Dienstag, 8. September 2015

[Buch-Rezension] Schlusstakt

   Schlusstakt
Arno Strobel
Klappenbroschur: 224 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Loewe
ISBN: 9783785578650
Preis: 9,95€

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Sing um dein Leben!
Für Vicky scheint ein Traum wahr geworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf eine Million Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich: Vickys Mitbewohnerin Carolin wird am Strand gefunden - erschlagen.
  Wer ist zu so einer Tat fähig? War es einer der Kandidaten, die Carolin in den Fights aus dem Wettbewerb gedrängt hat? Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein...

Cover/Aufmachung
    Fernweh! Das überkommt einen nun doch ein wenig beim Anblick dieses Covers. Gleichzeitig schafft es mit dem aufgedruckten, geprägten Titel, den "Kratzern" und dem stürmischen Himmel eine düstere, bedrückende Atmosphäre - ein hervorragend zum Inhalt des Buches gestaltetes Cover!

Inhalt/Geschichte
  


    Ein neues Format erobert Deutschland! Eine neue Casting-Show, die ihren Teilnehmern alles abverlangt und sie auf die harte Realität des Showbusiness vorbereiten soll. Und mittendrin: Vicky, die eigentlich nur einer Freundin zu liebe an der Phase eins teilgenommen hat und nun unter den besten 50 ist. Zusammen reißen sie für Phase drei auf eine entlegene Südsee-Insel, wo ihre Zahl noch einmal drastisch auf 10 reduziert werden soll.
  Doch was zunächst als paradiesisch, wenn auch hart, anmutet, entpuppt sich als Albtraum für Vicky, als ihre Mitbewohnerin Carolin tot aufgefunden wird - erschlagen. Wer hat das Mädchen getötet? Warum? Und vor allem: Wer?

  Castingshows gehören mittlerweile ja zum "Kulturgut" deutscher Fernsehgeschichte. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht mindestens ein weiteres dieser Formate über die Bildschirme flimmert und von Millionen von Menschen verfolgt wird. Genau ein solches Setting hat sich Arno Strobel für seinen neuen Jugendthriller ausgesucht.
  Als Leser ist man natürlich schon von Beginn an skeptisch, was an der ganzen Sache mit dieser traumhaften Insel, auf der die Teilnehmer untergebracht sind, nicht stimmt. Und ja, schon bald bekommen wir die knallharten und unfairen Regeln und Handlungen der Jury mit. Hierbei scheint Regel Nummer eins zu sein: The show must go on.
  Je weiter wir in der Geschichte voranschreiten, umso eher entwickelt man einen regelrechten Hass gegenüber den Jury-Mitgliedern und versteht die Zweifel, die Protagonistin Vicky kommen.

  Richtig Fahrt nimmt die Geschichte dann auf, als Carolin tot am Strand gefunden wird und die Verdächtigungen anfangen - man selbst fiebert und überlegt mit, entwickelt eigene Theorien, die man bestätigt finden soll - oder nicht? Mich selbst konnte das Buch teilweise hinters Licht führen. Ich hatte meine Vermutung, die sich zwar bestätigt hat, dann aber doch als nicht ganz richtig herausstellte.
  Ich mag es ja sehr, wenn mich ein Buch noch überraschen kann, was dem guten Herrn Strobel hier wieder gelungen ist.

  Wie schon seinen ersten Jugendthriller "Abgründig" hat mir - insbesondere im Vergleich zu seinen "Erwachsenenbüchern" ein wenig an Spannung gefehlt, dennoch konnte ich dieses Buch an etwas mehr als einem Tag verschlingen.

  Insgesamt liefert Arno Strobel mit Schlusstakt einen würdigen "Nachfolger" zu Abgründig. Ein weiteres tolles Jugendbuch aus der Feder des talentierten Autors, das mit dem letzten Absatz die Fantasie des Lesers anregt, wie es eventuell weiter gehen könnte.

Charaktere
     Der für mich interessanteste Charakter in diesem Buch ist - zu meiner Überraschung - nicht unsere Protagonistin Vicky, die wir durch ihre Erlebnisse auf der kleinen Insel begleiten. Hier mehr über meinen Favoriten zu berichten, würde euch die Geschichte allerdings spoilern, was natürlich keiner möchte. 
  Wir erleben Vicky hautnah, ein junges Mädchen, voll von Emotionen, Zweifeln und Gedanken, die wir alle in ihrer Situation ebenso empfinden könnten. Sie und ihre Konkurrenten werden uns als glaubhafte Jugendliche voller Träume dargestellt, so dass die Identifikation mit den Charakteren problemlos stattfinden kann.
Schreibstil/Übersetzung
   Auch in dieser Hinsicht schließt Arno Strobel direkt an die von ihm gewohnte Qualität an und setzt fort, was wir von ihm auch schon in Abgründig geliefert bekamen: Angenehm lange Kapitel, guter Satzbau und einfache aber eindrückliche Wortwahl ließen mich auch dieses Buch vollkommen ungezwungen und ohne "langweilige" Passagen in kürzester Zeit weglesen.





  Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das sich auch super für Ältere eignet und tolle Unterhaltung bieten kann!



Kommentare:

  1. Ich muss ja gestehen, dass ich ein bisschen Angst vor deiner Rezi hatte. Das ganze Casting-Show-Gedönse verbunden mit seiner Oberflächlichkeit ist ja so gar nicht deine Welt. Umso mehr freue ich mich, dass dich "Schlusstakt" doch erreichen konnte. Genau wie dir gefiel auch mir der Schluss mit der durchaus vorhandenen Gesellschaftskritik, gell? Ein totaler Pageturner! Ich kann es gar nicht mehr erwarten, einen neuen Jugendthriller von Arno Strobel zu lesen, der dann auch hoffentlich mehr Seiten haben wird.
    Liebste Grüße
    Anka

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    1. Da hast du absolut Recht! Und es tut so gut, wieder gute Bücher zu lesen, solche, die uns nicht mehr los lassen. "Schlusstakt" gehört auf jeden Fall dazu!
      Und ja, ich hatte richtig Gänsehaut beim letzten Absatz.
      Ich setze ja große Hoffnungen in das Strobel-Poznanski-Projekt. Darauf freue ich mich schon sehr!

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