Sonntag, 14. Februar 2016

[Buch-Rezension] Eistochter

   Eistochter
Dawn Rae Miller

Taschenbuch: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Larkstorm

Verlag: blanvalet
ISBN: 9783442269457
Preis: 9,99€

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Nach dem Langen Winter, dem ein Großteil der Weltbevölkerung zum Opfer fiel, liegt der Staat im Kampf gegen die "Empfindsamen", Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Die 17-jährige Lark weiß, was von ihr als Nachfahrin der großen Staatsgründer verlangt wird: eine gehorsame Bürgerin zu werden. Aber dann wird ihre große Liebe Beck beschuldigt, zu den Empfindsamen zu gehören, und verschwindet spurlos. Als sich Lark aufmacht, um seine Unschuld zu beweisen, wir alles, an das sie je glaubte auf den Kopf gestellt: Denn auch sie selbst ist eine Empfindsame - und dazu bestimmt, Beck zu töten...


Cover/Aufmachung
   Das Cover konnte mich wirklich begeistern und nachdem ich das Buch gelesen habe, scheint es noch mehr Sinn zu ergeben. Die Prägung ist super gewählt und das Motiv nimmt einen schönen Bezug zur Geschichte.

Inhalt/Geschichte

   Lark ist die Tochter der Staatsgründer - und man erwartet perfektes, vorbildliches Verhalten von ihr genauso, wie von Beck, ihrem vorbestimmten Partner und ebenfalls Sohn der Gründer. Die beiden leben in einer dystopischen Zukunft, die allgegenwärtig von den "Empfindsamen" bedroht wird. Lark fiebert also der offiziellen Verbindung mit Beck entgegen und ihre ganze Welt dreht sich nur darum - bis Beck selbst beschuldigt wird, empfindsam zu sein. Als er verschwindet, beschließt Lark, ihn zu finden, um dieses Missverständnis aufzuklären. Doch statt dessen findet sie eine Wahrheit, die weit größere Einschnitte in ihrem Leben hinterlässt, als sie zunächst vermutet hat.

  Leider - wirklich leider! - spoilert der Buchrücken schon das ganze Buch. So ist jeder "Plottwist" schon vorhergesagt und die Offenbarung, dass Lark selbst empfindsam ist, ist nicht mehr sonderlich überraschend. Nach dieser Erkenntnis driftet das Buch dann stellenweise sehr in die Fantastik ab - ein Genre, dem ich prinzipiell sehr offen gegenüber stehe, das ich in diesem Buch aber nicht erwartet habe und das mich hier auch ziemlich gestört hat - für mein Empfinden hat es hier nicht hinein gepasst.

  Durch die Spoiler schon im Klappentext ist vieles der Spannung im Buch verloren gegangen und so liegt eine tolle Idee vor, die aber mit einem reichlich flachen Spannungsbogen und irgendwie unangebrachten Elementen ziemlich verloren hat.

  Es handelt sich hier um eine Reihe, leider konnte ich bisher nichts zu einer geplanten Veröffentlichung des zweiten Bandes auf Deutsch herausfinden, was es gleich nochmal ein wenig frustrierender macht, dieses Buch zu lesen. Das Ende ist zwar auf einen Cliffhanger hin aufgebaut, allerdings konnte dieser mich nicht packen, so dass es für mich nicht zwingen nötig ist, einen weiterführenden Teil zu lesen.


Charaktere

  Die Verbindung zu Lark als Protagonistin herzustellen, fiel mir nicht sonderlich schwer - allerdings wurde diese Verbindung auch recht schnell wieder unterbrochen, denn es erschien mir, als wäre Lark inmitten des Buches ausgetauscht worden. Und das nicht unbedingt gegen einen sympathischeres Ich - im Gegenteil. Leider.
  Ich mochte Lark zu Beginn sehr gern, allerdings hat mich diese sehr plötzliche 180° Wende ihrer Persönlichkeit doch ziemlich abgeschreckt und so habe ich mich letztlich auch emotional von ihr und ihrer Geschichte entfernt.

Schreibstil/Übersetzung
  An manchen Stellen hätte die Geschichte gern ein wenig flotter voran gehen können, denn nach dem 5. Mal hat man gewisse Dinge einfach verstanden und muss sie nicht nochmal und nochmal und nochmal erzählt bekommen. Abgesehen davon war der Schreibstil aber recht flüssig und so konnte man der Geschichte auch gut folgen.

 
  Ein Buch, dass für Leseeinsteiger ganz okay ist - für "Intensivleser" allerdings leider enttäuschend und vorhersehbar. Als Zwischendurchlektüre aber doch ganz gut geeignet.

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