Mittwoch, 27. Mai 2015

Blogtour: Mark Neustädter - Die Spur der Tränen

Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen zu meinem Beitrag.




Heute, am Mittwoch, wollen wir uns im Rahmen der Blogtour mit einem Kernthema des Buches auseinander setzen. Schon Einstein soll 1949 gesagt haben: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Betrachtet man sich die Population der Bienen und die Aussagen der Imker, so steht die Zukunft der Menschheit also unter keinem guten Stern.


Quelle

Doch wie bedrohlich ist das Bienensterben tatsächlich? Der deutsche Imkerbund lies verlauten, dass 20% der Bienenvölker den Winter nicht überstanden haben. Zum Vergleich: Im Winter 2013/2014 sind nur 8-9% der Völker verstorben.
Drastisch gesprochen ist Deutschland ein riesiges Massengrab für Bienen - besonders schlimm getroffen hat es dieses Jahr die Bayern. (Quelle)


Quelle














Doch woher kommt dieses plötzliche Sterben unserer fleißigen Honigfabrikanten?
 Hier finden wir die Antwort vorrangig in diesen kleinen Kerlchen hier:


Quelle
Die Varroamilbe (varroa destructor) ist mit einer Größe von 1,6 mm mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie befallen hauptsächlich die Brut und haben sich perfekt an die Entwicklungsphasen der Bienen angepasst. Dabei werden die Eier des Parasiten in die Brutzellen der Bienen gelegt. Die geschlüpfte Larve beginnt schon früh, sich am Blut der Biene gütlich zu tun, so dass diese frühzeitig als ausgewachsenes Tier verstirbt.

Obgleich die bekannteste Gefahr, ist die Varroamilbe nicht der einzige Faktor, der den Bienen das Leben schwer macht. Auch Pestizide sorgen dafür, dass die fleißigen Pollensammler ein frühes Ende finden. Welche Chemikalien hier genau wirken, ist aber nur schwer auszumachen, da meist Chemiegemische eingesetzt werden. Die Pestizide bewirken, dass die Bienen ihre Orientierung verlieren, nicht mehr kommunizieren und sich um die Brut kümmern können. Mit jedem Flug tragen die Arbeiterinnen kleine Mengen des Giftes in den Stock, wo es sich ausbreitet und nach und nach den ganzen Stock "befällt".
Weiterhin gibt es die Hypothese, dass gentechnisch veränderte Pflanzen schädlich für die Bienen sind - zum Beispiel, weil sie so gezüchtet wurden, dass sie ein Toxin bilden, dass Insekten abhalten soll.
Nicht zuletzt sei erwähnt, dass die voranschreitende Industrie immer mehr Flächen verschluckt, auf denen vorher die Nahrungsquelle für die Kleinen anzufinden war. Die Bienen verlieren also nicht nur an Futterplätzen, sondern auch an Lebensraum.



Wie also wirkt sich das große Bienensterben auf den Menschen aus?

Nicht nur, dass das Bienensterben einen großen wirtschaftlichen Nachteil bringt - weltweit erarbeiten sie etwa 200 Millionen Euro jährlich! Nein, durch das Bienensterben haben wir ein großes Defizit an bestäubten Pflanzen. Die fleißigen Bienchen tragen diesen häufig genutzten Zusatz ("fleißig") nicht umsonst: Rund 80 Prozent an Obst, Gemüse, Bäumen und Pflanzen werden von den kleinen Fliegern bestäubt. Welche Konsequenzen das für uns haben könnte, liegt auf der Hand. Lassen wir zu, dass die Biene ausstirbt, unterschreiben wir damit unser eigenes Todesurteil.

Wo keine Bienen sind, gibt es keine bestäubten Pflanzen mehr. Kein Obst, kein Gemüse. Die Pflanzen werden über kurz oder lang eingehen, die "Reserven", die wir haben, werden schwinden. Tiere im Allgemeinen werden eingehen. Und nach ein paar wenigen Jahren haben wir Menschen keine Nahrungsquelle mehr. Keine Pflanzen mehr, die unsere Luft reinigen.
Kurzum: Wir sterben. Verzögert ja, aber wenn die Biene verschwindet, verschwinden auch wir.


Quelle

Willst auch du etwas dagegen tun: Informiere dich! Pflanze bienenfreundliche Blumen in deinem Blumenkasten, biete ihnen im Winter eine Unterkunft, informiere dich beim deutschen Imkerbund.

Nicht nur im neuen Roman von Mark Neustädter spielen die Bienen eine wichtige Rolle. Sie sind unterschätze Hauptakteure unserer aller Leben. Und deswegen sollten wir dafür sorgen, dass sie uns erhalten bleiben.


Mehr zu "Die Spur der Tränen", in dem die Bienen die zentrale Rolle spielen, findet ihr auch bei meinen Blogtour-Kollegen:
25.5. Autorenvorstellung (Nadine)
26.5. Entstehung des Romans/Schauplätze (Melissa)
27.5. Bienensterben und die Bedeutung für den Menschen
28.5. Honig - Entstehung etc. (Uwe)
29.5. Zusammenfassung der Rezensionen/Leseeindrücke (Anka)

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    ja die Biene, so klein, aber so wichtig für unser aller Leben. In unserer GS werden/wurden gerade sogenannte Bienenhotels gebaut und ich hoffe, dass bewirkt etwas.

    LG..Karin...

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    1. Eine tolle Sache! Obwohl ja die meisten Leute immer wieder mal was vom ominösen Bienensterben hören, wissen ja die wenigsten, dass man mit ganz einfachen Mitteln helfen kann - ein solches "Bastelprojekt" steht auch bei mir noch auf dem Programm :) Toll, dass ihr sowas macht.

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  2. Hallo liebe Michelle,

    wow, was für ein toller Beitrag!!! Es ist eines der vielen Dinge, wie wir Menschen unsere Umwelt und den Planeten Stück für Stück zerstören und uns langsam aber stetig selbst zerstören ...

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Vielen lieben Dank, mein Bester!
      Leider hast du mit dem, was du da schreibst, durchaus Recht. Es ist traurig, zusehen zu müssen, wie wir uns nach und nach selbst dem Untergang weihen und blind in unseren eigenen Untergang rennen. Sollte nicht so sein und ich habe ja die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir Menschen noch rechtzeitig ein Einsehen haben.

      Ich bin sehr gespannt auf deinen Beitrag morgen <3

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  3. Konnichi wa, Nezumi san.
    Hintergründig etwas von The Duke Spirit... :-D
    Das rein biologische Konstrukt des Bienenstaates fasziniert den Menschen seit Alters her; was nicht nur an ihrer vielseitigen Nutzbarkeit liegt. Fleiß, Aufopferung für das Gemeinwohl & Findigkeit werden ihr zugesprochen. Leider hat sich der moderne Mensch der letzte zwei Jahrhunderte in rastlosen Schritten von der Natur entfernt. Zwar waren nicht wenigen auch früher Profit & Reichtum wichtiger als ihre Umgebung (Menschen eingeschloßen), aber das kurzsichtige Treiben hatte weniger, gravierende Konsequenzen.

    Die wissenschaftliche Theorie arbeitet derzeit und hintergründig mit Darwins Erkenntnis, daß sich (vielleicht) ein resistenter Stamm aus dem Aderlaß der Bienenvölker herausbildet. Andere, handfestere Forschungen zielen auf einen Nützling, der in Symbiose mit den Bienen lebt und ihnen die Milbe vom Leib hält. In einem ähnlichen Nebel wandern dritte Wissenschaftler, die Resistenzen von Wildbienen hier einkreuzen wollen.
    Weitaus schneller realisierbar wären hier dann wohl die künstlich erschaffenen Bestäuber aus der Robotik - Biene 2.0...

    Glückwunsch zu den geknackten 60 000 Clicks!

    And still 3 to go...

    bonté

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    1. Ohyaou~

      Die Frage nach restistenten Stämmen ist nur schwer zu beantworten - Immerhin ist es schwer, Resistenzen gegen Chemie zu entwickeln, die nachgewiesenermaßen auch den Menschen schädigt. Über den (Un-)Sinn des Einsatzes solcher Medikamente gibt es ja nichts zu diskutieren, denke ich.

      Ich hoffe jedenfalls sehr, dass wir keine Biene 2.0 benötigen werden - zumindest nicht ausschließlich. Vermutlich täte es der Gesamtheit ein Gutes, würden wir uns (notgedrungen?) ein wenig mehr auf unsere Wurzeln und unsere Umgebung besinnen.

      Ich danke dir <3

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