Dienstag, 26. Juli 2016

[Buch-Rezension] Portugiesisches Erbe

   Portugiesisches Erbe
Luis Sellano
Klappenbroschur: 368 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453419445
Preis: 14,99€

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Sonne, Mord und Portugal

Henrik Falkner weiß kaum, wie ihm geschieht, als er die malerischen Altstadgassen von Lissabon betritt. Der ehemalig Polizist soll ein geheimnisvolles Erbe antreten: Sein Onkel hat ihm ein Haus samt Antiquitätengeschäft vermacht. Während Henrik mehr und mehr in den Bann der pulsierenden Stadt am Tejo gerät, entdeckt er, dass sein Onkel offenbar über Jahre hinweg Gegenstände gesammelt hat, die mit ungelösten Verbrechen in Verbindung stehen. Und kaum hat Henrik seine ersten Pastéis de Nata genossen, versucht man, ihn umzubringen. Henrik stürzt sich in einen Fall, der sein Leben verändern wird.




Cover/Aufmachung
  Obwohl das Cover selbst mich nun nicht unbedingt auf sich aufmerksam gemacht hätte, so passt es doch hervorragend zum Setting des Buches und entführt uns nach Portugal  - beinahe kann man die Hitze schon auf der Haut spüren.


Inhalt/Geschichte






   Henrik hatte es wirklich nicht leicht in der letzten Zeit. Nach dem Tod seiner Frau hat er kurz darauf seinen Job als Polizist hingeworfen und lebt seither vor sich hin in den Tag, kämpft gegen die Depression. Als er aber mitbekommt, dass er von seinem Onkel als Alleinerbe benannt wurde - seinem Onkel, den er gar nicht richtig kennt. Also reißt er nach Lissabon, um dort sein Erbe zu besichtigen. Ein Antiquariat, das deutlich mehr als nur verstaubte Bücher und vergilbtes Papier bietet. Schon bald lernt Henrik, die kleinen Hinweise, die sein Onkel im Antiquariat versteckt hat, zu deuten und kommt einem Geheimnis auf die Schliche, das ihn zurück werfen wird in seine Vergangenheit als Kriminalpolizist.

  Als "Kind" eines Autors, der mir doch sehr ans Herz gewachsen ist, war dieses Buch quasi Pflicht. Ich hätte es gern schon deutlich schneller durchgelesen, allerdings musste ich dieses Buch ein zweites Mal beginnen - die Prüfungsphase hat mich komplett aus der Geschichte rausgerissen. Nach der Klausurphase habe ich mich dann aber direkt wieder an das Buch gesetzt.

  Wir reisen nach Lissabon und wir lernen viel. Wirklich viel über diese Stadt. Luis Sellano führt uns zu diversen Sehenswürdigkeiten, kredenzt traditionelle Speißen und leitet uns durch die Gassen dieser Stadt. Für die Menschen, die sich für diese Dinge begeistern können, ist das natürlich hervorragend - für mich selbst war es ein wenig zu viel.

  Was ganz im Gegensatz dazu keineswegs zu viel, sondern eher ein wenig zu kurz kam, war die Suche nach den entsprechenden Hinweisen zu dem Fall. Die Indizien fliegen Henrik quasi zu, was ich ein wenig schade fand - allerdings ist dies ja nur der erste Band von hoffentlich weiteren Lissabon-Krimis.

  Krimis selbst sind für mich nun immer ein weni schwer, denn oft fehlt mir der Spannungsbogen. Hier war das nur bedingt so. Ich konnte mich von der Geschichte "gefangen" nehmen lassen und obwohl ich manch eine Passage doch etwas langatmig empfand, lies sich das Buch insgesamt gut lesen.



Charaktere

   Unser Protagonist Henrik zeichnet sich in der Retroperspektive vor allem durch eines aus: Durch seine Entwicklung! Am Anfang des Buches "hängt" er durch, steckt noch voll in seiner Depression und in seiner Trauer um seine verlorene Liebe. Im Laufe des Buches und mit fortschreitendem Abenteuer verändert sich Henrik allmählich und scheint einen Weg aus der Depression zu finden. Ob ihm dieser Schritt letztendlich komplett gelungen ist, werden wir wohl noch erfahren.

  Aber auch die anderen Charaktere des Buches sind wunderbar gezeichnet - mit viel Herz weit ab vom klassischen 0815-Charakter mit ihren eigenen Macken und Kanten sind die anderen Charaktere des Buches unheimlich tolle Begleiter für Henrik.


Schreibstil/Übersetzung

   Da ich den Autor kenne, wusste ich ja schon, was mich erwartet. Auch dieses Buch hat mich in Sachen Schreibstil und Erzählweise nicht enttäuscht. Ein angenehmes Erzähltempo zusammen mit schönen Beschreibungen und toller Wortwahl machen das Buch zu einem tollen Leseerlebnis


  Wenn auch nicht ganz mein Genre und trotz ein paar Kritikpunkten immernoch ein gutes Buch, das sich gerade für die Urlaubszeit toll eignet.


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