Montag, 21. März 2016

[Buch-Rezension] War Chant- Sieger

   War Chant - Sieger
Nika S. Daveron
Taschenbuch: 291 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Amrun
ISBN: 9783958692398
Preis: 12,90€

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Die junge Gladiarotin Harbinger lebt auf Odyssey, wo sich die Menschen nach der großen Flutkatastrophe ein neues Heim geschaffen haben. Doch die Insel ist zerfressen von Machtgier und das totalitäre System der Sieger macht den Bewohnern das Leben schwer.
Unfreiwillig wird Harbinger in den erbitterten Freiheitskampf der Rebellen hineingezogen, muss aber erkennen, dass es in dieser Welt kein Gut und Böse gibt, sondern alles seine Schattenseiten hat.



Cover/Aufmachung
  Es hat recht lang gedauert, bis ich den genauen Bezug vom Cover hin zum Buch gefunden hatte, da der erst recht spät auftaucht. Die Stimmung des Covers ist für mich trügerisch friedlich, was mir sehr gefällt ist die Darstellung des Titels. Ein kleines Manko ist für mich, dass im Textteil des Buches keine Kapitel auftauchen.

Inhalt/Geschichte


  Odyssey ist eine der drei großen Inseln, auf denen die Menschen nach der großen Flutkatastrophe leben. Eine Insel, die aus Müll besteht. Und die von den Siegern regiert wird. Freie Entfaltung gibt es nicht mehr - den Namen erhält man von der Regierung, ebenso den Beruf.
So geht es auch Harbinger - mit sechs Jahren hat sie ihren Namen und ihren Beruf bekommen: Sie soll Gladiatorin werden. Ganz glücklich ist sie damit zwar zunächst nicht, wächst aber in ihre neue Rolle hinein. Doch Gladiatorin ist nicht alles, was sie sein soll - auch Rebellin soll sie werden... Ob sie das will? Und welche Auswirkungen könnte das haben?

  Für mich persönlich hat das Buch leider ein paar Schwächen gezeigt. Die Idee dieser Dystopie hat es mir angetan, denn wir haben hier eine sehr realistische Darstellung dessen, was uns erwarten könnte. Umso bedauerlicher, dass es dann nicht ganz so geklappt hat.

  Das Einschneidenste zuerst: Das Buch hat sich für mich sehr in die Länge gezogen. Ich habe stetig darauf gewartet, dass es jetzt endlich richtig spannend wird und das geschah einfach nicht. Gerade der Einsatz der titelgebenden Maschine hätte durchaus intensiver eingebaut werden können.
  Auch die ein oder andere Logikfalle habe ich gefunden - ein paar Dinge wurden einfach nicht so erklärt, dass sie für mich sinnig waren (Stichwort Gatlin Gun).

  Die uns dargestellte Realität ist allerdings so bedrohlich realistisch, dass es nicht so leicht ist, sich vom Buch zu lösen, einfach nur, um diese Welt näher kennenlernen zu können.


Charaktere
   Harbinger, unsere Protagonistin, ist Gladiatorin - nicht, weil sie es will, sondern, weil sie es muss. Wir folgen ihr durch ihr ganzes bisheriges Leben und lernen sie im Laufe der Seiten kennen. Es wächst ihr Selbstvertrauen und gleichzeitig merken wir, wie wenig Harbinger hinterfragt, was um sie herum geschieht. Sie ist leicht zu manipulieren und bemerkt es erst, wenn man sie ganz offensichtlich mit der Nase darauf stößt.

  Ein großes Problem: Ich mag Harbinger nicht so gern. Weitaus sympathischer ist mir dahingegen der Centurio, mit dem wir uns ebenfalls auseinandersetzen dürfen. Die gesamte Entwicklung der Charaktere wirkt auf mich ein wenig forciert und (leider) fällt es mir nicht sonderlich schwer, von den Charakteren abzulassen.


Schreibstil/Übersetzung
  Manchmal ein wenig hakelig lässt sich das Buch doch im Großen und Ganzen gut und flüssig durchlesen. Gravierende Fehler sind mir nun nicht aufgefallen, so dass sich das Buch gut lesen lässt. Auch vom "Schwierigkeitsgrad" ist dieses Buch angenehm, so dass es sich auch dann noch lesen lässt, wenn man im Bett liegt und vielleicht schon etwas müder ist.


Ein Buch, das sich gut zwischenrein lesen lässt, wenn es ein klein wenig düsterer sein darf.



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