Sonntag, 14. Dezember 2014

[Buch-Rezension] Land ohne Lilen - Geraubt

   Land ohne Lilen - Geraubt
Lauren DeStefano
Taschenbuch: 400 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Last Chemical Garden Trilogy - Wither
ISBN: 978-3-570-30918-6
Preis: 8,99€

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Rhine Ellery ist sechzehn Jahre alt, als sie entführt und in die Villa des reichen Linden verschleppt wird. Dort soll sie den Rest ihres kurzen Lebens als seine Frau verbringen. Denn in Rines Welt leben Frauen nur bis zu ihrem zwanzigsten Geburtstag. Als Lindens Braut genießt Rhine ab sofort ein Leben voller Luxus, in der nur eines fehlt: Freiheit. Gemeinsam mit dem jugen Grabriel, der in Lindens Haushalt arbeitet, plant sie ihre Flucht, bevor es zu spät ist...


Cover/Aufmachung
   Seht euch doch nur dieses wunderschöne Cover an! Ich liebe ja die Farben sehr, aber leider passt es nur entfernt zum Buch - die Grundstimmung der Protagonistin wird zwar schön eingefangen, trotzdem empfinde ich es als nicht ganz passend... Dennoch natürlich sehr schön und auch die Lilie  auf jeder Seite (an der Seitenzahl) gibt dem Buch ein sehr harmonisches Auftreten

Inhalt/Geschichte
  Vor einigen Jahren gelang es Wissenschaftlern, Kinder zu "züchten", die niemals krank werden und deren Organe nicht versagen - eine nahezu unsterbliche Generation, wenn sie nicht getötet werden. Doch leider hatte diese gentechnische Veränderung einen entscheidenden Nachteil: die nachfolgenden Generationen sind mit einem deutlich kürzeren Leben gestraft. Während die Männer immerhin ganz 25 Jahre alt werden, sind es bei den Frauen gerade mal 20.
  Rhine ist 16 und hat demnach noch 4 Jahre zu leben, als sie entführt und an den Haushalt von Linden verkauft wird.  Dort soll/muss sie ihn heiraten und lebt fortan mit ihren beiden Schwesterfrauen Jenna und Cecily in purem Luxus und Sicherheit.
  Doch all der Luxus und die Sicherheit fordern einen hohen Preis: Die Freiheit.

  Ich habe mir dieses Buch hauptsächlich des Covers wegen geholt. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, freute ich mich auf eine schöne, klassische Dystopie.
  Leider wurde ich in dieser Vorfreude nur zum Teil bestätigt. Die Grundzüge der Welt, in der wir uns befinden, sind durchaus dystopisch, doch mir hat in dieser Geschichte einfach etwas ganz simples gefehlt: Spannung.
  Das ist unheimlich schade, denn die Idee des Buches ist unheimlich toll. Und auch unter dem Aspekt, dass dieses Buch der erste Teil einer Trilogie ist, war er mir einfach zu langatmig. Während auf der einen Seite der "Wann-passiert-da-endlich-mal-was?"-Gedanke, auf der anderen erscheint es aber einfach eine simple Aneinanderreihung zu handeln, als würde uns ein Kind erzählen, was es heute alles erlebt hat ("Und dann... und dann... aber dann... dann..."). Das ist ein wenig überspitzt, auf mich hat es aber leider so gewirkt. 
  Ob ich mir den zweiten Teil (Geflohen) holen werde, weiß ich nicht, derzeit tendiere ich aber zu einem Nein.

Charaktere
  Unsere Protagonistin heißt Rhine Ellery. Sie ist 16 Jahre alt und hat nur noch 4 Jahre zu leben. Sie lebte mit ihrem Bruder zusammen, bis sie eines Tages von der Straße weggestohlen wurde - zusammen mit anderen Mädchen eingesperrt in einem Laster wird sie ihrem zukünftigen Ehemann Linden vorgeführt - und ihre Heterochromie (= zwei verschiedene Augenfarben) rettet ihr das Leben. Doch Rhine ist nicht glücklich mit dieser Zwangsehe - im Gegenteil, sie plant ihre Flucht aus einem Leben voller Luxus, aber ohne Freiheit.

  Ich persönlich mag Rhine nicht und das ist ein großes Problem. Die Charaktere erscheinen mir alle so flach und platt, dass ich mir kein plastisches Bild von ihnen erstellen kann, so sehr ich es auch versuche. Es scheint oft, als könne sich die Autorin selbst nicht entscheiden, in welche Richtung sich ihre Charaktere (und die ganze Geschichte) entwickeln sollen. Die Charaktere wirken in eine Richtung gezwungen, was ihnen viel ihrer Glaubwürdigkeit raubt. Leider.


Schreibstil/Übersetzung
  Die Übersetzung. ... Hm... Schwer. Ich habe sehr viele Tippfehler gefunden (z.B. "gegen" statt "gehen"), was mir den Lesefluss doch ziemlich zerstört hat. Ansonsten ist dieses Buch stark an Jugendliche angelehnt, was man auch an der oben schon erwähnten - für mich nicht sehr angenehmen - Erzählweise merkt.


  Ein dystopisches Jugendbuch, das eine tolle Möglichkeit ist, wenn man leichte Lektüre haben will, auf die man sich nicht groß konzentrieren braucht und die keine allzu umfangreiche Geschichte erzählt. Für diejenigen, die sich aber auf eine schöne Dystopie gefreut haben, der Rat: Eher Finger weg.

Kommentare:

  1. Huhu Michelle! :)
    Die Weihnachtsaktion bei ankas geblubber führt mich zu dir. ;)
    Oh schade! Das Cover und die Story haben mich auch angesprochen. Hört sich an, als wäre es dann aber doch nichts für mich. Dabei klingt die Handlung eigentlich so spannend. Aber das ist mir schon öfter passiert ... Leider! Doch zum Glück gibt es ja genug Bücher, die das wieder gut machen können. ;D
    Ich lasse dir ganz liebe Grüße hier. Man liest sich ... ;)
    Sarah von LeseBonbons

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    1. Hallo Sarah!

      Wie schön, dass du zu mir gefunden hast :) Herzlich Willkommen!

      Ja es stimmt, es ist wirklich schade, wenn der Inhalt leider nicht halten kann, was Cover und Buchbeschreibung hergeben. Aber dafür gibt es dann auch Bücher, die das genau Gegenteil sind - eine tolle Überraschung! Und über die freut man sich dann umso mehr :)

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