Samstag, 22. August 2015

[Buch-Rezension] Die Bibliothek der schwarzen Magie

  Die Bibliothek der schwarzen Magie - Die Wissende
Christopher Nuttall
Taschenbuch: 480 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Bookworm
Verlag: blanvalet
ISBN: 9783442264056
Preis: 9,99€

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Vielen lieben Dank an den blanvalet-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Elaines magische Gabe ist bestenfalls durchschnittlich und reicht gerade aus, um ihr eine Stellung in der Großen Bibliothek der Goldenen Stadt zu verschaffen. Aus Versehen löst sie dort einen uralten Zauber aus, der das gesamte Wissen der Bibliothek in ihren Kopf überträgt. Obwohl Elaine die dazugehörige Magie fehlt, lenkt ihre Kenntnis der stärksten Zaubersprüche die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie. Doch noch während die darum ringt, mer als eine Trophäe des Adels zu sein, kommt ihr ein schrecklicher Verdacht. War der Vorfall von langer Hand geplant?


Cover/Aufmachung
    Wir haben hier ein "klassisches Fantasycover". Die goldene Veredelung gibt dem Cover nochmal eine etwas unüblichere Ausstrahlung, so dass es sich zumindest ein wenig von der Menge an Fantasycovern abhebt. Leider hat der Buchumschlag selbst bei mir trotz sorgfältiger Handhabung recht schnell ziemlich gelitten (zerkratzt, abgestoßene Ecken...).
 
Inhalt/Geschichte



   Die Waise Elaine hatte es nie besonders leicht: Im Waisenhaus aufgewachsen wurde sie auf der Schule der Außergewöhnlichen von ihrer Erzfeinding Millicent regelmäßig gedemütigt. Nun arbeitet Elaine in der Großen Bibliothek und liebt ihre Arbeit mit den Büchern, ihren einzigen Freunden neben Daria, ihrer Mitbewohnerin.
   Als eine Lieferung mit Büchern eintrifft, soll Elaine diese auf gefährliche Exemplare untersuchen - und wird dabei von einem Fluch getroffen, der ihr das gesamte Wissen der Bibliothek in ihren Kopf hämmert - auch das Wissen aus den verbotenen Büchern. Dieser Zwischenfall ruft die magischen Ordnungshüter der Stadt auf den Plan - zu einer denkbar ungünstigen Zeit, denn nach dem Tod des Erzhexers ist die Stadt führungslos.
  Das birgt für Elaine eine weitere Gefahr: Nicht nur, dass sie für das Wissen in ihrem Kopf hingerichtet werden könnte - es könnte sich auch als ultimative Waffe im Kampf um den Posten der Erzhexers erweisen.

   Eine schöne Idee, gerade auch die Sache, Elaine in einen wortwörtlichen Bücherwurm zu verwandeln (wie auch der englische Originaltitel schon impliziert). Letztlich wartet aber auch hier wieder die klassische Fantasy-Geschichte, die jede/r von uns mindestens schon einmal gelesen hat. So hält die Geschichte zwar leider kaum wirkliche Spannung für eingefleischte Fantasy-Fans bereit, bietet aber trotzdem einige Stunden Lesespaß.
  Mit den fast 500 Seiten ist eine lange Zeit der Unterhaltung garantiert. Gleichzeitig führt die Länge des Buches mitunter aber auch zu Langatmigkeit - ein wenig kürzer mit steilerem Spannungsbogen wäre hier wünschenswert gewesen.
  Neben der Geschichte um Elaine selbst schlängelt sich Politik als roter Faden durch das Buch und wird immer wieder gut und nachvollziehbar eingebunden, ohne den Leser zu langweilen.

  Für diejenigen unter uns, die regelmäßig Fantasybücher lesen, wird dieses hier nicht unbedingt im Gedächtnis hängen bleiben, was es aber nicht schlecht macht - und gerade für Fantasyeinsteiger ist es bestimmt sehr gut geeignet.

  Das Ende lässt die Option auf einen zweiten Band offen, den man zwar sehr wohl lesen kann, aber nicht muss, da diese Geschichte in sich geschlossen betrachtet werden kann.
 


Charaktere
  Elaine ist Waise. Sie wurde als Baby vor dem Waisenhaus der Goldenen Stadt ausgesetzt, ohne Hinweis darauf, wer ihre Eltern sind. Ein klein wenig magisches Talent sichert ihr ihre Ausbildung und schließlich auch die Anstellung in der Großen Bibliothek.
  Nachdem der Zauber das gesammelte Wissen der Bibliothek in ihren Kopf gezwängt hat, verändert sich Elaines Leben schlagartig - nicht nur weiß sie jetzt Dinge, die ihre Sicht auf vieles, was sich in der Stadt ereignet, verändert hat. Sie muss auch um ihr Leben fürchten.

  Elaine vollzieht im Laufe des Buches eine wundervolle und subtile Wandlung. Während sie zu Beginn des Buches vollkommen glaubhaft darlegen kann, dass sie mit ihrem Posten in der Bibliothek und dem Kontakt zu den Büchern vollkommen glücklich ist, kann man sich das rückblickend gar nicht mehr vorstellen. Elaines Wandlung erfolgt absolut nachvollziehbar.

  Mein persönlicher Lieblingscharakter - Daria - kam leider ein klein wenig zu kurz für meinen Geschmack. Insgesamt muss man aber sagen, dass die Charaktere zwar nicht allzu tief ausgearbeitet sind, dies aber im Verlauf der Geschichte nicht weiter störend ist.

Schreibstil/Übersetzung
   Mit toller Wortwahl und schöner Sprache, allerdings im Spannungsbogen etwas zu flach gestaltet berichtet der allwissende Erzähler von den Ereignissen in der Goldenen Stadt. Obwohl weder Schreib- noch Grammatikfehler den Lesefluss stören, hat es mich doch einiges an Zeit gekostet, dieses Buch lesen zu können.

  Ein klassisches Fantasybuch - kann man lesen, muss man nicht.



Kommentare:

  1. Hey :)
    Tolle Rezension, das Buch habe ich auch noch bei mir stehen und jetzt habe ich richtig Lust dazu bekommen :D Es ist ein Rezensionsexemplar und ja, von daher passt das ja perfekt ;)
    Ich bin schon gespannt was ich dazu sagen werde

    Liebe Grüße
    Maddy ♥

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    1. Hey Maddy,

      na dann bin ich ja mal gespannt, was zu zu erzählen haben wirst :)

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