Donnerstag, 19. Juni 2014

[Buch-Rezension] Abgründig

   Abgründig
Arno Strobel
Klappenbroschur: 240 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783785578643
Verlag: Loewe


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  Geplant war eine lässige Bergtour – auf eigene Faust auf die Zugspitze und wieder zurück, bevor die anderen im Camp etwas merken. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei. Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache – und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt.


Cover/Aufmachung
   Eine sehr düstere, unheimliche Atmosphäre, die das Cover ausstrahlt - ganz in grau gehalten mit den Blitzen sind nur Autor und Titel farbig in rot aufgedruckt bzw. geprägt. Im Gegensatz zu vielen Covern ist dieses hier matt und fasst sich auch ganz anders an, so dass das Buch angenehm in der Hand zu halten ist.

  Auch die ganze Aufmachung des Buches ist wirklich toll. Die Blitze setzen sich auf der Innenseite des Buches fort. Insgesamt sehr gelungen!


Inhalt/Geschichte
  Tim findet sich in einem Bergamp nahe der Zugspitze wieder. Dort soll er die nächsten Tage verbringen. Kaum dort angekommen lernt er auch schon die ersten Leute kennen. Doch gerade Ralf, der seine erste Campbegegnung ist, geht ihm gehörig auf die Nerven - ohne es zu merken. Schnell wird klar: der geplante Ablauf ist zu langweilig. Etwas Spannung muss her! So schlägt Ralf der neugegründeten Gruppe Jugendlicher vor, einen kleinen Ausflug auf eigene Faust zu unternehmen, schließlich war er schon unzählige Male hier und kennt sich aus. Obwohl Tim zu Beginn dagegen ist, kommt er schließlich mit und am nächsten Tag bricht die kleine Gruppe um Tim auf.
  Ralf führt sie auf die Zugspitze - und mitten hinein in ein Unwetter, dem die Gruppe gerade so entkommen kann. Doch nun sitzen sie hier oben fest. Als wäre das noch nicht genug, verschwindet Ralf über Nacht - und hinterlässt nichts weiter, als eine Blutlache. Den Verbliebenen stellt sich nun die Frage: Haben sie einen Mörder unter sich? Und wenn ja, wer ist es und wird er wieder zuschlagen?

  Eines fällt direkt auf, wenn man schon andere Bücher von Arno Strobel gelesen hat: Es handelt sich hier eindeutig um ein Jugendbuch. Die Spannungskurver verläuft ganz anders, als in seinen "Erwachsenenbüchern", ohne aber dadurch schlechter zu sein. Die Geschichte ist toll und spannend erzählt und für die Zielgruppe genau richtig. Für mich selbst hat ein wenig Geschwindigkeit gefehlt und es gab das ein oder andere, über das ich ein wenig den Kopf schütteln musste (für diejenigen, die das Buch schon gelesen haben, werfe ich einfach mal das Stichwort Alkohol in den Raum). Im Großen und Ganzen aber wirklich toll geworden und ein großartiges Jugendbuch-Debüt.

Charaktere 
   Obwohl wir uns mit wirklich vielen Charakteren konfrontiert sehen, ist definitiv Tim unser Protagonist. Kaum im Lager angekommen, verliebt sich Tim in seine Mit-Camperin Lena, die auch mit auf den "kleinen Ausflug" geht. Wir haben hier also einen typischen Teenager - allerdings hat dieser Teenager ein kleines Geheimnis, das ihm das Leben schwer macht...

  Bei den Charakteren in diesem Buch hat mir stellenweise schon ein wenig was gefehlt. Allerdings haben wir auch recht viele Charaktere für recht wenige Seiten, so dass ich mir durchaus vorstellen kann, wie schwer es ist, alle Charaktere perfekt einzubringen. In so fern finde ich, dass es dem Autor hier hervorragend gelungen ist, den optimalen Zwischenweg zu finden zwischen zu vielen Seiten und zu wenig Beschreibung.


Schreibstil/Übersetzung
  Auch im Schreibstil spiegelt sich deutlich wider, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt. Es ist sehr einfach geschrieben; mit kurzen Sätzen und Kapiteln in wunderbarer Länge ist es genau auf die Zielgruppe zugeschnitten.
  Das Buch ließ sich in kürzester Zeit (in meinem Falle zwei Tage) weglesen und das vollkommen ungezwungen.

Ein toller Einstieg in die Jugendbücher, den Arno Strobel hier hinlegt. Ein Buch, dass nicht nur für die Zielgruppe toll zu lesen ist!

Kommentare:

  1. Wie schön, dass dich das Buch gut unterhalten konnte! Deine Rezi habe ich gern gelesen! Auch mir ist der Alkoholkonsum negativ aufgefallen und auch ich hatte ein paar Problemchen mit der Masse an Charakteren. Trotz allem fand ich den präsentoerten Lesestoff ebenso gelungen wie du!

    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Ja das konnte es auf jeden Fall! Ehrlich gesagt war ich davon ziemlich überrascht ;) Über den Alkoholkonsum hatten wir uns ja gestern abend schon unterhalten und waren da schon der selben Meinung ;) Mal sehen, ob ich endlich auch die anderen Bücher auf meinem SuB lesen kann... ;)

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