Samstag, 16. Januar 2016

[Buch-Rezension] Tote Mädchen lügen nicht

   Tote Mädchen lügen nicht
Jay Asher
Klappenbroschur: 288 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Thirteen Reasons Why
Verlag: Goldmann (randomhouse)
ISBN: 9783442476565
Preis: 9,99€

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Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf "Play" - und hört die Stimme von Hannah Baker.  Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.
Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. Dreizehn Personen hatten ihren Anteil daran.
Clay ist einer davon...

Cover/Aufmachung
   Leider muss ich gestehen, dass mich das Cover nicht sonderlich packen kann. Der einzige Bezug zur Geschichte ist die Strichliste auf dem Cover, die auch schon den Großteil des Covers ausmacht. Überzeugt mich nicht so wirklich.


Inhalt/Geschichte

   Hannah Baker ist tot. Sie hat sich selbst umgebracht. Die Gründe für ihren Suizid hat sie zuvor auf Kassetten aufgenommen - 13 Geschichten über 13 Personen, die alle zu ihrem Entschluss, sich das Leben zu nehmen, beigetragen haben. Und eben diese 13 Personen sollen nun ihre Geschichte hören. Sie schickte die Kassetten los - und nun sind sie bei Clay angekommen. Auch er hört sich Hannahs Geschichte an - und erfährt, welche Rolle er dabei gespielt hat.

  Es ist wirklich schade, aber wirklich packen konnte mich das Buch nicht. Das Thema ist unheimlich wichtig und auch die transportierte Aussage, dass alles, was wir tun, das Leben eines anderen beeinflussen kann und wir deshalb erst nachdenken sollten, ist eine gute. Dennoch konnte das Buch mich nicht an sich fesseln - ohne, dass ich sagen könnte, woran es liegt.

  Hannahs Geschichte wird glaubwürdig und realistisch dargelegt, dennoch erschienen mir die Auswirkungen zu sehr verharmlost und die Zusammenhänge mitunter doch etwas sehr weit hergeholt.


Charaktere

   Owohl wir Clay begleiten, ist eindeutig Hannah unsere Protagonistin - was es schwer macht, sich an sie zu binden, denn schließlich wissen wir von Beginn an, dass sie bereits tot ist - für mich hat es das sehr schwer gemacht, eine emotionale Verbindung zu ihr herzustellen. Um mich Clay verbunden zu fühlen, habe ich leider zu wenig von ihm und seiner Persönlichkeit mitbekommen. '
  Insgesamt hätten die Charaktere ein wenig mehr Feinschliff gebrauchen können...


Schreibstil/Übersetzung
  Der Geschichte zu folgen, stellt keinerlei Problem dar. Sie ist eindrücklich und einfach geschrieben, so dass es problemlos möglich ist, das Buch quasi jederzeit zu lesen. Der Wechsel aus der allwissenden und der Ich-Perspektive ist hier sehr präsent, um zu zeigen, welche Stellen von Hannah auf die Kassetten gesprochen wurden.








  Eine tolle Idee, deren Umsetzung mich leider etwas enttäuscht hat



Kommentare:

  1. Um ehrlich zu sein: Als ich das Buch vor Jahren gelesen habe, hat es mich aggressiv gemacht. Natürlich verstehe ich den GRundgedanken der Geschichte aber ich finde auch, dass es sich Hannah ziemlich leicht gemacht hat indem sie den Grund für ihren Selbstmord einfach anderen in die Schuhe geschoben hat. Ich konnte mich mit dem Charakter auch nicht wirklich anfreunden. Clay tat mir einfach nur leid, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war.

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    1. Ja da gebe ich dir recht. Zumal - das ist jetzt vielleicht etwas hart- ich die von ihr genannten Gründe keineswegs als Rechtfertigung sehe. Klar, Mobbing is sch****. Aber wirklich gemobbt wurde sie nicht mal. Und da alles irgendwie nur auf die anderen abzuwälzen, wo es ja doch eindeutige Hilfsangebote gab... Naja ;)

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