Donnerstag, 16. März 2017

[Buch-Rezension] Des Teufels Gebetbuch

    Des Teufels Gebetbuch
Markus Heitz
Klappenbroschur: 672 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783426654194
Preis: 16,99€

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Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben.
(Quelle)

Cover/Aufmachung
  Geziert durch das Pik-Zeichen mit dem Motiv der Teufelskarte reißt uns das Cover schon direkt in die düstere Stimmung des Buches. Ohne den Inhalt des Buches zu kennen haben wir durch die Kombination von Cover und Titel direkt einen Bezug dazu und können zumindest die Richtung erahnen, die dieses Buch einschlägt.

Inhalt/Geschichte
  Tadeus Boch arbeitet im Casino - und das als (ehemals) Spielsüchtiger. Seine Art der Erprobung seiner mentalen Kraft. Dass er mitunter wegen seiner Spielervergangenheit später in Probleme diesen Ausmaßes geraten sollte, konnte er nicht ahnen. Es ergibt sich, dass Tadeus durch Umwege auf einem illegalen Turnier landet und durch weitere unglückliche Umstände an eine außergewöhnliche Karte gelangt. Und um diese Karte gibt es ein großes Rätsel, denn sie sucht nach ihren Schwesterkarten, nach den Karten, die mit ihr zusammen das Gebetbuch des Teufels bilden, um die Welt brennen zu lassen...
 
Ich gestehe ja, dass ich sehr gern Karten spiele - nur leider viel zu selten, denn die Gelgenheit ergibt sich kaum. Als wir von Markus also von Supérieur erfuhren, war ich sofort Feuer und Flamme. Die Geschichte um Boch und seine unfreiwillige "Komplizin" Poe konnte mich gut abholen, erschien mir aber mitunter leider etwas (zu) langatmig. Ein paar Seiten weniger hätten dem Buch nicht unbedingt geschadet.
   Fairerweise sei gesagt, dass wir nicht nur die beiden Protagonisten begleiten. Wir erleben auch Szenen aus anderen Leben, die unmittelbar mit den Karten zu tun haben, sei es in der Vergangenheit oder der Gegenwart, was mir sehr gut gefallen hat.
  Auch, dass Markus hier auf einen klassischen Antagonisten verzichtet und unser Protagonist auch alles andere als ein Held ist, hat die Geschichte sympathisch gemacht und an Interesse gewinnen lassen. Das Tempo der Geschichte ist mitunter recht rasant, an anderen Stellen wäre ein wenig kürzen für mich angenehm gewesen. 
An der Geschichte selbst gab es für mich absolut nichts zu meckern. Sie hat mich direkt mitgenommen und für sich vereinnahmt. Dass ich trotzdem recht lang gebraucht habe für dieses Werk ist den fast 700 Seiten geschuldet, nicht einer potentiellen Langatmigkeit des Werkes.

 
Charaktere
  Boch und Poe sind alles andere als klassische Helden - die weibliche Hauptrolle (eben Poe) konnte ich zu Beginn kein Stück leiden, wurde mir aber im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Bochs Abrutschen in etwas, das stark an (emotionale) Abhängigkeit von der Karte erinnert, erleben wir langsam, Stück für Stück und bekommen diese ebenso schleichend mit wie er.
  Wir erfahren einiges von Bochs Vergangenheit, bei Poe hält sich das verhältnismäßig verdeckt.

Die Charaktere wachsen schnell ans Herz, handeln (zumeist) nachvollziehbar und können von uns für voll genommen werden. Sie haben ihre Ecken und Kanten, wobei sie gerade gegen Ende immer mehr in für mich etwas unrealistische Bereiche abdriften (sofern man bei einem solchen Werk von Realismus sprechen darf).



Schreibstil/Übersetzung
"Heitz eben" wurde mir vor Aera gesagt. Und "Heitz eben" trifft es auch hier. Mitunter blutig und detailreich ist Markus' Schreibstil nicht unbedingt für jeden und jede geeignet. Der Autor schafft es, uns mitzunehmen und die Zeit vergessen zu lassen, in die Welt einzutauchen und uns an der Seite unserer Charaktere zu sehen. An der ein oder anderen Stelle sind mir zwar Schreib-/Tippfehler aufgefallen, allerdings kaum bis gar nicht störend. 


Das Spiel gibt es, das Spiel nimmt es. Supérieur.

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