Dienstag, 6. Januar 2015

[Buch-Rezension] Das Rachespiel

   Das Rachespiel
Arno Strobel
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Fischer
ISBN: 9783596196944
Preis: 9,99€

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Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert. Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des "Spiels" wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht - für Frank, für seine Frau. Und für seine Tochter...

Cover/Aufmachung
   Ein unheimlich dunkles, düsteres Cover, das so beklemmend auf diejenigen wirkt, die es sehen. Das Cover greift wunderbar die Atmosphäre in der Geschichte auf und erweckt sie beim Leser jedes Mal aufs Neue, wenn man das Buch in die Hand nimmt.

Inhalt/Geschichte



  Frank Geissler ist erfolgreicher Familienvater - er ist verheiratet, hat eine Tochter und führt ein erfolgreiches Unternehmen. Als ihn eines Tages die Nachricht erreicht, er solle auf die Seite das-spiel.to (die es übrigens eine zeitlang wirklich gab!) gehen, denkt er zunächst an eine PR-Aktion und beschließt, herauszufinden, was es damit auf sich hat. Doch als er die Homepage lädt, glaubt er nicht mehr an einen PR-Gag - auf dem nun erschienen Bild ist ein Mann sichtbar, abgemagert und angekettet - direkt neben Käfigen voll mit hungrigen, fiependen Ratten.  Er hat die Chance, diesen Mann zu retten - und findet sich mittendrin im Rachespiel.

  Puh. Ziemlich böse das Buch. Ich habe von Anfang an problemlos in die Geschichte gefunden und habe Seite und Seite weggelesen. Was ich ehrlich schade finde, ist, dass die Lösung (zumindest für mich) so unheimlich offensichtlich war, dass ich sie schon nach ca. einem Viertel des Buches für mich heraus hatte. Vielleicht ist das ein wenig die "Thriller-Erfahrung".
  Was ich unheimlich mochte, waren die Rückblicke, die wir immer wieder mit den Charakteren und vor allem unserem Protagonisten durchlebt haben. So haben wir nach und nach erfahren, was damals geschehen ist.


Charaktere
  Eigentlich sollte man ja meinen, dass Frank ein wundervolles Leben führt: eine glückliche Familie und einen guten Job hat er schon mal sicher. Was aber auch sicher ist, ist das Geheimnis, das er hütet und das ihn sein Leben lang verfolgen wird. Und doch hütet er dieses Geheimnis wie einen Schatz, denn keiner darf davon erfahren. Außer denjenigen, die dabei waren. Etwas, für das er jetzt büßen muss, weswegen er Schmerz und Angst ausstehen muss.

  Insgesamt sind die Charaktere nicht unbedingt so tiefgängig, wie ich das gern mag. Man hätte deutlich mehr rausholen können, das wäre aber sehr auf Kosten des Buches und der Geschichte geschehen, die so unnötig in die Länge gezogen worden wäre. Denn obwohl die Charaktere in anderen Büchern vielleicht mehr Tiefgang haben, hatten Manuela, Torsten, Jens und Frank das genau richtige Maß an Intensität für dieses Buch. Wir erleben die vier in einer Extremsituation, in der wir sie vielleicht besser kennenlernen können, als auf 600 Seiten Alltag.


Schreibstil/Übersetzung
  Hachja der Arno. Gewohnt souveräner Schreibstil, wundervolle Beschreibung der Umgebung. Was soll man da noch sagen? Das Buch hat sich wunderbar flüssig lesen lassen, die Seiten flogen vorbei und - schwupp! - waren schon wieder ein, zwei Stunden vorbei.



 Ein tolles Buch für Thriller-Fans! Etwas Abzug dafür, dass das Ende so leicht vorherzusehen war, dennoch absolut und jederzeit lesenswert!

Kommentare:

  1. Salut, Michelle.
    Wie sehe bist Du mit allerlei Tatendrang ins Jahr "Neu" gekommen. Die 15 läßt sich gut an!

    Demnach mit einer Runde kauen an den Nägeln, einem dark thriller. Wobei es vielleicht kein Fehler war, daß der erfahrenen Genre-Leserin in Dir früh der richtige Verdacht kam. Immerhin hattest Du dann den Kopf frei für die weitere Spannungslage.

    Deine Nager-Gang wird während der Lektüre sicher friedlich am Abhängen gewesen sein... :-)

    bonté

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    1. Um genau zu sein hat die Nager-Gang gar nicht so viel mitbekommen von der Lektüre -ich habe darauf verzichtet, ihnen daraus vorzulesen...Nicht, dass sie noch auf blöde Gedanken kommen...;)

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