Montag, 15. September 2014

[Buch-Rezension] Letztendlich sind wir dem Universum egal

   Letztendlich sind wir dem Universum egal
David Levithan
Hardcover: 400 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Every Day
ISBN: 978-3-8414-2219-4

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Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt, und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren. Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?

Cover/Aufmachung
   Auf dem Schutzumschlag sehen wir unzählige verschiedene Gesichter - und jedes von ihnen könnte für einen Menschen stehen, in dem A aufwachen wird. Das schwarz-weiß wird nur durch die bunte Schrift unterbrochen. Unter dem Schutzumschlag sieht das Buch eigentlich genauso aus, nur ist die Schrift verschwunden und einzelne Gesichert sind farbig markiert - diejenigen, denen wir im Buch begegnen, so nehme ich an. Vielleicht hätte das Cover allein mich nicht angesprochen, aber der Titel hat es dafür umso mehr.

Inhalt/Geschichte
 Wir alle wachen morgens auf, wissen, wer und wo wir sind, was gestern, vorgestern und vor Jahren geschehen ist, haben einen Plan für unser Leben, einen roten Faden, dem wir folgen. Nicht so A. Er - oder sie? - erwacht in einem anderen Körper.  Jeden Tag aufs Neue, schon sein ganzes Leben lang. Er weiß, dass er anders ist, aber er hat sich an dieses Leben gewöhnt. Dieses Leben, an dem er nur als Gast teilnimmt. Und um seinem "Gastgeber" - sei dieser nun männlich oder weiblich oder irgendwo dazwischen - möglichst wenig zu Schaden, gibt es einfache Regeln:Nicht auffallen, nichts verändern. So wenig Ärger wie möglich machen.
  Doch als er Rhiannon trifft und sich in sie verliebt, beginnt er, seine eigenen Regeln über den Haufen zu werfen. Er tut alles, um sie zu treffen, sie zu sehen, wann immer er kann, auch wenn das für seinen "Wirt" immensen Ärger bedeutet. Aber wir Rhiannon das schaffen? Kann sie jemanden lieben, der jeden Tag anders ist?

  Das Buch ist mir in allererster Linie wegen des Titels aufgefallen. Dieses Gefühl, dass man allem und jedem - dem Universum - egal ist, kennt wohl jeder. Und genau deshalb habe ich mir dieses Buch gewünscht und bei meinem Besuch in Hannover habe ich es dann endlich mitgenommen.
 Ich habe mich unheimlich auf das Buch gefreut und es passt einfach hervorragend zu meiner aktuellen Stimmung. Demnach: Wir haben hier ein Buch mit reichlich negativer Message.
  Viel zu sagen ist hier wirklich schwer, denn mit jedem Satz, den ich schreibe, habe ich das Gefühl, euch die Geschichte zu rauben.
  Ich lasse sie euch. Und höre hier auf, weiter darüber zu reden.


Charaktere 
  Was lässt sich sagen über eine Person, die keinen eigenen Körper hat nicht einmal eine eigene Vergangenheit? A ist Zaungast. Er durchlebt jeden Tag ein anderes Leben, bekommt einen Eindruck davon, wie  "normale" Menschen leben. Hält sich zurück, um keinen Schaden anzurichten.
  Und obwohl A so lange Zeit so zurückhaltend gelebt hat, lernen wir auch seine egoistische Seite kennen. Nach außen hin versucht er, sich jeden Tag neu einzustellen auf die Person, deren Körper er sich für einen Tag geliehen hat.

Über einen solchen Charakter etwas zu schreiben ist nicht unbedingt leicht. Ich habe gemerkt, wie ich am Anfang mit ihm gefremdelt habe, weil ich ihn einfach nicht einordnen konnte. Nach Beenden des Buches kann ich es immernoch nicht ganz, aber es ist leichter geworden.
  Wir lernen recht schnell, die Charaktere zu lieben. Gerade A ist mir wirklich ans Herz gewachsen, wohingegen ich Rhiannon bis jetzt noch nicht sonderlich mag. Aber das ist ja bekanntlich Ansichtssache.


Schreibstil/Übersetzung
  Eine andere Erzählweise als die Ich-Perspektive kommt für dieses Bild überhaupt gar nicht in Frage. Wir erleben alles aus A's Sicht, verfolgen ihn durch die diversen Leben, in die er Einblick bekommt. Das Buch liest sich unheimlich gut und schnell, lediglich die Geschichte hat mir ab und an einen Dämpfer verpasst.  Ohne einen Fehler in dieser Übersetzung zu finden, habe ich das Buch in einer wundervollen Geschwindigkeit lesen können, die mir für dieses Buch einfach absolut passend erschien - durchrase war nicht drin, aber man wurde auch nicht im Lesefluss gestoppt.



 Ein wirklich tolles Buch, aber Menschen, die nur fröhliche Bücher mögen, sollten vielleicht davon absehen...


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