Sonntag, 28. August 2016

[Blog-Tour] GoodDreams




Herzlich Willkommen zum dritten Tag der Blogtour rings um das neue Buch von Claudia Pietschmann! Mittlerweile habt ihr ja schon ein wenig etwas über das Buch und Träume erfahren - heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen.

Im Rahmen der Blogtour zu einem sehr spannenden, unterhaltsamen Buch (meine Rezi dazu findet ihr hier) durfte ich seit langer Zeit wieder ein paar nette Worte mit der Autorin des Buches tauschen. Die liebe Claudia Pietschmann hat sich etwas einige Zeit genommen, um mir Rede und Antwort zu stehen und auch dich möchte ich nun in den Genuss ihrer Antworten kommen lassen.

Danke, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst, Claudia. Würdest du dich vielleicht erstmal vorstellen, damit wir alle wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Ich bin 47 Jahre alt und in einer Kleinstadt in der Mark Brandenburg aufgewachsen. Ich habe BWL studiert und mich noch während des Studiums als Texterin selbstständig gemacht. Irgendwie haben mich Buchstaben wohl schon immer angefixt, man kann sie ja in unzähligen Kombinationen aneinanderreihen.
  Heute lebe ich mir meinem Mann und unseren beiden Töchtern in Halle. Ich texte, schreibe und lektoriere.
  Meinen Job mache ich total gerne, deshalb trenne ich nicht wirklich zwischen Arbeit und Freizeit.
  Ich treibe viel zu wenig Sport, sammle Kochbücher und backe seit Neuestem selbst Brot, weil es mich erdet, die Unterarme im Teig zu versenken.
  Ich liebe Klamotten und Schuhe und Handtaschen. Mein Mann findet, ich hätte viel zu viele davon. Ich teile diese Ansicht nicht.
 In Absatzschuhen kann ich nicht laufen und ich kann mir keine Witze merken.

Ich glaube, das sind die wichtigsten Infos zu meiner Person.

Eine schöne, ausführliche Vorstellung, danke dafür! Wenn wir gerade bei Vorstellungen sind: Stell uns doch bitte dein Buch in ein paar wenigen Sätzen vor.
In einer Zeit, in der Träume aufgezeichnet und in einem sozialen Netzwerk hochgeladen werden können, sind Likes eine wichtige Währung. Leahs Bruder Mika ist Profiträumer und hält die Familie damit über Wasser. Er wird zu einem Spiel eingeladen, doch er kann nicht daran teilnehmen, denn es findet im Traum statt, und er leidet an chronischer Schlaflosigkeit. Leah nimmt an seiner Stelle die Herausforderung an und stellt sich dem Abenteuer, gegen das Spiel, den Admin und ihre Konkurrenten zu bestehen.

Das klingt spannend, ich bin sicher, dass du mit dieser Idee einige Leute ansprechen wirst. Verrätst du uns denn, woher diese Idee kam? Hattest du eventuell auch Unterstützung von deinen „Hamburg-Rain-Kollegen“?
Ursprünglich waren es zwei Ideen. Nur so Ideensnippets, die in meinem Kopf verrückt spielten. Ich wollte etwas über Träume machen, aber weder über romantische Träume noch über Albträume. Und ich war heiß darauf, etwas über ein Spiel zu machen. Ein Computergame vielleicht, aber ich wusste es nicht genau.
  Ich saß am Computer und scrollte durch meine Facebook-Neuigkeiten. Mein Mann stand hinter mir, schaute mir über die Schulter und belächelte die Katzenbilder, die dort immer wieder auftauchen.
Damit war die Idee geboren.
  Bei den Hamburg Rain-Kollegen habe ich keine Testleser. Da würden vermutlich eher die Fetten Dichter infrage kommen, aber die sehe ich so selten, weil Stuttgart echt am Ende der Welt liegt J
  Mein Mann liest meine Manuskripte, genau wie eine sehr gute Freundin von mir. Außerdem liest ein guter Freund von mir, der auch Autor ist, alle meine Texte, kritisiert mich, motiviert mich und macht mir Mut.

Wie gut, dass du da reichlich Unterstützung hast! Aber sag mal, wieso das Traum-Thema?
   Das Traumthema deshalb, weil jeder von uns schon einmal geträumt hat. Aber diese Träume kommen unbewusst und oft können wir uns nach dem Aufwachen nicht einmal daran erinnern. Die Möglichkeit, Träume selbst zu steuern, hat mich fasziniert.
Das habe ich mir ja nicht ausgedacht, man kann es wirklich lernen. Genauso, wie es technisch schon bald möglich sein wird, Träume in Bilder zu übersetzen.
Genauso faszinierend finde ich soziale Netzwerke. Jeder von uns gibt sich große Mühe, sich dort besonders gut darzustellen. Auf der anderen Seite findet man dort aber nur wenig eigene Dinge, die die User wirklich selbst geschaffen haben. Alles wird geteilt, kopiert und anders wiederaufbereitet. So wie die Träume in meiner Geschichte.

Das ist ja dein erstes Buch, das veröffentlich ist. Dein Baby. Du hast eine Menge Herzblut und Arbeit in dieses Werk gesteckt. Wie viel „Claudia“ steckt denn in den Charakteren Leah, Ben, Yuna und Tayo?

  Die Figuren sind ja aus meinem Kopf gesprungen. Sie waren sofort mit der Idee da, wurden praktisch all inklusive mitgeliefert. Ich habe sie weder gecastet noch bewertet. Insofern denke ich, dass sehr viel von mir selbst in ihnen steckt. Aber jeder Einzelne von ihnen ist wiederum oft auch das genaue Gegenteil von mir. Ich wäre nie so zickig wie Yuna, aber bewundere sie dafür.
  Nein, eine vollständige Kontrolle habe ich nicht über sie gehabt. Meine Lektorin könnte darüber wahrscheinlich viel erzählen. Leah sollte cooler sein, lockerer, gelassener usw. Aber das war sie für mich nie. Ich hatte eine Szene geplant, in der sie Poker spielen und gewinnen muss, um zu überleben. Aber Leah hat kein Pokerface. Ich konnte ihr auch keines andichten. Insofern habe ich die Szene gelöscht.
  Aber da ich mir dafür die Pokerregeln reingezogen habe, muss ich das irgendwann nochmal unterbringen, schließlich habe ich das fast aussichtslose Spiel, das sie dann doch gewinnt, schon komplett durchgeplottet.

Dein Buch beschäftigt sich natürlich stark mit Träumen, sie sind ja das tragende Element. Was ist denn der letzte Traum, an den du dich erinnern kannst?
  (Schweigen)… Warte, da muss ich kurz überlegen. Ah, das passt jetzt sogar! Der letzte Traum, an den ich mich erinnern kann, war kein Angsttraum, aber auch kein besonders schöner Traum. Was ich sagen sollte: Ich kann mich nicht besonders gut an Träume erinnern und auch der ist schon ein wenig her. Ich muss das geträumt haben, bevor das Buch erschienen ist.
  Eigentlich wusste ich ja, wie das Cover aussehen würde – nur hatte das Buch in meinem Traum ein vollkommen anderes Cover bekommen, was mich aber seltsamerweise gar nicht irritiert hat. Ich habe also den Karton mit meinen Belegexemplaren geöffnet, ganz viele Bücher, ich habe mich total gefreut! Es war genau so, wie ich mir dieses Gefühl im Vorfeld vorgestellt hatte! Ich habe das Buch aufgeschlagen und war so stolz, dass da mein Name drauf steht. Als ich weitergeblättert habe, waren alle Seiten leer.

Das ist kein sonderlich schöner Traum!
Stimmt – ich bin aber seltsamerweise nicht schreiend aufgewacht oder sowas. Aber das ist einer der Träume, an die ich mich erinnern kann: an das Gefühl, dieses Entsetzen – alles war leer!

Wo wir bei deinen Träumen sind: kannst du denn luzid träumen?
  Ich habe es versucht. Es gibt dafür ja Anleitungen und ich habe mir auch ein e-Book dazu gekauft und Internetbeiträge gelesen. Am Anfang lernt man ja, sich an seine Träume zu erinnern. Du siehst ja, wie gut mir das gelungen ist.
  Aber zu dem Zeitpunkt, als ich das begonnen habe, hat das total gut funktioniert, obwohl ich mich jetzt in den meisten Fällen nicht mehr erinnern kann. Ich hatte auch noch den nächsten Schritt probiert, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuwachen  - auch das hat wunderbar funktioniert! Und dann begann es, mir Angst zu machen. Ich hatte Angst vor meiner eigenen Courage.
  Ich ahnte, dass mir das gelingen könnte, aber ich war mir nicht sicher, ob ich das toll finde oder ob mich das ängstigt. In Foren geht es ganz oft darum, dass die Leute den Bezug zur Realität verlieren; Checklisten dafür, ob man sich in der Realität oder im Traum befindet. Zum Beispiel soll man Uhren ansehen – wenn sie stehen und nicht weiter laufen, befindet man sich wohl im Traum.  Und an diesem Punkt habe ich angefangen, mir zu denken „Ich will das eigentlich nicht.“
  Angst ist vielleicht ein zu großes Wort. Aber ich hatte kein gutes Gefühl dabei.

Glaubst du denn, man kann im Traum sterben?
Das ist die große Frage, die ich auch schon oft gelesen habe – und die sich auf die Figuren stellen. Ich behaupte ja. Wenn man im Schlaf sterben kann, kann man es doch auch im Traum? Wir wissen das aber alle nicht, wir können das nicht beantworten.

Gehen wir doch nun mal davon aus, es gäbe eine Plattform wie GoodDreams wirklich. Würdest du dich anmelden und dich auch daran beteiligen?
Ich würde mich vermutlich anmelden – ich habe mich ja auch bei Facebook angemeldet. Wenn das alle machen, würde ich wahrscheinlich mitziehen, ja, weil ich es ausprobieren wollte.
Ich würde auch etwas posten – ich bin kein stiller Mitleser. Wenn ich etwas ausprobieren will, dann will ich auch etwas dazu beitragen.
Ja, ich würde mich anmelden und mich beteiligen.


Eine letzte Frage an dich: Was hältst du von Traumrekordern? Würdest du dir einen für dich selber zulegen?
Vermutlich nicht, weil ich gar keine Zeit dafür opfern würde, mir die ganze Nacht nochmal anzuschauen… Wobei ich bin mir nicht sicher. Grundsätzlich spannend finde ich das schon, gerade, wenn man etwas Schönes geträumt hat. Wenn man morgens aufwacht und sich denkt „Ich hab irgendwas Tolles geträumt, mir geht es gut, was war das?“
  Ich habe aber ja die andere Frage schon mit ‚Ja‘ beantwortet. Also müsste ich mir da ja auch den Traumrekorder zulegen, um etwas posten zu können. Der Traumrekorder ist nicht das große Problem. Solange du entscheidest, was du davon veröffentlichst, ist da nichts Schlechtes für mich dabei. Letztlich ist es ja nur ein Hilfsmittel.


Vielen lieben Dank, Claudia, dass du dir ganze zwei Stunden Zeit genommen hast, um mit mir über dein Buch zu sprechen. Es hat mir großen Spaß gemacht und ich freue mich darauf, wenn wir bald zusammen einen Kaffee trinken gehen ;)

Für dich als Leser ist die Blogtour natürlich noch nicht vorbei! Schau auf in den folgenden Tagen auf diesen Blogs vorbei:

26.08.2016 – About Books
27.08.2016 – Schattenwege
28.08.2016 – Licentia poetica
29.08.2016 – Saras etwas andere Bücherwelt
30.08.2016 – Good books never end
31.08.2016 – The magical world of books
01.09.2016 – ReadingVanni (You Tube)
02.09.2016 – Steffis und Heikes Lesezauber
03.09.2016 – Secrets of nobody
04.09.2016 – Kunterbunte Bücherkiste
05.09.2016 – Yvis kleine Wunderwelt
06.09.2016 – Bücher – Portale zwischen den Welten
07.09.2016 – Magische Momente

Kommentare:

  1. solangsam landet das buch dann wohl doch auf meiner Wunschliste.....
    danka auch für deinen beitrag zur tour die ich gerne begleite :-)
    LG Jenny

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    1. Es lohnt sich auch - ich mochte das Buch wirklich gern :)
      Und es freut mich natürlich zu hören, dass du die Tour begleitest :)

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  2. Dankeschön für das echt tolle Interview.
    Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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    1. Freut mich, wenn es gut zu lesen war - das Interview zu führen hat auch großen SPaß gemacht :)

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  3. Hallo ,

    vielen Dank für den tollen und interessanten Interview.
    Ich wünsche Dir schönen Abend :)

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt (Stern44 )
    margareta.gebhardt@gmx.de

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    1. Danke dir :) Es hat mir großen Spaß gemacht. Auch dir noch einen schönen Abend

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