Freitag, 9. Mai 2014

[Buch-Rezension] Das Meer der Seelen - Nur ein Leben





Das Meer der Seelen - Nur ein Leben
Jodi Meadows
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Erin Incarante - The Newsoul Triology 1
ISBN: 9783442476015

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Band 2
Band 3


Warum musste eine alte Seele sterben, damit Ana geboren werden konnte?

Ana ist das Mädchen mit der reinen, neuen Seele. Und das macht sie zur Außenseiterin. Denn jeder in ihrer Welt wurde mehrmals wiedergeboren und kann sich an seine vorherigen Leben erinnern. Doch als Ana geboren wurde, passierte etwas Ungewöhnliches: Eine Seele musste für sie sterben. Weil jeder dies als schlechtes Omen deutet, will niemand etwas mit ihr zu tun haben, niemand außer Sam. Doch plötzlich greifen schreckliche Wesen an. Trägt Ana tatsächlich die Schuld daran?
Sie wird es herausfinden müssen, wenn sie in dieser Welt überleben will...





Cover/Aufmachung

Ich gestehe: Ich habe dieses Buch in aller erster Linie des Covers wegen in die Hände genommen. Für gewöhnlich entspricht das ja nur bedingt meinem Stil, aber dennoch hat es mich sofort unheimlich angesprochen - und tut es immernoch. Gerade mit den Schmetterlingen stellt das Cover eine wundervolle Verbindung zum Inhalt des Buches her. Die gesamte Optik ist in sich unheimlich stimmig und irgendwie für mich sehr beruhigend.

Auch im Inneren des Buches wird die Gestaltung fortgesetzt, denn die Schmetterlinge begleiten uns in jedes neue Kapitel.
Eine tolle Aufmachung und ein schönes Cover, die direkt Lust darauf machen, das Buch zu Hand zu nehmen und es zu lesen.

Inhalt/Geschichte

Unsere Protagonistin Ana ist eine Neuseele - die einzige im ganzen Reich und damit unheimlich einsam. Sie wächst bei ihrer Mutter Li auf, die keinen Hehl daraus macht, wie wenig sie für ihre Tochter - die eigentlich die Reinkarnation einer Seele namens Ciana sein sollte - empfindet. Ana wird unterdrückt und klein gehalten. Eines Tages wird sie weg geschickt  und begegnet durch einen "kleinen Unfall" Sam. Mit ihm zusammen reist sie nach Heart, dem Zentrum des Reiches, wo sie herausfinden will, wieso sie an Stelle von Ciana geboren wurden. Leider sehen das die meisten Leute nicht gern und legen Ana wo immer sie können Steine in den Weg - nicht zuletzt auch ihre Mutter Li, die in Heart auftaucht. Als die Stadt dann auch noch von Drachen angegriffen wird und Ana sich um mehr als ihr eigenes Leben sorgen muss, lüftet sich das Geheimnis langsam.

Dieses Buch wartet schon lange darauf, von mir gelesen zu werden und im Nachhinein tut es mir etwas Leid, dass ich es so lange habe warten lassen.  Wie auch das Cover ist das zugehörige Genre eigentlich nicht wirklich meins - Romantic Fantasy. Oh weh. Zu Beginn hatte ich auch wirklich Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden, denn ich konnte Ana in vielen Hinsichten nicht verstehen. Mit fortlaufender Geschichte wollte ich das Buch aber immer seltener zur Seite legen. Zwar verläuft die Geschichte die meiste Zeit recht seicht, ist aber dennoch ein toller Auftakt für die Triologie. Zugegebenermaßen wäre ich aber wohl enttäuschter von dem Buch gewesen, hätte ich nicht von Beginn ab gewusst, dass es sich hier um eine Triologie handelt, denn für einen Einzelband wäre mir definitiv zu wenig passiert und der Spannungsbogen wäre zu flach verlaufen. Dafür können wir ganz wundervoll die Entwicklung der Beziehung zwischen Ana und Sam beobachten und miterleben.
Ich hoffe trotzdem, dass im zweiten Band dann etwas mehr Tempo reinkommt.


Charaktere

Unsere beiden Protagonisten in diesem Buch sind ganz klar Ana und Sam. Ana dabei natürlich noch mehr als Sam, denn die ganze Geschichte wird ja nicht umsonst aus ihrer Perspektive erzählt.

Ana ist, wie bereits erwähnt, bei ihrer Mutter Li aufgewachsen, von der sie... nun sagen wir mal, wenig Liebe erfahren hat. Dementsprechend "tickt" Ana auch - etwas, womit ich zu Beginn des Buches, als ich sie noch kaum kannte, nicht nachvollziehen konnte. Zu Beginn hat sie mich sogar ein wenig genervt. Erst im Laufe der Geschichte, wenn wir mehr über sie und ihre Zeit bei Li erfahren, darüber, was Li ihr eingetrichtert hat (Ana sei eine Seelenlose und Seelenlose haben keine Gefühle), beginnen wir, Anas Reaktionen und Gedankengänge nachzuvollziehen. Obwohl sie im selben biologischen Alter ist wie Sam erkennt man deutlich, dass Sam "ein wenig" älter ist als sie und schon einige Male reinkartniert wurde.
Mitunter handelt Ana zwar immernoch unverständlich für mich, aber das war niemals störend.




Mein Lieblingskriterium für Charaktere: deren Tiefe. Bei Ana gibt es sehr sehr viel zu "erkunden" und dass das Hauptaugenmerkt auf ihr liegt ist der Charaktertiefe natürlich sehr förderlich, da wir ganz hervorragend in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen können.

Insgesamt empfinde ich die Charaktere in "Das Meer der Seelen" als unheimlich angenehm und gelungen.


Schreibstil

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, wir "sind" also Ana. Bei Büchern in der Ich-Perspektive bin ich je bekanntermaßen recht vorsichtig, denn oftmals habe ich das Gefühl, dass diese Erzählweise über eine unausgereifte Geschichte hinwegspielen soll. Hier habe ich dieses Gefühl weniger, denn ich denke, auch als der Perspektive des Allwissenden Erzählers hätte diese Geschichte hervorragend funktioniert.  Wir können uns dank des Schreibstils und der Perspektive hervorragend in Ana hineinversetzen. Lediglich an einer Stelle gegen Ende des Buches war ich von einer Beschreibung derart verwirrt, dass ich mir die Umgebung trotz nochmaligen Lesens der Stelle nicht wirklich vorstellen konnte - was aber nicht weiter schlimm ist, denn auch unsere Protagonistin konnte diese Situation nicht wirklich einschätzen.





Obwohl dieses Buch lange Zeit auf meinem SuB lag, konnte es mich nun, da ich es endlich gelesen habe, doch überzeugen. Der Band lässt sich zwar auch allein lesen, lässt jedoch so viele offene Fragen auf, dass es eine wundervolle Überleitung zu Teil zwei geben dürfte - außerdem hat es nicht mit dem von mir befürchteten schrecklichen Cliffhanger geendet ;)

Ich werde mir Band 2 wohl auch noch holen, sollte er  mir zufällig über den Weg laufen.


Kommentare:

  1. Hisashiburi, Nezumi.
    Old soul ist auch gern eine Metapher für junge Menschen, die bereits über viel intuitive Weisheit verfügen. Der Roman packt die Sache von der anderen Seite auf, wodurch die junge Seele der kindlichen Unschuld gleichkommt.

    Die Geschichte behandelt einen nicht unwesentlichen Aspekt, wenn ich so in die reale Welt blicke - Bigotterie. Denn wie weise können Wiedergeborene tatsächlich sein, wenn sie sich der Art verhalten.

    Ist doch ein gutes Gefühl von der eigenen Bibliothek mit einem Schatz überrascht zu werden.

    bontè

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    1. Oh es ist ein wundervolles Gefühl, so positiv überrascht zu werden und leider hast du Recht, dass es die reale Welt mehr als passend wiedergibt...

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  2. Ich fand das Buch auch sehr schön!
    Übrigens gibt es den zweiten Band schon, falls du es noch nicht wissen solltest :)
    Ich hab ihn da, aber auch noch nicht gelesen. Ich hoffe ich schaffe es bald mal.
    Lg
    Sani :)
    http://sanifeya.blogspot.de/

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    1. Ich war wirklich sehr überrascht von dem Buch, ich hätte das nicht erwartet :) Freut mich natürlich umso mehr. Den zweiten band will ich mir auf jeden Fall auch noch holen, aber hier ist gerade so unheimlich viel zu lesen... ;)

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