Mittwoch, 13. August 2014

[Buch-Rezension] Der Giftschmecker

   Der Giftschmecker
Fletcher Moss
Hardcover: 336 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Poison Boy
ISBN:  9783551520647

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Vielen lieben Dank an den Chicken House Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!
Dalton Fly hat schon eine Menge Gift geschluckt. Seit Jahren kostet er das Essen für die Schönen und Reichen von Highlions vor und merkt sofort, wenn irgendetwas damit nicht stimmt. Doch nach dem letzten Auftrag ist sein Freund Bennie tot und Dalton kann sich an nichts mehr erinnern.
Wer steckt hinter dem Anschlag? Und warum wird er seitdem verfolgt? Dalton fordert Gerechtigkeit - und legt sich mit den mächtigsten Männern der Stadt an.

Cover/Aufmachung
Ein recht düsteres Cover, ganz in schwarz und grün gehalten - ganz nach meinem Geschmack und mit wundervollem Bezug zum Inhalt des Buches. Zwangsweise denkt man bei der grünen Flüssigkeit in dem Erlenmeyerkolben an Gift, das in diesem Buch ja eine tragende Rolle spielen wird. Ein insgesamt interessantes, hübsches Cover.


Inhalt/Geschichte
     Dalton Fly ist Giftschmecker - er wird angeheuert, um das Essen für die obere Gesellschaftsschicht auf Gift zu testen. Im Laufe der Jahre hat er ein System entwickelt, doch bei diesem Auftrag hat dieses System versagt. Als Fly später aufwacht, ist sein Freund Bennie tot  auf grausame Art und Weise von dem Gift dahingerafft, dass auch Flys Sinne vernebelt und ihn seiner Erinnerung beraubt hat. Fly weiß, dass er schnell zurück muss, um etwas gegen das Gift zu nehmen.
  Nach dieser Nacht ist Flys Leben nicht mehr, wie es zuvor war: Plötzlich wird er verfolgt und bei dem Versuch, den Leichnam seines Freundes nach Hause zu bringen, trifft er erneut auf die Bewohner des Hauses, für das er gestern vorgekostet hat. In diesem Hause wird heute ein Fest gefeiert - doch auch dieses mal wird ein Anschlag auf das Haus verübt.
  Gegen seinen Willen wird Fly in die Machenschaften der Politiker gezogen und übernimmt in diesem Machtkampf plötzlich eine Rolle, mit der er nie gerechnet hätte.

   Auf der Verlagsseite wird das Buch für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahre aufwärts eingeordnet. Ich bin hier sehr sehr stark für das "aufwärts", denn einige Szenen sind wirklich böse und meiner Meinung nach nicht unbedingt geeignet für 12-jährige. Die Geschichte selbst ist schön klar aufgebaut, leicht nachvollziehbar und wunderbar zu lesen. Ich war wirklich positiv überrascht davon, dass dieses Buch in die Politik-Richtung schlägt, denn das hätte ich nun doch nicht erwartet. Auch, dass dieses Thema so aufgezogen wurde, dass es sicherlich auch für die Zielgrupe interessant sein wird. Also definitiv empfehlenswert.


Charaktere 
    Leider habe ich jetzt schon mehrfach feststellen müssen, dass die Charaktere in Jugendbüchern oft ein wenig oberflächlich sind. So auch hier. Zwar erfahren wir einiges über Fly und seine Freunde, dennoch fehlt es jedem von ihnen an einer gewissen Tiefe und auch ein wenig mehr Individualität hätte den Charakteren wohl nicht geschadet.
  Obwohl ich bekannterweise tiefgehende Charaktere mag, fand ich das hier überhaupt nicht schlimm oder nervig. Es hat fast schon zur "hektischen" Geschichte gepasst, denn wo sich die Ereignisse überschlagen kann nicht viel Platz dafür sein, sich intensiv miteinander oder mit sich selbst zu befassen.


Schreibstil/Übersetzung

   Auch hier ist es gelungen, sich der Zielgruppe anzupassen - der Schreibstil ist einfach und eingängig, was das Buch leicht und flüssig zu lesen machen. Somit geht das auch sehr schnell und angenehm. In dieser Hinsicht gibt es also absolut nichts auszusetzen.



Ein interessantes, spannendes Jugendbuch, das nicht nur der empfohlenen Altersklasse schöne Lesestunden schenkt, sondern auch von Erwachsenen in vollem Umfang genossen werden kann.

Kommentare:

  1. O-kaeri nasai, Nezumi san.
    Hildesheim steht also noch... :-)

    Na im politischen Sumpf ist das Schnurbartgezwirbele & Augenrollen nicht weniger ausgebracht als im Dämonen-Park 13. Hier wie dort wird der Held in die Mangel genommen.

    Dann wünsche ich Dir baldige Autonomie wieder beim Netzzugang. Du bist die Dritte im Bunde derjenigen, die derzeit mehr oder minder unplugged sind. :-(

    Fröhliches Tomaten naschen!

    bonté

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    1. Ja ich habe Hildesheim stehen lassen - sie hatten nett darum gebeten :)

      Scheinbar hat die Technik einfach etwas gegen mich in der letzten Zeit - also hoffe ich einfach, dass ich sie bald wieder gnädig stimmen kann.

      Die meisten der Tomaten wandern derzeit übrigens eher in rattige Rachen, als in den meinen ;)

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    2. ...solltest Du eine Kopfschmuck aus schwarzen Federn getragen haben, so I saw you too!
      Für mich habe ich übrigens mit "The Beauty of Gemini" eine Entdeckung machen können. Arigatou. :-)

      Aha - die werten Herren stehen also nicht nur auf frische Vitamine, sie sind auch noch Gourmets. Ich hoffe es gibt dann auch Applaus wenn Du mit den Tomaten erscheinst...
      :-)

      bonté

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    3. Schwarze Federn habe ich nie getragen, von daher:nein ;)

      Oh sie sind sehr dankbar für die milden Gaben. Sie zeigen es mir jede Nacht, indem sie krach machen...

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    4. ...nun, es war ja auch nur einer dieser kurzen Schnitte ins begeisterte Publikum; von meiner Seite also mehr "angenommen". Gomen nasai... :-)

      Da gibt es wohl zwei mögliche Erklärungen für:
      Der Krach soll potenzielle Monstren von Deinem Lager fernhalten...
      ...oder aber...
      ...es handelt sich um eine Performance, eine nächtliche Show der Jungs, nur für Dich.

      bonté

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    5. Ich interpretiere den Lärm dann doch lieber als Verteidigungsversuch der kleinen Mistvie.... Tierchen ;)

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