Donnerstag, 4. September 2014

[Buch-Rezension] Vulkantöchter

   Vulkantöchter
Steffanie Burow
Taschenbuch: 480 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783426639061

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Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!



Eine verwirrende Vielfalt der Kulturen, überwältigende Natur und düstere Riten - die Touristin Alexandra kann der Exotik Indonesiens wend abgewinnen. Doch als ihr Mann Martin auf mysteriöse Weise verschwindet, führt sie die Suche nach ihm tief in die Geheimnisse der Inselwelt. Und weit über ihre eigenen Grenzen hinaus.



Cover/Aufmachung
Wow. Was bleibt mehr zu sagen? So ein wunderschönes Cover, so herrlich atmosphärisch und genau so, wie ich mir die Landschaft vorstelle, ohne jemals dort gewesen zu sein. Oben rechts in der Ecke prangt das Tattoo, das im ganzen Buch eine tragende Rolle spielen wird. Ob ich das Buch aber nur des Covers wegen zur Hand genommen hätte, kann ich nicht sagen.


Inhalt/Geschichte
  Alexandra und Martin sind schon lange ein Paar und verbringen dieses Jahr ihren Urlaub zusammen in Indonesien. Während Martin gar nicht genug von der atemberaubenden Landschaft und den Menschen selbst bekommen kann, ist Alexandra des Landes schnell überdrüssig: Es ist warm, feucht, sie versteht die Menschen nicht und überdies ist alles schmutzig und einfach nicht ihren hohen Ansprüchen gewachsen. Nicht nur das Land ist nicht das, was sie erwartet hat, auch in ihrer Ehe läuft bei Weitem nicht alles so, wie es sollte. So ist es auch nur minder überraschend, als Martin eine Affäre mit der Indonesierin Sien beginnt. Doch als er kurz darauf mit dieser in einer Nacht und Nebel Aktion einfach verschwindet, ohne sich auch nur zu verabschieden, ist Alexandra so aufgebracht, dass sie Birgit - ihre Reiseleiterin - engagiert, sie auf der Suche nach Martin zu begleiten und zu untersützen.
  Schon bald stellt sich heraus, dass diese Verfolgungsjagd wichtiger ist, als sie zunächst dachten. Denn wo es am Anfang noch darum geht, den untreuen Ehemann zur Rede zu stellen, geht es am Ende um nicht anderes, als ihm das Leben zu retten.

  Ich will ehrlich sein, wie immer: Ich habe nicht viel von diesem Buch erwartet. Ein Roman, ein zerstrittenes Ehepaar, das sich am Ende sicherlich wieder versöhnen wird. Wow. Eine Geschichte, wie man sie schon zig Mal gehört hat.

  Denkste! Dieses Buch hat mich fesseln können, mit  einer überraschend "liebes-freien" Geschichte, die uns tief zu den Urstämmen Indonesiens führt; uns mitnimmt auf eine Reise quer durch dieses faszinierende Land.  Es ist ein Buch, das einem lebendige Bilder in den Kopf zaubern kann und in dem man voll und ganz abtauchen kann - Urlaub für den Kopf!
  Die von mir erwartete - und gefürchtete - Liebelei wurde auf ein Minimum reduziert und hat mich somit mit ihrer Schlichtheit überrascht. Kein "Ich liebe dich für immer und ewig!", kein "Es wird alles wieder gut!" und kein "Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage". Das hat mich wirklich positiv überrascht und somit was die ganze Geschichte deutlich (!) besser, als ich ursprünglich erwartete.


Charaktere 
   Unsere Protagonistin ist ganz eindeutig die gute Alexandra. Eine Tochter aus dem hanseatischen Handelsadel, die nicht damit geizt, ihren Wohlstand zur Schau zu stellen und der festen Überzeugung zu sein scheint, dass sie in die Welt Indonesiens nicht passt - dreckig, unhygienisch und verarmte Menschen - so etwas passt nicht. Dementsprechend ekelhaft ist sie auch zu Beginn des Buches. Sie begegnet uns als arrogante Person, die sich und ihr Wohlbehagen über alles und jeden stellt.
   Als sie dann aber von Martin verlassen wird, beginnt diese Fassade zu bröckeln und wir erhaschen einen Blick auf die echte, wahre Alexandra. Nach und nach gibt sie mehr von sich selbst preis und ganz langsam verändert sie sich. Wird sie verändert durch das Land. Und scheint sich ausgesprochen wohl damit zu fühlen, sich nicht hinter dieser Fassade aus teuren Kleidern, Taschen und Schuhen verbergen zu müssen.

   Dieses Buch enthält eine Vielfalt an Charakteren, die ich euch hier beschreiben könnte - ich habe mich aber nur auf Alexandra konzentriert, denn sie steht im Mittelpunkt und ist der Antrieb der Reise quer durch Indonesien.  Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass alle Charaktere, die eine größere Rolle in diesem Buch spielen, wundervoll ausgestaltet sind und jederzeit glaubwürdig erscheinen, jeder mit seinen Ecken und Kanten, mit Macken, die den Charakter ausmachen, jeder mit einer hingebungsvoll entwickelten Hintergrundgeschichte. Großes Kompliment hierfür!


Schreibstil/Übersetzung
  Der Schreibstil. Hierzu etwas zu sagen, fällt mir zugegebenermaßen sehr schwer. Also der Reihe nach: Das Buch ist ganz hervorragend geschrieben, hier gibt es nichts zu meckern. Auch Zeichensetzung und Rechtschreibung sind -soweit ich das gesehen habe - makellos. Dennoch gibt es für mich hier es zu meckern, wen auch auf recht hohem Niveau:
  Dieses Buch liest sich für mich unheimlich langsam. Ich habe sehr lang gebraucht, um mich mit dem Schreibstil (und der Geschichte) anzufreunden und hatte oft Schwierigkeiten damit, den Sätzen zu folgen. Allein dieser Umstand ist es, weswegen dieses Buch keine 5 Punkte von mir bekommen wird. Denn ein gutes Buch zeichnet sich nicht nur durch die Geschichte aus, sondern auch dadurch, dass ich es flüssig lesen kann. Das hatte ich hier leider nicht bzw. nur bedingt.

Ein tolles Buch, weit weg von kitschig-übertriebenen Liebesgeschichten, das viele tolle Momente verspricht und farbenfrohe Kopfbilder zeichnet!


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