Dienstag, 20. Januar 2015

[Buch-Rezension] Unheilvolle Minuten

   Unheilvolle Minuten
Robert Cormier
Taschenbuch: 256 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: We all fall down
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31139-9
Preis: 6,99€

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 Um neun Uhr achtundvierzig beging die vierzehnjährige Karen Jerome den Fehler, von ihrer Freundin schon früh nach Hause zu kommen.
Eine abscheuliche Tat erschüttert die Bewohner der Kleinstadt Burnside: Jugendliche sind in das Haus einer Familie eingedrungen, haben es verwüstet und eine der Töchter misshandelt. Alle fragen sich, wer zu so einer Tat fähig wäre - und niemand ahnt, dass die Täter unbehelligt mitten unter ihnen leben. Bis zu dem Tag, an dem jeman beginnt, Rache zu nehmen.

Cover/Aufmachung
   Ich habe wohl einen Hang zu dunklen, bedrückenden Covern - denn auch dieses hier ist schwarz gehalten, im Hintergrund sieht man nur die Terassentür zu dem verwüsteten Haus. Das Cover ist also recht unspektakulär. Ob es mir weiter aufgefallen wäre, kann ich nicht sagen. Vermutlich aber eher nicht. Zumindest wäre das Cover allein für mich kein Grund gewesen, das Buch zur Hand zu nehmen

Inhalt/Geschichte



  Sie machen sich einen Spaß daraus, das Haus der Familie Jerome zu verwüsten - Gläser werden zertstört, sie pinkeln an die Wände und erbrechen sich auf den Boden. Macht, was ihr wollt. Einzige Bedingung: Es werden keine Fenster zerstört. Als dann überraschend Karen Jerome nach Hause kommt, ist diese natürlich eine unliebsame Zeugin - die sofort mittels eines kleinen Schubsers die Kellertreppe hinunter außer Gefecht gesetzt wird. Karen fällt darauf hin ins Koma und die Täter fliehen unerkannt - oder denken das zumindest. Denn der Rächer hat die ganze Szenerie beobachtet, sich ihre Gesicher gemerkt und macht sich auf die Suche nach ihnen, um seinem Namen gerecht zu werden...

  Ich gestehe! Der Buchrücken klingt WIRKLICH richtig gut. Leider hat die Geschichte selbst mich dann doch ein wenig enttäuscht. Eigentlich ging es dabei nur um eine Liebesgeschichte zwischen Jane (Karens Schwester) und dem jugendlichen Alkoholiker Buddy. Die Geschichte, die mich so gereizt hat - nämlich die um den Rächer - kam leider für mein Empfinden viel zu kurz.
  Das Buch war unheimlich langatmig und oftmals hat es mir die Lust aufs Weiterlesen wirklich genommen. Was ich dem Buch aber wirklich zugute halten muss: Es hat ein überzeugendes, realistisches Ende! Naja.. fast.



Charaktere
  Jane Jerome ist mit ihrer Familie nach Burnside gezogen. Sie hat sich dort einen Freundeskreis aufgebaut und festgestellt, dass es dort gar nicht so schlimm ist, wie zunächst befürchtet. Doch als die Zerstörung statt findet, ändert sich das - ihre Freunde wenden sich von ihr ab und sie fühlt sich nicht mehr sicher zuhause. Sie verbringt viel Zeit bei ihrer komatösen Schwester im Krankenhaus. Bis sie Buddy kennenlernt und sich in ihn verliebt. Doch Buddy hat - außer seinem Alkoholismus - ein Geheimnis, das ihre Liebe zerstören kann.



  Mir persönlich fiel es leider sehr schwer, einen Bezug zu den Charakteren zu finden. Gerade zu Buddy nicht. Den kann ich wirklich überhaupt nicht leiden. So gar nicht. Generell fehlt es mir bei den Charakteren an etwas. Nicht mal unbedingt an Tiefe, denn die wichtigsten Charaktere - Jane, Buddy und der Rächer - haben eine ausgeprägte Vergangenheit (von der man an mancher Stelle durchaus mehr hätte berichten können). Dennoch fehlt es ihnen für mein Empfinden an Glaubwürdigkeit.


Schreibstil/Übersetzung
  Einfacher, eingänglicher Schreibstil, der gut für Jugendliche im unteren Drittel der Pubertät geeignet ist - thematisch vielleicht nicht ganz so.  Leicht zu lesen, aber wegen der Langatmigkeit dauert es doch ganz schön lang, bis man durch das Buch durch ist.

  Ein Jugenbuch, dass thrillerartig anmuted, dann aber eine Liebesgeschichte offenbart. Für 13-jährige vielleicht noch gut, für mich leider gar nicht.



Kommentare:

  1. Bonsoir, Michelle.
    Hier hat ein Roman aber mit wehenden Fahnen die falsche Ausfahrt genommen; gerade weil einem der Klappentext ein linkes Bein stellt.
    Nicht nur die Trinksucht dürfte ein Manko Buddys sein. Anzunehmenderweise wäre er auch prädestiniert einer der Vandalen zu sein.

    Gefallen hat mir Deine schmissige Formulierung "...im unteren Drittel der Pubertät". :-D

    Dir 13 Gründe Dich zu freuen!

    bonté

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    1. Ich wusste nicht, wie ich es denn sonst nett formulieren sollte ;)

      Ich danke dir <3 Falsche Ausfahrt trifft es leider sehr gut, dafür ist die aktuelle Lektüre dementsprechend besser :)

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