Montag, 25. August 2014

[Buch-Rezension] Die Flammen der Dämmerung

   Die Flammen der Dämmerung
Peter v. Brett
Klappenbroschur: 1056 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Daylight War
ISBN: 9783453524743

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Band 1 
Band 2 
Zusatzbuch "Der große Basar" 



Die Menschheit ist gefangen in einem Albtraum: Jede Nacht steigen Dämonen aus dem Boden empor und machen Jagd auf alle Lebewesen. Nur wenige wagen es, diesen Kreaturen zu widerstehen, unter ihnen Arlen, der tätowierte Mann, und Jardir, der Anführer der Wüstenkrieger. Doch die Welt duldet nur einen Erlöser der Menschheit, und ein Krieg scheint unvermeidlich – während sich in den Tiefen der Finsternis das Heer der Dämonen zum Marsch rüstet und eine blutige Zukunft heraufdämmert. Der letzte Kampf um die Rettung der Menschheit vor den Dämonen der Nacht beginnt.
Quelle 

Cover/Aufmachung
  Wie schon bei den beiden Vorgängerbände ist auch hier auf dem Cover ganz deutlich der Bezug zur Geschichte dargestellt. Ein klassisches, schönes Fantasy-Cover, wie ich sie mag.




Inhalt/Geschichte
  
 In der Nacht steigen Dämonen aus dem Erdboden auf, die danach trachten, Menschen zu töten, ganze Siedlungen auszurotten. Während die Menschen sich lange lange Jahre lang versteckt hielten, um den Dämonen zu entgehen, wird es nun Zeit, sich zur Wehr zu setzen!
  Die Menschen brauchen jemanden, der sie führt - und an dieser Stelle wird es problematisch. Während das Wüstenvolk der Krasianer ihren Shar'Dama Ka haben, vergöttern die Menschen der Nordländer Arlen Strohballen als ihren Erlöser. Im Gegensatz zu Jardir wollte Arlen niemals als Erlöser angesehen werden und dennoch weiß er, dass nur einer der beiden früheren Freunde die Menschen in die Schlacht gegen die Dämonen führen kann.

  So oder so ähnlich zumindest. Es ist schwer, zusammenzufassen, was in drei großartigen und dicken Büchern geschehen ist. Obwohl die Geschichte in diesem Buch nur wenige Fortschritte macht, erfahren wir dennoch eine ganze Menge neuer Dinge - wo Band eins sich intensiv mit Arlen und Band zwei mit Jardir beschäftigte, widmet sich der dritte Band dieser Reihe einer Gestalt, die ich bisher nicht wirklich mochte: Inevera, die Jiwah Ka (erste Gemahlin) von Jardir. Ein großer Teil des Buches widmet sich dieser Frau und beleuchtet sie von einem anderen Winkel.
  Ich habe von mehreren Seiten gesagt bekommen, dass dieser Band nicht wirklich an die beiden vorhergehenden anschließen kann. Dem stimme ich zum Teil zu. Das Buch selbst hat mir sehr gefallen und dafür, dass es so dick ist (wie geschrieben immerhin 1056 Seiten!) habe ich es regelrecht verschlungen. Gegen Ende hin geschieht mir persönlich alles ein wenig sehr überstürzt und das Ende selbst mochte ich g.a.r. nicht. Ich will nicht weiter darauf eingehen, sonst laufe ich Gefahr, euch zu spoilern und das will ich ja nicht - und ihr sicherlich auch nicht. :)


Charaktere 
   Bei einem Buch mit mehreren Handlungssträngen ist es immer schwer, eine/n Protagonisten/Protagonistin herauszufiltern. Obwohl Jardir, Arlen, Leesha und Rojer genauso tragende Figuren sind und sich gerade um die beiden Erstgenannten die gesamte  Geschichte spinnt, würde ich an diesem Punkt gern auf Inevera eingehen.
  Inevera. So Everam will.
  Was habe ich sie gehasst. Ehrlich. Ich bekam richtige Hass-Attacken wenn ich von Inevera gelesen habe, weil ich das Weib einfach nicht ausstehen kann. Konnte.
  Nach diesem Band verstehe ich Inevera ein wenig besser. Ich mag sehr, was Peter v. Brett hier getan hat, nämlich, seine Charaktere von mehr als einer Seite zu beleuchten, ihnen Tiefe und Hintergründe zu verschaffen, Ecken und Kanten.
  Gerade hier fällt es mir wieder besonders auf. Wie schon erwähnt, gehörte Inevera nun nicht unbedingt zu meinen Lieblingen in den ersten beiden Bänden.  Nachdem ich jetzt aber mehr von ihr weiß, mag ich diese Frau durchaus. Es gehört doch schon einiges dazu, damit man von einem absoluten Hassträger zu einer Sympathieträgerin wird. Das ist Peter v. Brett hier eindeutig gelungen.


  So wie er Inevera Leben einhauchen konnte, hat das auch bei allen anderen seiner Charaktere funktioniert. Zwar kann ich nicht immer ganz verstehen, was welcher Charakter warum macht (z.B. warum Arlen sich Renna aussucht... Ich mag Renna nicht... Aber das nur am Rande), aber dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass die Charaktere unglaubwürdig werden oder Ähnliches.



   Kurzum: Tolle Charaktere mit Tiefgang.


Schreibstil/Übersetzung
  Bei diesem Buch habe ich leider einige Schreib-/Tipp-/Übersetzungsfehler finden können. Mal hier ein Satzzeichen zu viel, dort ein Wort vergessen, dafür hier ein Wort doppelt geschrieben. Sowas nimmt mir zwar deutlich den Lesespaß, dennoch muss ich sagen, dass in diesem speziellen Falle der Dämpfer recht kurz ausfiel. Ich fand immer recht schnell wieder in meinen Lesefluss. Was ja eigentlich nur für den Autoren spricht.



  Zugegeben war ich vom Ende enttäusch und schließe mich deshalb an, dass dieser Band nicht ganz an die Vorgänger anknüpfen kann.
  Wer aber klassische High-End-Fantasy mag, der wird mit dieser Reihe nichts falsch machen. Aber bitte mit dem ersten Band anfangen :)


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