne, unaufdringliche aber einprägsame Aufmachung des Buches

Inhalt/Geschichte

Der Buchrücken gibt nicht allzu viel preis von der Geschichte - aber wirklich nötig ist das auch nicht, denn wir wissen doch schon, was passieren wird, nicht wahr? Wir alle kennen die Geschichte von Cinder(ella) - doch diese hier ist ein wenig anders. In einer Zukunft, nach dem 4. Weltkrieg, in der sich so viel verändert hat, kann auch ein Märchen wie Aschenputtel nur unter anderen Vorraussetzungen spielen - so erhalten wir also Einblick in eine etwas dystopisch angehauchte Zukunftversion, die mir persönlich gar nicht so abwegig vorkommt.
So begleiten wir Cinder also durch ihren Alltag, der sich so plötzlich verändert, als Prinz Kai in ihrer Werkstatt auftaucht und die Blaue Pest auf verschiedenen Wegen in ihr Leben tritt. Cinders Leben verändert sich, sie wird von einer Situation in die nächste geworfen, ohne wirklich zur Ruhe zu kommen.
Das Buch ist wieder eines derjenigen, die ich unheimlich gern als Pageturner bezeichne, denn im Nu war es vorbei und - oh wie gemein - es endet so unheimlich gemein! Sofort wünsche ich mir den zweiten Teil "Wie Blut so rot" her! Jetzt sofort!

Charaktere

Natürlich ist Cinder unsere Protagonistin. Cinder ist ein Cyborg und damit Eigentum ihrer Stiefmutter Adri. Sie lebt bei ihr zusammen mit ihren zwei Stiefschwestern Peony und Pearl, wobei Peony noch die deutlich sympathischere der beiden ist. Um irgendwie brauchbar zu sein, ist es Cinders Aufgabe, das Geld heranzuschaffen  - sie arbeitet als Mechanikerin und wird hierbei von Iko, der Androidin der Familie mit "defektem" Persönlichkeitschip, unterstützt.
Wir lernen einiges über Cinders Biomechanik, die mir persönlich in vielen Fällen als unheimlich nützlich erscheint (gerade die ablaufenden Informationen in ihrem Sichtfeld - ich glaube, sowas kann unheimlich praktisch sein!), in der Welt, in der wir uns befinden, aber als Makel angesehen werden. So versucht Cinder natürlich, ihr Cyborg-Dasein weitestgehend zu verbergen. Natürlich wird auch der Einblick in Cinders Seelenleben nicht zu knapp dargestellt und es fällt unheimlich leicht, mit ihr mitzufühlen, sich in ihre Situation zu versetzen. Ich kann gern sagen, dass Cinder wohl zu den bestgestalteten Charakteren meines bisherigen Lesejahres zählt.

Doch nicht nur Cinder lernen wir kennen, auch Prinz Kai spielt eine große Rolle. Dessen Vater kämpft zu Beginn der Buches gegen Letumose - die Blaue Pest - ankämpft. Dass wir ihn das erste Mal treffen, als er sich aus dem Palast "geschlichen" hat, macht ihn sehr sympathisch und auch die Verantwortung, die er für das Volk übernimmt, lässt ihn als unheimlich schnell unsere Herzen erobern - wie auch die aller anderer im Buch ;) 

Schreibstil

Ich hatte schon erwähnt, dass wir hier einen Pageturner liegen haben - und das impliziert ja schon, dass sich das Buch sehr gut lesen lässt. Das ist hier nicht nur der tollen Geschichte, sondern auch dem unheimlich angenehmen, flüssigen Schreibstil geschuldet - ohne Schreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsfehler kann man durch die genutzte Sprache voll und ganz in die Welt abtauchen, ohne auch nur eine Sekunde zu stocken.
Wir finden uns hervorragend in alles ein, ohne dass übermäßig viele Adjektive oder Wiederholungen vorkommen.
Es hat auf mich auch ein wenig gewirkt, als hätte sich der Schreibstil minimalst verändert, je nach dem, ob wir uns gerade intensiv mit Cinder oder Kai beschäftigen. Auch das fand ich sehr angenehm, denn ich habe diese Änderung nur ganz subtil wahrnehmen können - was natürlich auch eine rein subjektive Einschätzung sein kann (wie alles in dieser Rezension).



Ein grandioses Buch, das mir die gute Anka hier überraschend geschenkt hat. Ich bin schon lange darum herumgeschlichen und dachte mir aber immer "Das ist schon noch ziemlich teuer im Moment... Vielleicht solltest du noch etwas warten".
Nun. Warten. Der erste Gang am Montag führt mich wohl in unseren örtlichen Bücherladen, um "Wie Blut so rot" zu bestellen.

Ich empfehle dieses Buch also wirklich uneingeschränkt weiter! Wer Fantasy, SciFi, Dystopien oder sonstige in diese Richtung tangierende Genres mag, wird auch von diesem Buch begeistert sein!
Ein Buch, das vollkommen gerechtfertigt im Moment hoch gelobt wird!
Eigentlich möchte ich gern mehr als 5 Punkte geben, aber... naja ;)

Kommentare:

  1. Aha, also an dem Buch liegt es, dass du dich so vergraben hast...muss mal ein ernstes Wort mit der guten Anka sprechen ;) *hihi* Nene, freu mich, dass es dir gefallen hat...und hey vielleicht darf ich es mir auch mal ausleihen? :3

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    1. Genau - nur das Buch ist schuld :D
      Es ist wirklich richtig toll :)

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  2. Das Buch ist wirklich super! Es hat mir auch sehr gefallen, "Wie Blut so rot" fand ich ebenfalls toll, so toll, dass ich von meinem normalen Verhalten abgewichen bin und es gleich im Anschluss gelesen habe. Normalerweise lese ich ja zwischendurch immer erst ein, zwei andere Bücher. Ging aber nicht. Jetzt warte ich sehnsüchtig auf Band 3.

    LG, Jade

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    1. Ich habe ja das zweifelhafte Glück, dass ich das Buch Samstag Abend beendet habe - und demnach keine Chance hatte, Band 2 direkt im Anschluss zu lesen. Mist ;)

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  3. Eine tolle Rezi <3 Ich freue mich sehr, dass dich das Buch ebenso begeistern konnte wie mich!
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Danke Liebes <3 Und ja es konnte mich absolut begeistern!

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  4. Servus, Michelle.
    Geschenke sind von nobler Art & Geste - für beide Partien. Sagen zumindest allerlei Volksweisen.
    Wenn man/frau damit noch einen Volltreffer landet, umso gelungener das Geschenk!

    Eine Cyborg, nebst Androidin als Sidekick - das Genre SF grüßt freundlich herüber. Die tiefere Verwicklung war mir neu, läßt aber aufmerken. Wenn dann noch eine der Stiefschwestern weniger garstig gezeichnet ist, laßen wir doch zügig die Märchenelemente zurück.
    Eine Königin, die prince charming heiraten will - auch nicht schlecht.

    Alten Geschichten läßt sich mit gut verknüpften Ideen und Pfeffer im Stil noch immer Feuer im Kessel machen. Wie Du bezeugen kannst.

    Subjektivität in einer Rezi ist die Seele im Text!
    Obschon ich von Leuten gelesen habe, die so etwas für ein leichtes Sakrileg halten, hat eine "ordentliche Rezension" doch bitteschön "objektiv gehalten zu sein". Zwischen den Zeilen solcher Statements hört man/frau doch fast die Hacken aufeinander knallen. :-)

    Lese mich aktuell durch "Valhalla" (Thomas Thiemeyer) - könnte Dir auch zusagen. Definitiv spannend!

    bonté

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    1. Konbanwa!

      Oh - Valhalla, ich wusste, ich hatte ein Buch vergessen, als ich vorhin meine Wunschliste mal wieder ein wenig aktualisiert habe! Aber gut, nun weiß ich es und kann es noch auf die Liste setzen. Nicht, dass es nicht schon genug Bücher gibt, die ich unbedingt haben will und nicht noch mehr, die noch in meinen Regalen stehen und darauf warten, gelesen zu werden...

      Ich muss sagen, die gute Anka hat mich ohnehin schon neugierig gemacht auf dieses Buch. Aber als ich es dann hier liegen hatte, konnte ich es kaum mehr erwarten - ich wollte es sofort in die Hände nehmen und zu lesen beginnen - was ich dann ja auch getan habe.

      Bist du eigentlich am 4.4. oder 5.4. auch in Stuttgart?

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    2. ...nope, leider nicht. :-(

      bonté

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  5. Das ist echt eine schöne Rezension gefällt mir richtig gut. Ich glaube ich muss das Buch bald aus meinem SuB befreien;-) Lg Petra www.papierundtintenwelten.blogspot.de

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    1. Oh ja das muss unbedingt befreit werden! Ein so tolles Buch sollte doch nicht auf dem SuB warten müssen :)

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  6. Jedem der das hier liest sage ich: Sofort nach dem Buch greifen und lesen - am besten schon mal die nächsten Bände schon bereithalten! :)
    Mega mega gute Rezi Michelle - hast eigentlich wirklich alles was man wissen sollte erwähnt und deine Aussage auf einen Punkt gebracht... wer die liest und das Buch aber trotzdem nicht in die Hand nimmt sollte auf eine Störung im Kopf untersucht werden :-) <3

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    1. Danke dir :-) Und hey, Störungen im Kopf machen das Leben doch erst interessant! Ich freue mich schon SEHR auf den finalen Band - der soll ja glaube ich dieses Jahr noch rauskommen... Yeah!

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