Sonntag, 24. Mai 2015

[Buch-Rezension] Das verbotene Eden I - Erwachen

   Das verbotene Eden I - Erwachen
Thomas Thiemeyer
Taschenbuch: 464 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 9783426509401
Preis: 9,99€

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Danke an dich, Thomas! Du bist der Beste!!
Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Ein Virus verwandelte Männer und Frauen in erbitterte Feinde. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der Wildnis ein neues Leben angefangen. Nichts scheint tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David...


Cover/Aufmachung
    Wunderschön! Ich bin so hin und weg von diesem Eyecatcher, dass ich es am Liebsten ständig ansehen würde. Der grüne Grundton und die wundervoll schillernden Drucke. Herrlich! Wunderschön!
 
Inhalt/Geschichte

  
   Die Menschheit steht vor dem Aus. Vor 65 Jahren brach ein Virus aus, der die Geschlechter dazu brachte, sich gegenseitig zu hassen. Die Männer leben für sich allein in den alten Städten und haben sich die motorisierten Fortbewegungsmittel (Autos, LKWs, Motorräder...) gesichert, während die Frauen sich auf die natürlich Ursprünge besinnen. Als die Männer dann aber die Vereinbarungen bezüglich der Landernten brechen, ist der wackelige Frieden in Gefahr.
  So kommt es, dass Juna mit ihrer Truppe auszieht, um die Pläne des Rates umzusetzen - und trifft auf David...

  Was für ein toller Auftakt! Wundervoll romantisch geschrieben, entführt uns Thomas in ein großes Abenteuer. Herrlich erzählt fiebern wir mit den Charakteren mit und vergessen die Welt, in der wir leben. Thomas schafft es wieder einmal, einen wundervollen Spannungsbogen zu erschaffen, der uns vollkommen mitreißt und die Geschichte in angenehmen Tempo vorantreibt, ohne inszeniert zu wirken.
  Ich war wirklich sehr gespannt, was Thomas uns hier bieten würde. Nachdem er mich zuletzt mit Devil's River aus meiner Leseflaute zu reißen vermochte, hatte ich ein wenig Sorge, dass ich hier nun doch wieder einen "Rückfall" erleben würde - doch nein! Wieder einmal bestätigt sich das Talent des Autors, Geschichten liebevoll und lebendig zu erzählen und den Leser mitzunehmen. Chapeu, Thomas!

  Ein wenig Fantasyliebe sollte man wohl mitnehmen, erinnert das Setting der Geschichte doch etwas an die "klassische" Fantasy, allerdings gepaart mit vielen modernen Elementen - ein weiteres Indiz für die Differenzen zwischen den beiden Geschlechtern. Immer wieder tauchen diese Hinweise auf die Unvereinbarkeit der beiden Geschlechter auf und verstärken somit das Gefühl der Separierung voneinander. Wer allerdings Freund von Dystopien ist, sollte dieses Buch auf jeden Fall auf die Wunschliste setzen!



Charaktere
   Unsere beiden Protagonisten Juna und David wachsen in einer Welt auf, in der Männer und Frauen lediglich zum Zwecke der Fortpflanzung zusammenkommen - und auch das nur widerstrebend. Die Liebe zwischen den beiden wird als unnatürlich abgegolten. Nicht desto trotz zeigt sich bei Juna und David ganz deutlich: Liebe ist nichts Schlimmes, nichts Böses und sollte nicht verboten sein unter den Geschlechtern. Wo am Anfang noch Abscheu herrscht, entwickelt sich etwas anderes, etwas positives, das die beiden aneinander schweißt. Zusammen beschließen sie, zu fliehen...

  Wie wichtig glaubhafte Charaktere mit Charakter sind, weiß jeder Leser. Wir alle kennen sie: diese Protagonisten, die man problemlos gegen jeden anderen 08/15 Menschen austauschen könnte und die der Geschichte etwas von ihrem Glanz stehlen. Und genau diese Charaktere sucht man hier vergeblich.
  Juna und David sind Charaktere, mit denen man sich trotz dieser für uns kaum vorstellbaren Situation gut identifizieren kann - Charaktere, die wir gern haben können mit ihren (anerzogenen?) Ecken und Kanten, der Sturheit, den Zweifeln, der Trauer und der Angst. Auch die anderen Charaktere, die wir kennen lernen, haben eine entwickelte Hintergrundgeschichte, die ihr Handeln zwar mitunter unsinnig aber dennoch glaubwürdig macht.

Schreibstil/Übersetzung
   Hier kann ich mich sehr kurz fassen: ein Thiemeyer! In gewohnt thiemeyer'schen Schreibstil werden wir durch das Mittel der Sprache in die Geschichte gesogen - und bekommen dabei recht früh im Buch schon kurz den Spiegel vorgehalten, was das Lesen angeht. Ein Schmunzeln an dieser Stelle sei erlaubt.

   Wow! Ein weitere grandioses Buch, das ich Dystopie-Anhängern, die nichts gegen eine angenehm gestaltete Liebesgeschichte einzuwenden haben, gern ans Herz legen möchte.

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