Dienstag, 8. März 2016

[Buch-Rezension] Fünf

   Fünf
Ursula Poznanski

Taschenbuch: 381 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: rowolth
ISBN: 9783499257568

Preis: 9,99€

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Ein Spiel mit Namen Tod
Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weitern abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass er die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird...


Cover/Aufmachung
  Ein schönes Cover, recht simpel gehalten und dennoch hat es geschafft, mich neugierig zu machen, ohne, dass ich dadurch von der Geschichte abgelenkt gewesen wäre. Dennoch glaube ich, dass da Luft nach oben gewesen wäre. Dass wir in den Kapiteln die einzelnen Koordinaten bekommen ist eine schöne Idee und würde ich in Salzburg wohnen, würde man mich mit Sicherheit dort antreffen können.


Inhalt/Geschichte

   Als hätte Beatrice Kaspary nicht schon genug Ärger am Hals! Ständig findet sie sich im Streit mit ihrem Ex-Mann wenn es um die Kinder geht und nun hat sie noch diesen Fall der ermordeten Frau auf der Kuhweide aufzuklären. Ihr einziger Anhaltspunkt: die Tote hat Koordinaten auf die Fußsohlen tätowiert. Dieser einzigen Spur folgend macht sich Bea mit ihrem Kollegen Florin auf den Weg, um diesen Ort zu besuchen - und findet einen "Schatz" - einen Cache, der die abgetrennte Hand eines Mannes beinhaltet. Und nicht nur das - darüber hinaus finden sie eine Notiz, die sie zu Stage 2 führt. Bald wir klar: Der Mörder muss zumindest Ahnung vom Geocachen haben und so begeben sich Bea und Florin auf eine makabere Schnitzeljagd, immer in dem Versuch, dem Mörder zuvor zu kommen und ihn zu durchschauen.

  Wie komisch bin ich, dass dieses Buch meine Lust aufs Cachen wieder geweckt hat? Ich hatte mich im vergangenen Jahr bei geocaching.com angemeldet und nun, da ich dieses Buch gelesen habe, habe ich wieder große Lust und diese auch direkt umgesetzt, um ein paar der kleinen einzusammeln. Im Übrigen sei erwähnt, dass ein Blick auf die Seite und das GC-Einmaleins eine gute Anlaufstelle für diejenigen sind, die mit dem Gedanken spielen, das Buch zu lesen. Wenn ihr dort aber nicht vorbei schauen wollt, keine Sorge: Es wird alles ausreichend gut erklärt. 


  Zur Geschichte selbst sei zu sagen, dass sie mich sehr schnell in ihren Bann ziehen konnte und mich dort auch gefangen hielt. Ich mochte das Buch ungern zur Seite legen und dass ich doch recht lang gebraucht habe, lag schlicht und ergreifend daran, dass die Schrift leider unheimlich klein und eng ist, so dass mich das Lesen doch ermüdete und ich relativ schnell eine Pause machen musste.

  Es war für mich eine unheimlich spannende Sache, einen Mord in dieser doch recht friedlichen Szene anzulegen und dieses Spiel hinter ein Verbrechen zu stellen. Bea bei den Ermittlungen zu begleiten und die Rätsel mit ihr zusammen lösen zu können und letztlich auch auf den Täter zu kommen. Kleines Memo für mich selbst: Manchmal ist es doch am Besten, auf die erste Eingebung zu hören...



Charaktere


   Beatrice Kaspary ist Polizistin - und Mutter von zwei Kindern. Nicht nur ihr Job ist eine Herausforderung sondern auch der Alltag als Alleinerziehende im Streit mit ihrem Ex-Mann. Dieser nutzt jede Chance, um Bea zu zeigen, dass sie eine schlechte Mutter ist. Und da kommt ihm dieser Fall, der Beas ganze Aufmerksamkeit fordert, gerade recht, denn so kann er ihr wieder vorhalten, keine Zeit für ihre Kinder zu haben. Eine Situation, die Bea verständlicherweise sehr belastet.

  Bea ist eine tolle Protagonistin, mit der ich mich schnell identifizieren und anfreunden konnte. Sie wirkt authentisch in ihrem Handeln und Denken, ist keineswegs die klassische immer-starke Hauptfigur sondern kämpft deutlich mit ihrer aktuellen Situation und ihrer traumatisierenden Vergangenheit.
  Von Florin erfahren wir indes deutlich weniger, was allerdings nicht bedeutet, dass es schwer ist, ihn gern zu haben. Er ist ebenso in den Fall involviert und davon eingenommen wie Bea, kümmert sich zeitgleich aber auch sehr liebevoll um sie.

   Kurzum bleibt zu sagen, dass die geschaffenen Protagonisten - auch Antagonisten - durchaus glaubwürdig sind, einen schönen Hintergrund besitzen und ich mich sehr darauf freuen kann, mit ihnen in ein weiteres Abenteuer zu starten.

Schreibstil/Übersetzung
  Mein zweites Buch von Ursula Poznanski bestätigt, was das erste schon erahnen ließ: Die Frau weiß, was sie tut! Ihr Schreibstil und die Wortwahl laden zu langen Lesesessions eins und lassen uns schnell in eine neue, "andere" Welt abtauchen.


  Ein tolles Buch, das ich gern gelesen habe und bei dem ich wunderbar mitfiebern und -rätseln konnte. TFTH!


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