Montag, 16. Juni 2014

[Buch-Rezension] Phantasmen

   Phantasmen
Kai Meyer
Hardcover: 400 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783551582928

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Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf - die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich.

An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen.
Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen.

Dann erscheinen die Geister.
Doch diesmal lächeln sie.

Und es ist ein böses Lächeln.



Cover/Aufmachung
   Das Cover dieses Buches ist komplett in grau gehalten und wir sehen die Gesichter von vier Menschen - beziehungsweise deren Geistern, wie ich vermute. Alle vier stehen im Profil und haben den selben teilnahmslosen Gesichtsausdruck, wie er für die Geister im Buch normal sein sollte. Ein wunderbarer Aufgriff der Geschichte, ein Cover, dass auf mich auf merkwürdige Art und Weise beruhigend wird. Das steht natürlich im kompletten Kontrast zur Geschichte - dennoch ein wundervolles Cover, das für mich jedes Kriterium eines guten Covers erfüllt.


Inhalt/Geschichte
 Seit dem Flugzeugabsturz des Air bus 318 sind Emma und Rain Waisen. Die beiden Schwestern haben nur noch sich selbst. In der Hoffnung, ihrer Schwester aus deren Emotionslosigkeit zu helfen, reißt Rain mit ihr zu der Stelle, an der ihre Eltern gestorben sind - um sich von deren Geistern zu verabschieden.
 Seit dem Tag Null - dem 17. Mai - erscheinen die Geister der Toten auf der Erdoberfläche. Sie tauchen an der Stelle auf, an der sie ihr irdisches Dasein verloren haben und blicken mit ausdrucksloser Miene immer in Richtung Sonne. Sie bewegen sich nicht. Sie verletzen niemanden. Sie sind einfach da.
 Doch an diesem Tag, an dem Emma und Rain ihre Elten das letzte Mal sehen wollen, ist etwas anders. Denn plötzlich haben die Geistern ein Lächeln auf den Lippen - das bösartigste Lächeln, das die beiden jemals gesehen haben. Instinktiv wird beiden klar: Dieses Lächeln bedeutet ihren Tod.

 Dieses Buch ist mein erstes Buch von Kai Meyer und ich muss sagen, dass es mich trotz meiner aktuellen Leseflaute fesseln konnte. Wir begleiten Emma und Rain - die uns die Geschichte erzählt - zunächst zur Absturzstelle des Flugzeugs - und direkt danach auf ihrer Abenteuerreise im "Kampf" gegen die Geister und deren todbringendes Lächeln. Neben unseren beiden Protagonistinnen haben wir auch Tyler dabei, der aus seinen ganz eigenen Gründen an der Absturzstelle war - wegen seiner großen Liebe Flavie. Nach und nach stellt sich heraus, wie das alles zusammenhängt.
 Obwohl ich jetzt wirklich lang für dieses Buch gebraucht habe, soll das niemanden abschrecken. Die Geschichte ist wundervoll erzählt, ohne große Lücken, mit angenehmen Spannungsbogen. Ich hatte nie das Bedürfnis, eine Seite oder auch nur eine Zeile zu überspringen. Hier liegt ein Buch, das ich mir sehr gut als Vorlage für einen Film vorstellen könnte. Wie ich den allerding besetzen oder kategorisieren würde, kann ich selbst auch nicht sagen.


Charaktere 
   Ganz im Vordergrund steht hier Rain. Sie ist die Protagonistin des Buches, wir erleben alles aus ihrer Sicht. Rain hatte ein sehr gespanntes Verhältnis zu ihren Eltern - diese waren oft in Afrika, um dort den Kindern zu helfen und haben darüber hinaus ihre eigenen Kinder vergessen. So zumindest empfindet Rain das Ganze. Traumatisiert von einer Afrika-Reise leidet unsere Protagonistin unter Panikattacken und hängt nach dem Tod ihrer Eltern umso mehr an ihrer kleinen Schwester Emma. Wir können wieder und wieder erleben, wie wichtig Emma ihr ist und wie sehr ihr Herz an ihrer kleinen Schwester hängt. Vollkommen nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Emma alles ist, was Rain geblieben ist.
 Ehrlich gesagt hat mich diese Afrika-Geschichte nur wenig überzeugt. Ich weiß selbst nicht, warum, aber ich persönlich fand das ein wenig... merkwürdig. Ansonsten ist Rain aber ein wundervoller, liebenswürdiger Charakter, den ich schnell in mein Herz schließen konnte.


Schreibstil/Übersetzung
  Gegen den Schreibstil des werten Herrn Meyer gibt es absolut gar nichts einzuwenden. Obwohl die Geschichte in der Ich-Perspektive geschrieben ist, war es stets glaubhaft, dass wir hier einen Bericht lesen und das ist für mich ein sehr positiver Aspekt des Ganzen.
 Angenehm zu lesen flogen die Seiten nur so dahin, so dass man schnell voran kam.



Ein tolles Buch; eine Mischung aus Fantasy, Dystopie und Thriller, die mich restlos begeistern konnte.

Kommentare:

  1. Hur hur hur~ dann war das ein sehr guter Einstieg in die Welt von Kai Meyer...lies mehr von ihm *hur hur hur* :3

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    1. Wenn ich doch nur mal dazu käme XD

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  2. Eine schöne Rezi! Was sagst du zu dem Schluss? Zum letzten Abschnitt?

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    1. Ich fand den Fuchs unheimlich süß :) Und die ganze Geschichte mit dem "Wiederaufbau" sehr realitätsnah - sofern das in einem solchen Szenario möglich ist ;)

      Gruseligerweise hatte ich zwischendurch den Gedanken, dass es für unsere Erde vielleicht gar nicht so schlecht wäre, die Anzahl der Menschen so drastisch zu minimieren :/

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