Freitag, 7. November 2014

[Buch-Rezension] Die Auserwählten im Labyrinth

   Die Auserwählten im Labyrinth
James Dashner
Taschenbuch: 496 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Maze Runner
ISBN: 978-3-551-31231-0

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 Band 2
Band 3
Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsamen Ort gelandet - einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Nun liegt es an ihm und den anderen Überlebenden, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch die Zeit drängt und nicht alle werden es schaffen...



Cover/Aufmachung
   Direkt schlägt uns vom Cover die düstere Atmosphäre entgegen. Wir sehen die Tore des Labyrinths, die sich nur einen Spalt breit geöffnet haben - durch den Licht in die Düsternis dringt, was ein wundervolles Gleichnis ist.
  Allein das Cover hätte mich wohl nicht unbedingt überzeugt, dieses Buch zu kaufen, obwohl es doch so herrlich passend zur Geschichte ist.

Inhalt/Geschichte
   Plötzlich bist du da. Einfach so - ohne eine Vergangenheit, ohne dich an irgendetwas vor diesem Moment zu erinnern. Der Moment, als du mit einer Art Aufzug eine halbe Ewigkeit in der Dunkelheit nach oben fährst - weiter nach oben, immer weiter. Um dort die Augen zu öffnen und umgeben zu sein von Jugendlichen, in einer Umgebung, die du nicht kennst, dir aber dennoch wage bekannt vorkommt. Nur recht schnell wird dir klar: dieser Ort ist alles, nur nich friedlich. Und du musst hier weg.
  Thomas passiert genau das. Er wird als Neuer zu den "Lichtern" geschickt - den Bewohnern der Lichtung außerhalb des Labyrinths, das jeden Tag aufs Neue von den Läufern erkundet wird - denn das Labyrinth bewegt sich. Jede Nacht verschieben sich die Wände. Thomas fügt sich in sein neues Schicksal und als am nächsten Tag noch ein Mädchen mit einem geheimnisvollen Zettel in der Hand auftaucht, beginnt die Lage brenzlig zu werden.

  Ich gestehe,  dass ich dieses Buch in allererster Linie aus einem Grund gelesen habe: Ich will den Film sehen. Und bekannterweise gehöre ich zu den Menschen, die, soweit möglich, das Buch erst lesen, bevor sie den Film sehen.  So auch hier. Außerdem wurde es mir mehrfach empfohlen.
  Was also halt ich nun davon? Ich habe sehr lange für das Buch gebraucht - was meiner Leseflaute zuzuschreiben ist.  Obwohl die Geschichte wirklich fesselnd war und das Buch im Gesamten keine Schuld trifft, habe ich doch eine ganze Weile hierfür gebraucht.
  Die Geschichte selbst ist wirklich toll. Sehr gut durchdacht, nachvollziehbar und spannend. Thomas, unser Protagonist weiß zu Beginn genauso wenig wie wir und nur langsam, Stück für Stück, erfahren wir mehr über das Labyrinth und warum die Jugendlichen - außer Teresa übrigens alles männliche Exemplare - dort sind. 

  Dennoch hat es dieses Buch nicht geschafft, mich so zu packen, dass ich es immer wieder zur Hand nehmen wollte, um unbedingt sofort zu erfahren, wie es weiter geht. Es hat mir dieser letzte Funken gefehlt, der mich bei anderen Büchern packt und lesen lässt, bis mir die Augen zufallen oder die mich in den unmöglichsten Situationen zum Buch greifen lassen.
  Die Geschichte ist durchaus lesenswert und ich kann mir gut vorstellen, dass es helfen könnte, wenn man den Film sieht. Außerdem sollte man wohl über ein wenig Fantasie verfügen, wenn man sich bestimmte Dinge (wie z.B. die Griewer) plastisch vorstellen will.


 

Charaktere
  Die Geschichte dreht sich für uns hauptsächlich um Thomas - einen Jungen, der als Auserwählter zu den Lichtern geschickt wird, ohne Erinnerungen an sein vorheriges Leben. Er merkt nur sehr schnell: Er will Läufer werden. Unbedingt. Und er ahnt, dass irgendwas an ihm anders ist, als an den anderen Lichtern. Aber was das sein könnte, weiß er einfach nicht.

  Ich weiß nicht, was ich zu Thomas sagen soll. Ich stehe ihm gegenüber sehr neutral. Er ist kein Charakter, der mir übermäßig ans Herz gewachsen ist, aber auch niemand, der mir egal ist oder gegen den ich gar Abneigung entwickelt habe.
   Generell habe ich persönlich wenig Bezug zu den Charakteren finden können - woran genau das liegt, vermag ich nicht zu sagen.


Schreibstil/Übersetzung
  Für ein Jugendbuch ist dieses hier schon sehr reif geschrieben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren - von der Geschichte hier mal ganz abgesehen! - wirklich Probleme mit dem Schreibstil hätten. Für mich war das sehr angenehm. Die Orte waren ausreichend beschrieben, ohne dass man sich durch seitenweise Details durchlesen musste.


  Ein gutes Buch für Fans von Fantasy-Geschichten und Dystopien, das vielleicht aber derzeit ein wenig zu sehr gehyped wird und deswegen an manchen Punkten minimal enttäuschend wirken könnte.

Kommentare:

  1. Huhu,

    du hast natürlich recht mit dem Hype. Bei solchen Büchern bin ich immer besonders skeptisch, aber dieser Auftakt hat mir gut gefallen. Den Kinofilm dagegen fand ich etwas schwächer.

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja!

      Ich bin da auch eher skeptisch ;) Ich fand das Buch auch überhaupt gar nicht schlecht, es ist ein tolles Buch, aber für mich persönlich hat der letzte Funke gefehlt ;)

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