Mittwoch, 9. Juli 2014

[Buch-Rezension] Delirium

   Delirium
Lauren Oliver
Hardcover: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Delirium
ISBN: 9783551582324

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Kurzgeschichte "Annabel"
Kurzgeschichte "Raven"
Kurzgeschichte "Hana"




Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor deliria nervosa als schlimme Krankheit anerkannt worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


Cover/Aufmachung
   Ein wundervoll gestaltetes Cover, auf dem wir eine junge  Frau im Profil sehen. Die Grundfarbe des Covers ist rot, und es ist über und über mit dem Wort "Liebe" beschrieben - hat man das Buch gelesen, versteht man auch diese Anspielung, die so wunderbar gelungen ist. Ursprünglich wurde ich nur durch das Cover und den Titel auf dieses Buch aufmerksam und so durfte es bei mir zuhause ins Bücherregal ziehen.

Inhalt/Geschichte
  Lena wächst in einer Welt auf, in der es keine schlimmere Krankheit gibt, als die Liebe - Amor deliria nervosa oder kurz nur "Deliria". In der Schule wird Ihnen beigebracht, wie gefährlich diese Krankheit wird, Medien jeder Art werden zensiert, um die Bürger keiner Gefahr auszusetzen. Und doch soll es Menschen geben, die sich dieser Gefahr freiwillig aussetzen. Sie leben in der Wildnis, die Invaliden. 
  Normalerweise jedoch unterzieht sich jeder einem kurzen kleinen Eingriff, der gegen die Deliria immun macht - quasi wie eine Impfung. Auch Lena fiebert ihrem Eingriff entgegen, will endlich geheilt sein, nicht zuletzt, um allen zu zeigen, dass sie nicht so enden wird wie ihre Mutter, die ihr Leben an die Deliria verloren hat.
  Doch am Tag ihrer Evaluierung geschieht etwas Seltsames in den Labors. Und ab diesem Moment steht Lenas Leben kopf.

  Wie ist dieses Buch einzusortieren? Ich würde sagen, dass es trotz des dystopischen Hintergrundes natürlich in aller erster Linie eine Liebesgeschichte ist. Ihr wisst mittlerweile sicher, dass ich Liebesgeschichten gegenüber immer ein wenig skeptisch bin. Doch hier wurde ich überzeugt. Es gab kein "Ich sehe dich und liebe dich abgöttisch!", kein "Ich ändere mich für dich!". Ob es ein "Happily ever after" gibt, das müsstet ihr selbst herausfinden.
  Es fiel mir nicht leicht, mich in die Geschichte fallen zu lassen, das gebe ich zu. Irgendwie habe ich einfach den Anschluss nicht finden können, wurde von dem Buch nicht gefesselt (das passiert mir aber oft in letzter Zeit oO). Doch immer wieder gab es Stellen, da wollte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen, so dass das Buch insgesamt ein tolles Leseerlebnis war. Die Geschichte jedenfalls hat mich zu jeder Zeit interessiert, auch wenn sie recht vorhersehbar war. Doch auch das hat der Leseerfahrung keinen Abbruch getan. Überhaupt nicht.

Charaktere 
 
   Unsere beiden Protagonisten: Alex und Lena.
Alex ist erst seit kurzem in Portland. Viel über ihn zu verraten, wäre gemein, denn ich würde euch spoilern. Nur so viel: Ich mag Alex. Sehr.

  Zu Lena kann ich euch dann doch schon etwas mehr erzählen. Als wir Lena kennenlernen, steht sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag und damit kurz davor, geheilt zu werden. Sie fiebert diesem Eingriff und der Heilung richtig entgegen, denn damit ist sicher, dass sie nicht wie ihre Mutter an der Deliria sterben wird.
  Nachdem ihre Mutter sich das Leben genommen hat, zog sie zu ihrer Tante, wo sie seither ihr ruhiges, unauffälliges Leben führt. Sie geht zur Schule, zum Laufen mit ihrer besten Freundin Hana und versucht, mit den Blicken und dem Getuschel der Leute möglichst gut fertig zu werden - wer weiß schon, was bei ihr noch passieren wird, mit diesem vergifteten Blut? Wir erleben Lena also als ein sehr angepasstes Schäfchen der Herde, dass sich die größte Mühe gibt, nicht aus der Reihe zu fallen, stets vor der Ausgangssperre zuhause zu sein und sich tunlichst von ungeheilten Jungen fernzuhalten.
  Doch so angepasst, wie sie ist, so langweilig ist sie auch. Sie hat scheibar kein anderes Ziel, als jenes, welches ihr von der Gesellschaft vorgeschrieben wird und ist somit eigentlich prädestiniert für ein Leben in dieser Gemeinschaft.
   Erst als sie Alex kennen lernt, entdeckt Lena, dass diese Welt mehr bereit hält als das, was ihr von den anderen immer gepredigt wurde. Und wie kann dieses Mehr denn schlecht sein?

  Wir können schon allein wegen der Ich-Perspektive herrlich in Lenas Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen, doch auch so ist sie ein absolut liebenswürdiger Charakter, den man schnell ins Herz schließen kann.
  Nicht nur Lena ist ein toll gezeichneter Charakter, auch Alex und Hana, die beide eine wichtige Rolle in Lenas Leben spielen, sind liebevoll ausgestaltete Charaktere. Hier gibt es also absolut nichts auszusetzen.

Schreibstil/Übersetzung
  Dafür, dass ich kein Freund der Ich-Perspektive bin, lese ich in letzter Zeit erstaunlich viele Bücher in diesem Stil... Hier hat es wunderbar gepasst und ich glaube auch, dass er allwissende Erzähler hier die definitiv falsche Perspektive gewesen wäre.
  Vom Schreibstil her war das Buch sehr angenehm zu lesen, auch wenn mir oftmals etwas Spannungsaufbau gefehlt hat. Für die Zielgruppe war es aber auf jeden Fall angemessen!



Ein schönes, wenn auch etwas zähes Buch, das für Freunde von Liebesgeschichten und Dystopien gleichermaßen geeignet ist!

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